Nachrichten Nachrichten

19-05-2010 20:20 | Martina Schneibergová

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Nach starkem Regenguss rutschen in der mährisch-schlesischen Region Hänge ab

Die Pegel der Flüsse in der mährisch-schlesischen Region sanken. Die Hochwassergefahr galt am Mittwochabend nur noch in zwei Orten: am Fluss Lučina in Bludovice bei Karviná und am Fluss Ostravice unter der Talsperre Šance bei Frýdek-Místek. Deutlich nachgelassen hat auch die Intensität der Regenfälle. Die dritte Hochwasserwarnstufe wurde während des Tages an den meisten Orten aufgehoben. Das größte Problem stellen in der Region die abrutschenden Erdmassen dar. Nach dem starken Regenguss rutschten an einigen Orten in der mährisch-schlesischen Region die Hänge ab. Aus dem Grund mussten Bewohner von sechs Familienhäusern evakuiert werden. Drei Häuser in Dolní Domislavice über dem Stausee Žermanice sind so stark beschädigt, dass sie wahrscheinlich abgerissen werden müssen. In Bukovec bei Jablunkov rutscht seit Mittwochmorgen allmählich der Hügel Girová ab. Die Polizei sperrte das Gebiet wegen extrem hoher Gefahr ab. In Havířov wurden wegen Erdrutsch einige Straßen gesperrt. Probleme mit dem Erdrutsch gab es zudem in Kunčice pod Ondřejníkem, Fryčovice und Vendryně.

Höchste Hochwasserwarnstufe gilt in der Region Zlín und an der March in Südmähren

Die höchste Hochwasserwarnstufe gilt an der March fast im ganzen Landkreis Zlín. Bei Vsetín tauchten zudem Probleme mit den abrutschenden Erdmassen auf. Die Pegel der Flüsse sind während des Mittwochs auch in Südmähren gestiegen. Probleme gab es vor allem an der March und deren Zuflüssen.

Umweltministerin Bízková macht auf mangelnden Hochwasserschutz in den Regionen aufmerksam

Umweltministerin Rut Bízková machte am Mittwoch auf mangelnden Hochwasserschutz in den Gemeinden aufmerksam. Die Ministerin, die die Hochwasserkommission leitet, reist durch die betroffenen Regionen. Sie sagte in Brünn, die Gemeinden sollen sich für den Bau von Hochwasserdämmen und Errichtung von Poldern einsetzen. Dafür stehe im zuständigen Programm des Umweltressorts ausreichend Geld zur Verfügung, so die Ministerin. Das integrierte Rettungssystem sowie die Hochwasserkommissionen arbeiten Bízková zufolge gut. Die Wettervorhersagen seien verhältnismäßig genau. Daher seien die Menschen rechtzeitig gewarnt worden, so die Ministerin. Das jetzige Hochwasser stelle ihren Worten zufolge eine Lehre für die Bürgermeister dar, die mit der Errichtung von Hochwasserbarrieren bislang zögerten.

Hilfsorganisationen und Caritasverbände richten Konten für Hochwasserhilfe ein

Tschechische Hilfsorganisationen und Caritasverbände richteten Konten für die Hilfe für die vom Hochwasser betroffenen Regionen ein. Vorläufig liefern die Organisationen den Betroffenen vor allem Bautrockner und Ausstattung fürs Aufräumen. Die Tschechische Bischofskonferenz forderte die Öffentlichkeit auf, den Bewohnern in den betroffenen Regionen entweder finanziell zu unterstützen oder ihnen beim Aufräumen zu helfen.

USA werden das Europäische Institut zur Wahrung des Vermächtnisses der Shoah finanziell unterstützen

Die USA werden die Tätigkeit des Europäischen Instituts zur Wahrung des Vermächtnisses der Shoah in den nächsten fünf Jahren jährlich mit 150.000 US-Dollar fördern. Das sagte der Sonderberater für Holocaust-Fragen der US-amerikanischen Außenministerin, Stuart Eizenstat, am Mittwoch in Prag. Institutsleiter Lukáš Přibyl zufolge werden Verhandlungen auch mit Israel und mit anderen Ländern über deren Beitrag zur Finanzierung des Instituts geführt. Das tschechische Außenministerium, das das Institut gegründet hat, unterstützt seine Tätigkeit jährlich mit acht Millionen Kronen (ca. 320.000 Euro).

Das Institut, das auch unter dem Namen Theresienstädter Institut bekannt ist, wurde Anfang dieses Jahres in Tschechien gegründet, um sich mit dem noch ungelösten Unrecht aus der Zeit des Holocaust zu befassen. Seine Entstehung folgte der so genannten Theresienstädter Erklärung, die im Juni 2009 bei einer Konferenz in Prag Vertreter von 46 Staaten, darunter auch Vertreter der EU, unterschrieben haben. Im Dokument wird unter anderem die Rückgabe des privaten Eigentums gefordert, das den Opfern des Shoah beschlagnahmt wurde. Über die konkrete Durchführung der Rückgabe beraten Vertreter von etwa 30 Ländern am Donnerstag in Prag.

Präsident Klaus zu Staatsbesuch in Lettland erwartet

Präsident Václav Klaus reist am Donnerstag zum Staatsbesuch nach Lettland. In Riga trifft er seinen lettischen Amtskollegen Valdis Zatlers. Klaus wird zudem Gespräche mit dem lettischen Parlamentspräsidenten und dem Finanzminister führen. Die beiden Präsidentenpaare besuchen am Donnerstagnachmittag das Freiheitsdenkmal und das lettische Okkupationsmuseum in Riga. Die beiden Staatsoberhäupter nehmen zudem am tschechisch-lettischen Unternehmerforum teil.

Stadt Ostrava reicht Klage gegen den Staat wegen Luftverschmutzung ein

Die nordmährische Stadt Ostrava wird binnen einiger Tage den Staat wegen Luftverschmutzung anklagen. Dem Magistrat der Stadt zufolge ist der Staat nicht imstande, die Luftverschmutzung zu verhindern und der Region bei der Lösung des Problems effektiv zu helfen. Die Klage gegen die Regierung und das Umwelt- und das Verkehrsministerium wurde vom Stadtrat unterstützt und soll nächste Woche eingereicht werden. Oberbürgermeister Petr Kajnar (ČSSD) erklärte, nach vier Jahre dauernden Verhandlungen, Abwarten und Versprechen habe der Stadtrat Geduld verloren. Regierungssprecher Prorok lehnte es ab, das Vorhaben von Ostrava zu kommentieren. Der Sprecherin des Umweltministeriums zufolge hänge die geplante Klage mit den sich nähernden Wahlen zusammen.

Kasík wird zum Chef der Tschechischen Philharmonie ernannt

Die Tschechische Philharmonie wird ab Mittwoch der ehemalige Generaldirektor des Tschechischen Rundfunks, Václav Kasík, leiten. Kasík wurde am Mittwochmorgen von Kulturminister Riedlbauch zum Chef der Philharmoniker ernannt. Kasík löst Vladimír Darjanin ab, der nach knapp einem Jahr im Amt am 7. Mai vom Kulturminister abberufen wurde. Der Grund waren angebliche Mängel in der Verwaltung öffentlicher Gelder. Riedlbauch sagte, es sei notwendig, die Philharmonie zu stabilisieren. Die Dauer von Kasíks Tätigkeit wurde nicht festgelegt. Es ist wahrscheinlich, dass ein neuer Kulturminister nach den Abgeordnetenhauswahlen ein neues Auswahlverfahren für den Posten ausschreiben wird.

Musikfestival Prager Frühling: Konzert mit Mezzosopranistin Olga Borodina

Auf Programm der internationalen Musikfestspiele Prager Frühling steht am Mittwoch der Auftritt der Mezzosopranistin Olga Borodina, die Solistin der New Yorker Metropolitan Opera und des Mariinsky Theaters in St. Petersburg. Für das Konzert, in dem sie die Prager Kammerphilharmonie unter der Leitung der US-amerikanischen Dirigentin Keri-Lynn Wilson begleiten wird, singt Borodina bekannte Arien wie zum Beispiel aus der Oper Saint Saens „Samson und Dalila“. In ihrer Darbietung erklingen auch Arien aus dem klassischen Repertoire der russischen Oper.

In Iglau wird das internationale Musikfestival „Mahler – Jihlava“ eröffnet

In Jihlava / Iglau wurde am Dienstagabend das 9. internationale Musikfestival „Mahler Jihlava“ eröffnet. Beim Eröffnungskonzert erklang in einer Kammerversion Mahlers „Lied von der Erde“. Es sangen die international bekannte tschechische Mezzosopranistin Dagmar Pecková und der Tenor vom Prager Nationaltheater, Jaroslav Březina. Die Kammerphilharmonie Pardubice wurde von Petr Altrichter geleitet. Das Festival begann am Todestag von Gustav Mahler. Den Höhepunkt des Mahler-Festivals stellt ein Galakonzert dar, das anlässlich des 150. Geburtstags des Komponisten am 7. Juli in Mahlers Geburtsort Kaliště / Kalischt bei Iglau veranstaltet wird.

Auf Lysá hora liegt 50 cm Neuschnee

Auf dem höchsten Berg der Beskiden an der tschechisch-mährischen Grenze hat es in den letzten drei Tagen geschneit. Derzeit liegen auf dem Gipfel von Lysá hora 50 cm Neuschnee. Ein Vertreter des Bergrettungsdienstes in der Region der Beskiden (Beskydy) bezeichnete dies gegenüber der Nachrichtenagentur ČTK als eine kuriose und in dieser Jahreszeit ungewöhnliche Erscheinung.

Das Wetter:

Am Donnerstag ist es in Tschechien überwiegend bewölkt. Vor allem am Nachmittag ist mit Regenschauern und Gewittern zu rechnen. Die Tageshöchsttemperaturen erreichen nur 14 bis 18 Grad Celsius.

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