Nachrichten Nachrichten

15-01-2010 20:58 | Christian Rühmkorf

Außenministerium: Tschechien könnte in Haiti Wiederaufbauhilfe leisten

Nach Ansicht der stellvertretenden Außenministerin Bambasová könnte die Tschechische Republik auch beim langfristigen Wiederaufbau des Karibikstaates Haiti aktiv werden. Das sagte die Politikerin am Freitag gegenüber der Presseagentur ČTK. In der ersten Phase sei die finanzielle Hilfe zwar am wichtigsten, aber in den kommenden Wochen und Monaten werde konkrete Aufbauhilfe benötigt. Dazu könne auch Tschechien beitragen, falls die Regierung dem zustimme, sagte Bambasová ohne jedoch einen finanziellen Betrag zu nennen. Das Außenministerium hat bereits fünf Millionen Kronen (rund 190.000 Euro) Soforthilfe bereitgestellt.

Fischer-Regierung empfiehlt Steuererhöhungen, Einsparungen und strengere Kontrollen

Das Kabinett Fischer empfiehlt der Nachfolger-Regierung für die Bewältigung der Wirtschaftskrise unter anderem Steuererhöhungen, Einsparungen sowie strengere Kontrollen der Vergabe staatlicher Aufträge und der Ämter. Das meldete am Freitag die Presseagentur ČTK unter Berufung auf ein aktuelles Regierungs-Dokument. Ziel der vorgeschlagenen Maßnahmen sei die Senkung des Haushaltsdefizits auf unter drei Prozent des Bruttoinlandsproduktes nach dem Jahr 2013. Es handelt sich um die überarbeitete Version eines Dokuments, das im November bereits die Gewerkschaften und die Arbeitgeberverbände abgelehnt hatten. Die Tarifparteien werden erneut am 21. Januar zusammenkommen und über den Regierungsentwurf verhandeln.

Sozialdemokratenchef Paroubek besteht auf weiteren Sozialausgaben

Sozialdemokratenchef Jiří Paroubek hat abermals betont, die im Abgeordnetenhaus vorgeschlagenen Gesetzesentwürfe seiner Partei führten nicht zu einer Erhöhung des Haushaltsdefizits. Das sagte Paroubek am Freitag nach seinem Neujahrs-Treffen mit Premier Fischer. Es sei das Ziel der Sozialdemokraten sowohl das Wirtschaftswachstum anzukurbeln als auch das Haushaltsdefizit zu senken. Premier Fischer hingegen erklärte, alles, was das Defizit erhöhe, sei ein Problem für seine Regierung. Am kommenden Montag werde das Kabinett über drei Varianten beraten. Die linken Parteien hatten vor Weihnachten drei Gesetzesentwürfe im Abgeordnetenhaus durchgesetzt, auf deren Grundlage das Elterngeld erhöht, die Gesundheitsgebühren abgeschafft sowie eine 13. Monatsrente ausgezahlt werden soll.

Am Freitag hat damit Fischer seine Serie von Neujahrs-Treffen mit den Chefs der Parlamentsparteien beendet. Präsident Klaus hatte Anfang Januar nach seiner Unterredung mit Fischer ebenfalls angekündigt kein Gesetz zu unterzeichnen, das die Ausgaben des Staates erhöhe.

BBC: Tschechien ist ein zentrales Transitland für den Frauenhandel

Der britische Sender BBC hat die Tschechische Republik als ein zentrales Transitland für den Frauenhandel bezeichnet. In einer Reportage, die zum Teil mit versteckter Kamera gedreht wurde, kommen vor allem tschechische und slowakische Menschenhändler zu Wort. Gerade Roma-Frauen aus der Slowakei würden immer wieder Opfer von Menschenhandel und Prostitution. Im BBC-Bericht bot unter anderem ein tschechischer Mann einem vermeintlichen britischen Bordellbesitzer zwei Frauen zum Preis von jeweils 3.500 Euro monatlich an. Die Reportage berichtete in diesem Zusammenhang über tausende von Briten, die in Prag Junggesellenabschiede, die so genannten „Stag partys“, feiern. Dieser anhaltende Trend fördere Prostitution und Menschenhandel, hieß es.

Verteidigungsminister Barták ehrt Soldaten aus dem Afghanistaneinsatz

Verteidigungsminister Barták hat am Freitag Angehörige der Spezialeinheit des 5. Kontingents in Prostějov ausgezeichnet. Die Soldaten waren vor wenigen Wochen von ihrem Auslandseinsatz in Afghanistan zurückgekehrt. Barták verlieh zwei Mal das Kreuz für die Verteidigung des Staates sowie acht Mal das Verdienstkreuz des Verteidigungsministeriums. Der Minister lobte Professionalität und Verantwortungsbewusstsein der Soldaten. Sie waren in Afghanistan sowohl als Kampftruppe der Operation „Enduring freedom“ gegen die Taliban eingesetzt als auch bei der Versorgung der dortigen Bevölkerung.

Ende letzten Jahres hatten zwei tschechische Soldaten in Afghanistan für einen Skandal gesorgt, weil sie Wappen von früheren SS-Divisionen an ihren Helmen getragen hatten.

Freiwillige aus Liberec reisen erst in einigen Wochen nach Haiti

Freiwillige der Hilfsorganisation „Hand for Help“ aus Liberec / Reichenberg bereiten sich auf einen Einsatz im Erdbebengebiet in Haiti vor. Entgegen ihrer ursprünglichen Absicht werden sie allerdings erst in einigen Wochen ins Katastrophengebiet reisen. Der für Samstag geplante Abflug eines achtköpfigen Teams mit Spürhunden hat sich wegen der unklaren Situation vor Ort und der Überlastung des Flughafens in der Hauptstadt Port-au-Prince als undurchführbar erwiesen. Stattdessen soll nun ein Team aus Ärzten und Sanitätern samt einem kleinen Feldspital nach Haiti entsandt werden, sagte am Freitag ein Vertreter der Hilfsorganisation.

Tschechen spenden Hunderttausende Euro für Erdbebenopfer in Haiti

Nach dem verheerenden Erdbeben in Haiti verzeichnen die tschechischen Hilfsorganisationen ein hohes Spendenaufkommen. Bei der Organisation „Člověk v tísni“ / „Mensch in Not“, der Charitas und weiteren Hilfseinrichtungen sind bisher zehn Millionen Kronen (knapp 400.000 Euro) eingegangen.

Der Leiter von „Člověk v tísni“, Šimon Pańek, betonte, das Wichtigste für die Bevölkerung in Haiti seien nun sauberes Trinkwasser, Nahrungsmittel, Medikamente und Kleidung. Dafür wolle man das gespendete Geld vorrangig ausgeben.

Polizeistatistik: Mit 832 Opfern gab es die wenigsten Verkehrstoten seit 1990

Im tschechischen Straßenverkehr starben im vergangenen Jahr 832 Menschen. Das ist insgesamt die niedrigste Zahl seit 1990. Diese Angaben machte am Freitag das Polizeipräsidium. Im Jahr 2008 starben im Straßenverkehr noch knapp 1000 Menschen. Der Monat mit den meisten Verkehrstoten war 2009 der Oktober mit 97 Unfallopfern. Der gefährlichste Wochentag war der Samstag. Jedes sechste Opfer starb wegen Alkoholmissbrauchs.

Staatliche Forstverwaltung untersagt wegen Schneemassen das Betreten einiger Wälder

Die staatliche Forstverwaltung „Lesy ČR“ hat das Betreten von Wäldern in der Region Choceň und Rychnov nad Kněžnou untersagt. Aufgrund der Wetterlage bestehe die Gefahr, dass durch Schnee und Eis belastete Äste abbrächen und ganze Bäume umstürzten, hieß es. Die Forstverwaltung warnt ebenso vor dem Betreten anderer Wälder. Besonders gefährlich seien zurzeit Kiefernwälder.

10 Prozent weniger ausländische Touristen im Jahr 2009

Im Jahr 2009 haben rund um 10 Prozent weniger ausländische Touristen in Tschechien übernachtet, als im Jahr zuvor. Dies gaben am Donnerstag das Ministerium für Regionalentwicklung und die staatliche Agentur „Czech Tourism“ bekannt. Am stärksten war der Rückgang mit 17,1 Prozent im ersten Vierteljahr, im zweiten Quartal waren es um 8,7 und im Sommer 6,6 Prozent weniger. Für Oktober bis Dezember liegen noch keine endgültigen Zahlen vor, die Tourismusexperten gehen aber von etwa fünf Prozent weniger Gästenächtigungen aus. Die Auswirkungen der Wirtschaftskrise seien nur mehr gering, der Bädertourismus verzeichne etwa bereits Steigerungen. Das Ausbleiben der ausländischen Gäste würde zudem teilweise durch heimische Touristen kompensiert, die wegen der Krise vermehrt im billigeren Inland urlauben, so ein Vertreter von „Czech Tourism“

Das WETTER am Samstag, 16. Januar 2010

Am Samstag ist es weiterhin überwiegend bedeckt, örtlich zeigt sich zwischendurch die Sonne; vereinzelt leichter Schneefall und gefrierender Nebel. Die Tageshöchsttemperaturen: -4 bis 0 Grad, in 1000 Meter Höhe maximal -5.

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