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01-11-2009 20:21 | Jitka Mládková

Geplanter AKW-Ausbau: die Regierung will bei der Auswahl des Hauptlieferanten mitentscheiden

Die Regierung muss als Majoritätsinhaber des größten Stromproduzenten Tschechiens, der Firma ČEZ, einen „enormen“ Einfluss auf deren Entscheidung über die Auswahl des Hauptlieferanten beim geplanten Ausbau des Atomkraftwerks Temelín und dem Bau von weiteren drei Atomkraftblöcken in Tschechien und der Slowakei haben. Das sagte am Sonntag in der Politdebatte des Tschechischen Fernsehens Vizepremier Martin Barták. Ihm zufolge wird sich die Regierung in absehbarer Zeit in hohem Maße an diesem Prozess beteiligen. Nach vorläufigen Schätzungen wird sich das Volumen der vorgesehenen Investitionen bei der Planumsetzung auf etwa 500 Milliarden Kronen, rund 20 Milliarden Euro, belaufen.

Tschechische Fluggesellschaft ČSA beginnt mit Gehälterkürzungen bei der Belegschaft

Die finanziellen Verluste der tschechischen Fluggesellschaft ČSA könnten im kommenden Jahr die Höhe von 400 Millionen Kronen, rund 16 Millionen Euro erreichen. Das sagte am Sonntag ČSA-Präsident Miroslav Dvořák im Tschechischen Fernsehen. Im Jahr 2011 erwarte er wieder schwarze Zahlen. Der neue Vorstand der größten tschechischen Fluggesellschaft, die derzeit mit großen finanziellen Problemen zu kämpfen hat, stellte vor 10 Tagen einen Plan zur Stabilisierung der Firma vor. Von den 4600 Beschäftigten der ČSA sollen 860 entlassen werden. Am 1. November hat das Unternehmen mit der angekündigten Gehälterkürzung bei dem Personal begonnen. Das Einkommen der Piloten ist von nun an um 30 Prozent, bei den Stewarts und Stewardess um 15 Prozent und bei den restlichen Berufsgruppen zehn Prozent niedriger.

Vizepremier Barták dementiert Informationen über Vladimír Dlouhý als möglichen EU-Kommissar

Vizepremier Martin Barták hat heute die Information, nach der die Regierung ihren Favoriten für die Kandidatur als EU-Kommissar Tschechiens Gefunden habe, als eine Spekulation bezeichnet. Das Kabinett habe bisher keinen eigenen Kandidaten, habe aber vor, in den kommenden zwei Wochen über seine Auswahl zu verhandeln, sagte Barták im Tschechischen Fernsehen. Unter Berufung auf ungenannte Quellen im Regierungsamt informierte am Samstag die Tageszeitung „Lidové noviny“, dass sich Fischer den ehemaligen Industrie- und Handelsminister Vladimír Dlouhý als Kandidaten für diese Funktion wünschen würde.

Gesetzesnovelle über Stiftungen wird der Regierung vorgelegt

Eines der Themen, mit dem sich die Regierung am Montag befassen wird, ist die Gesetzesnovelle über Stiftungen und Stiftungsfonds. Der Entwurf, den der Minister für Menschenrechte, Michael Kocáb, dem Kabinett vorlegen wird, beinhaltet neue Regelungen, mit deren Hilfe die Nonprofit-Organisationen die derzeitige Wirtschaftskrise überleben könnten. Das bisher gültige Gesetz über Stiftungen ist 12 Jahre alt.

Münchner Kammerspiele mit Kafkas „Prozess“ in Prag

Am Sonntagabend haben sich die Münchner Kammerspiele mit der mehrfach preisgekrönten Inszenierung von Franz Kafkas Roman „Der Prozess“ in der tschechischen Hauptstadt vorgestellt. Damit hat der 14. Jahrgang des „Prager Theaterfestivals deutscher Sprache“ begonnen. Am Montag steht auf seinem Programm ein Stück über das Leben der vietnamesischen Minderheit mit möglicher Bezugnahme auf das Milieu sowohl der deutschen als auch der tschechischen Gesellschaft. Mit dem Stück kommt nach Prag das deutsch-schweizerische Ensemble „Rimini Protokoll“. Die traditionelle Prager Leistungsschau mit Theaterbühnen aus dem gesamten deutschen Sprachraum findet bis zum 8. November statt.

Tschechische Hauptstadt feiert in kommenden zwei Wochen 20. Jahrestag der Samtenen Revolution

Aus Anlass des Jubiläumsjahres der so genannten Samtenen Revolution werden in den kommenden zwei Wochen landesweit Musikveranstaltungen stattfinden. An die Ereignisse in Prag vor genau 20 Jahren soll ein Konzert erinnern, das am 17. November auf der Národní-Straße, dem authentischen Ort stattfinden wird, an dem viele der 1989 gegen das Regime protestierenden Stundenten brutal von der Polizei verprügelt wurden. Schon am 3. November werden im Prager Theater „Archa“ unter anderem legendär gewordene Sänger des tschechischen und polnischen Undergrounds der 80er Jahre auftreten. Als Anlass gilt das 20. Jubiläum des Festivals der alternativen tschechoslowakischen Kultur, das von 3. bis 5. November 1989 im polnischen Wroclaw/Breslau veranstaltet wurde.

Neue Fahrradtrasse im westböhmisch-bayrischen Grenzgebiet geplant

Eine neue 44 Kilometer lange Fahrradtrasse soll die westböhmische Stadt Aš/Asch und damit die Region von Cheb/Eger auf der tschechischen Seite mit den deutschen Städten Selb und Wunsiedel verbinden. Das grenzüberschreitende Projekt soll in den Jahren 2011 und 2013 umgesetzt werden. Als Bedingung gilt die Erwerbung einer Subvention aus dem EU-Programm „Ziel 3“.

Touristen entdecken ehemaliges „Niemandsland“ im Böhmerwald

Auch 20 Jahre nach dem Fall des Eisernen Vorhangs entdecken immer mehr Touristen das früher unzugängliche Grenzgebiet Südböhmens. Der größte Magnet ist die wilde Natur, in der die Vorgänge fast ein halbes Jahrhundert lang ungestört von Menschen ablaufen konnten. Das Interesse der Besucher erweckt auch das Schicksal von den dort nicht mehr existierenden Gemeinden. Von einer neuen Besiedlung der dortigen Gebiete kann aber nach Meinung von Ondřej Matějka, Leiter der Bürgerinitiative „Antikomplex“ keine Rede sein. Als einen bemerkenswerten Versuch um die Wiederbelebung der Region bezeichnete er im Gespräch mit der Nachrichtenagentur ČTK drei neue Häuser, die in Pohoří na Šumavě, dem südlichsten Gebietszipfel der Tschechischen Republik im Böhmerwald, gebaut wurden.

Das Wetter am Montag, den 2.11.09:

Am Montag ist es in Tschechien überwiegend bedeckt mit Regenfällen, am Nachmittag mit gelegentlichen Regenschauern. Im östlichen Teil des Landes bewölkt. Die Tageshöchsttemperaturen: 3 bis 7 Grad Celsius.

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