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15-03-2010 20:05 | Christian Rühmkorf

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Erneuter Brandanschlag auf eine Roma-Familie in Ostrava

Unbekannte Täter haben in der Nacht von Samstag auf Sonntag einen Brandanschlag auf das Haus einer Roma-Familie in der Ostrauer Siedlung Bedřiška verübt. In das Zimmer des 13-jährigen Mädchens der Familie wurde ein Molotow-Cocktail geworfen. Da die Flasche jedoch nicht zerschellte, konnte das Mädchen den Brandsatz löschen, wie die Polizei mitteilte. Im Haus waren zum Tatzeitpunkt acht Personen. Kurz zuvor war am Tatort ein weißer Wagen mit dunkel abgetönten Scheiben gesehen worden. Ob es sich um einen rassistisch motivierten Anschlag handelt, ist unklar. Die Nachbarn der betroffenen Familie wollen nun Wachen organisieren, wie sie gegenüber der Presseagentur ČTK mitteilten. Die Polizei hat eine 15-köpfige Sonderkommission eingesetzt.

Im April vergangenen Jahres hatten Rechtsradikale mit einem Brandanschlag auf das Haus einer Roma-Familie in Vítkov drei Menschen verletzt, darunter ein damals zwei-jähriges Kind, das schwerste Verbrennungen erlitt.

Noch keine Einigung zwischen Kanada und Tschechien in der Visumfrage

Kanada und die Tschechische Republik konnten sich bei einer weiteren Verhandlungsrunde über eine Abschaffung der Visumpflicht für tschechische Bürger auf keinen konkreten Fahrplan einigen. Das teilte am Montag ein Sprecher des Prager Außenministeriums mit. Die diplomatischen Unterhändler kamen jedoch unter Anwesenheit von EU-Vertretern überein, Ziel der Verhandlungen sei die Abschaffung der Visumpflicht.

Nach einer starken Zunahme der Asylanträge vor allem von Seiten tschechischer Roma, hatte Kanada im Oktober 2009 erneut die Visumpflicht für tschechische Bürger eingeführt. Die Europäische Kommission hatte daraufhin von Kanada unter anderem einen Fahrplan gefordert, der einen visumfreien Reiseverkehr zwischen beiden Ländern ermögliche.

Regierung beschließt Maßnahmen zu Integration benachteiligter Schüler

Die tschechische Regierung hat einen Aktionsplan verabschiedet, durch dessen Umsetzung mehr Kinder mit Behinderungen sowie Roma-Kinder in allgemeinbildende Schulen integriert werden sollen. Ziel sei, ein Maximum an Kindern, die einer besonderen Betreuung bedürften, in normalen Schulen unterzubringen, sagte Bildungsministerin Kopicova. Derzeit würden nur zwei Prozent der betreffenden Kinder integriert beschult. Der Plan sieht für die kommenden zwei Jahre unter anderem vor, die Zahl der pädagogischen Assistenten zu erhöhen.

Tschechien wird seit längerem auch von der EU kritisiert, für Kinder mit Behinderungen und ebenso für Romakinder nicht die gleichen Bildungschancen zu gewährleisten.

Tschechiens Staatsverschuldung auf 46 Milliarden Euro gestiegen

Die Staatsverschuldung der Tschechischen Republik ist im vergangenen Jahr um umgerechnet sieben Milliarden Euro auf insgesamt 46 Milliarden Euro gestiegen. Auf jeden tschechischen Bürger entfällt damit ein Schuldenanteil von 4400 Euro. Das gab am Montag das tschechische Finanzministerium bekannt. Auf ausländischen Finanzmärkten hat die tschechische Regierung im Jahr 2009 Kredite in Höhe von 2,15 Milliarden Euro aufgenommen. Um den defizitären Staatshaushalt wieder zu stabilisieren, will das Finanzministerium auch in den kommenden drei Jahren Geld in Milliardenhöhe leihen, schreibt die Presseagentur ČTK.

Mehr Autodiebstähle im bayerisch-tschechischen Grenzgebiet

Die Zahl der Tschechen, die im Nachbarland Bayern straffällig geworden sind, ist mit 2174 Festgenommenen im Jahr 2009 leicht zurückgegangen. Das teilte das bayerische Innenministerium bei der Präsentation der Bilanzen in der Kriminalitätsbekämpfung mit. Danach gibt es jedoch eine starke Zunahme bei den Autodiebstählen an der Grenze zu Tschechien. Insgesamt wurden 2009 im Grenzbereich 285 Autos gestohlen; im Jahr zuvor waren es 154 Pkw. Nur eine fortgesetzte intensive Kontrolle durch die Polizei könne die Autodiebstähle in diesem Bereich eindämmen, sagte der bayerische Innenminister Herrmann. Der Minister lobte zugleich die Zusammenarbeit mit der tschechischen und der österreichischen Polizei. Bereits in der vergangenen Woche hatte Herrmann zu einer intensiveren Zusammenarbeit über die Grenzen hinweg aufgerufen.

Bei den Drogendelikten gibt es hingegen gegenüber 2008 nur leichte Verschiebungen.

Gute Wertungen für Tschechien von europäischen Arbeitgeberverbänden

Die Tschechische Republik gehört gemeinsam mit Dänemark, Deutschland und Österreich zu den Ländern in Europa, die den Auswirkungen der Wirtschaftskrise am besten widerstehen. Das geht hervor aus dem aktuellen Halbjahresbericht der Konföderation europäischer Arbeitgeberverbände BusinessEurope. Auch die relative Exportleistung Tschechiens ist eine der höchsten in Europa. Im Ranking werden unter anderem Arbeitsauslastung, Produktivität, Investitionen, Konkurrenzfähigkeit sowie Stand der öffentlichen Finanzen und die Umsetzung von Reformen der einzelnen EU-Länder, Norwegens und der Schweiz bewertet.

ČSÚ: Tschechiens Bevölkerung auf über 10,5 Millionen Einwohner gewachsen

Die Bevölkerungszahl in Tschechien hat sich im vergangenen Jahr um knapp 40.000 Einwohner auf über 10,5 Millionen Einwohner erhöht. Ein Grund dafür ist eine steigende Geburtenrate; im vorigen Jahr gab es knapp 11.000 mehr Geburten als Sterbefälle. Die Zahl ausländischer Migranten ist hingegen zurückgegangen. Waren es im Jahr 2008 noch 71.800 Ausländer, die nach Tschechien kamen, so wurde im Jahr 2009 ein Zuzug von lediglich 28.300 Personen mit ausländischem Pass registriert. Demgegenüber ist die Zahl der Auswanderer aus Tschechien im Vergleich zum Jahr 2008 um fast die Hälfte gestiegen. Darüber informierte am Montag das Tschechische Statistikamt (ČSÚ).

Eishockey: Slavia Prag und Liberec komplettieren Play off-Viertelfinale

Die Eishockey-Mannschaften von Slavia Prag und Bílí Tygři Liberec qualifizierten sich als letzte Teilnehmer für das Play off-Viertelfinale der tschechischen O2-Extraliga. Slavia und Liberec setzten sich in den Pre-Play-offs mit jeweils 3:2 Siegen gegen Litvínov beziehungsweise České Budějovice / Budweis durch. In den entscheidenden fünften Partien der Best-of-five-Serien, die am Sonntag ausgetragen wurden, gewannen beide Teams ihre Heimspiele – Slavia mit 5:3 gegen Litvínov und Liberec mit 9:1 gegen Budweis. Im Viertelfinale kommt es nun zu diesen Paarungen: Pilsen – Liberec, Zlín – Slavia Prag, Pardubice – Třinec und Vítkovice –Sparta Prag. Ab dem Viertelfinale werden alle Play-off-Duelle im Modus Best of seven ausgespielt.

Stürme und Schneefälle in Tschechien sorgen erneut für Verkehrsprobleme und Lawinengefahr

Stürmische Winde und erneute Schneefälle haben auch in der Nacht zum Montag und am Montagmorgen zu Verkehrsbehinderungen in einigen Regionen Tschechiens geführt. Im Kreis Ústí nad Labem / Aussig sind wegen Schneeverwehungen nahe Chomutov / Komutau vier Landstraßen gesperrt worden. Davon betroffen war auch der deutsch-tschechische Grenzübergang Reitzenhain / Hora svatého Šebestiána. Zu Verkehrseinschränkungen kam es auch in der Region Böhmisch-Mährische Höhe, im Kreis Pardubice / Pardubitz sowie im Riesen- und im Adlergebirge. Besonders im Riesengebirge müssen sich Skifahrer und Touristen vor der erhöhten Lawinengefahr in Acht nehmen. Nach den neuerlichen Schneefällen wurde am Montag die dritte der fünf Warnstufen für Lawinengefahr ausgerufen.

Das Wetter:

Am Dienstag ist es in Tschechien bewölkt bis bedeckt, mit Regen- oder Schneeschauern ist zu rechnen. Die Tageshöchsttemperaturen liegen bei 0 bis 4 Grad Celsius.

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