Nachrichten Nachrichten

28-09-2008 20:00 | Martina Schneibergová

Militärspionage wird BIS-Bericht über Aktivitäten russischer Geheimdienste in Tschechien bestätigen

Die tschechische Militärspionage wird in ihrem Jahresbericht die Informationen des tschechischen Nachrichtendienstes (BIS) darüber bestätigen, dass sich die russischen Agenten im vergangenen Jahr bemühten, die öffentliche Meinung in Tschechien gegen die Stationierung eines US-amerikanischen Raketenabwehrradars zu lenken. Dies sagte der stellvertretende Verteidigungsminister Martin Barták am Sonntag im Tschechischen Fernsehen. Der Jahresbericht wird Barták zufolge von der Militärspionage morgen veröffentlicht. Der BIS sowie die Militärspionage verhinderten, so der Politiker, aktiv, dass russische Agenten Grundstücke rund um das Militärgelände Brdy aufkaufen, wo die Raketenabwehranlage stehen soll. Der BIS informierte in seinem Bericht am Donnerstag darüber, dass russische Geheimdienste voriges Jahr versuchten, tschechische Politiker und Medien zu kontaktieren und zu beeinflussen, um den Widerstand der tschechischen Öffentlichkeit gegen die Stationierung der Radaranlage zu steigern. BIS zufolge können die russischen Aktivitäten Bestandteil der langfristigen Kampagne Russlands mit dem Ziel sein, die Integrität der EU und der Nato zu verletzen und die USA zu isolieren.

Treffen der Chefs der Geheimdienste mit Abgeordneten wird nach den Landkreiswahlen einberufen

Das Treffen der Chefs der tschechischen Geheimdienste mit dem Verteidigungsausschuss des Abgeordnetenhauses wird am 1. Oktober nicht stattfinden. Der Vorsitzende des Ausschusses, der Bürgerdemokrat Jan Vidím, stornierte das geplante Treffen. Er erklärte, es störe ihn die Verbindung der Sicherheitsfragen mit den Landkreiswahlen. Vidíms Entscheidung begrüßte der Sicherheitsexperte der oppositionellen Sozialdemokraten, Jeroným Tejc. Vidím lud die Chefs der Geheimdienst zur Tagung des Ausschusses aus dem Grund ein, um die Informationen über die Aktivitäten der russischen Agenten in Tschechien im Zusammenhang mit der geplanten Stationierung der US-amerikanischen Radaranlage in Tschechien zu besprechen. Vidím beabsichtigt, die Chefs der Geheimdienste in einem späteren Termin einzuladen.

Außenminister Schwarzenberg kritisierte in der Uno Russland wegen der Invasion nach Georgien

Der tschechische Außenminister Karel Schwarzenberg hat in der Nacht auf Sonntag der UN-Vollversammlung in New York die russische Invasion nach Georgien kritisiert. Russlands Eingriff verglich er mit dem Vorgehen der Kolonialmächte. Er sprach sich zudem für die Entsendung einer internationalen Mission nach Georgien aus. Die Weltöffentlichkeit sei, so Schwarzenberg, Zeuge „systematischer Provokationen und schließlich einer Militäraggression eines mächtigen Landes, das ständiges Mitglied des Un-Sicherheitsrats ist, gegenüber seinem kleinen Nachbarland“ gewesen. Das Ziel sei, so der Außenminister, gewesen, Georgien zu teilen und zwei Regionen Georgiens von Moskau abhängig zu machen. Schwarzenberg erklärte auf der UN-Vollversammlung, dass Tschechien eine internationale Konferenz zur Unterstützung Georgiens initiierte, das nächsten Monat in Brüssel stattfinden soll.

Schwarzenberg ist durch Obamas Zustimmung zum Raketenabwehrsystem nicht überrascht

Die Zustimmung des demokratischen Präsidentschaftskandidaten Barack Obama zur Errichtung des US-amerikanischen Raketenabwehrsystems hat den tschechischen Außenminister Karel Schwarzenberg nicht überrascht. Der Außenminister ist zudem der Meinung, dass es im Falle des Raketenabwehrschilds, dessen Bestandteil auch die geplante Radaranlage in Tschechien sein soll, um keine politischen Interessen geht. Er meine, so der Minister, dass es sich nicht um die Interessen der Demokraten oder der Republikaner oder eines Präsidentschaftskandidaten handelt, sondern um die Sicherheit des Westens und der USA. Dies sagte Schwarzenberg gegenüber den tschechischen Medien in New York, wo er an der UN-Vollversammlung teilnimmt.

Havel verteidigte in London den Raketenabwehrradar

Der tschechische Ex-Präsident Václav Havel hat am Samstag in London die Errichtung der amerikanischen Radaranlage in Tschechien verteidigt. Havel begründete es mit den Verpflichtungen des Verbündeten gegenüber den USA und der Dankbarkeit dafür, was die USA für die Tschechen getan hatten. Havel debattierte in der Britischen Bibliothek über sein Buch „Bitte kurz fassen“, das in Englisch erschien. Die Diskussion betraf vor allem Havels Tätigkeit im Präsidentenamt. Der Ex-Präsident erklärte unter anderem, dass sich Tschechien beim ihrem Nato-Beitritt verpflichtete, bestimmte Werte zu verteidigen. „Es wäre angebracht, dass wir uns zu den Verbündeten wie zu Verbündeten verhalten, “ sagte Havel. Er fügte hinzu, dass Tschechien den USA vieles verdankt, darunter auch die Existenz des tschechischen Staates. „Wenn die USA einmal etwas Kleines wollen, womit die Verpflichtung eines Verbündeten erfüllt werden kann, machen wir Umstände damit“, erklärte Havel und bemerkte, diese Haltung sei ihm aus moralischer und psychologischer Sicht sehr unsympathisch.

In Tschechien wurde St. Wenzel-Tag begangen

Am Sonntag, dem Tag der tschechischen Staatlichkeit, ist in ganz Tschechien der St. Wenzel-Tag begangen worden. In Prag sowie in weiteren Städten wurden Gottesdienste zelebriert und es wurden Konzerte zu Ehren des böhmischen Landespatrons, des heiligen Wenzel veranstaltet. In Prag weihte Kardinal Miloslav Vlk den erneuerten St. Wenzel-Weinberg. Der älteste Weinberg in Böhmen erstreckt sich über der alten Schlosstreppe bei der Prager Burg.

Klaus reist zu Arbeitsbesuch in die USA

Präsident Václav Klaus reist am Montagmorgen zu Arbeitsbesuch in die USA. Er wird Portland, Seattle und Phoenix besuchen. In Portland wird er an der Präsentation seines Buchs „Blauer Planet in grünen Fesseln“ teilnehmen und mit einigen Politikern und Unternehmern zusammentreffen. In Seattle wird Klaus von Washington Policy Center den Columbia Award übernehmen. In Phoenix wird Klaus mit dem Barry-Goldwater-Freiheitspreis ausgezeichnet. Der Preis, der nach dem ehemaligen Republikanersenator Barry Goldwater benannt wurde, wird seit 1993 vom Goldwater-Institut für den Beitrag zur Entwicklung der Freiheit verliehen.

In Kladno demonstrierten Nationalisten

Rund 300 Nationalisten haben am Sonntag an einer angekündigten St. Wenzel-Manifestation teilgenommen. Die Demonstration wurde von der Arbeiterpartei und den so genannten „Autonomen Nationalisten“ einberufen. Die Versammlung verwandelte sich in ein Wahlmeeting der Arbeiterpartei. Ihr Parteichef Tomáš Vandas erinnerte an die Verurteilung einiger Parteimitglieder zu Strafen auf Bewährung für ihre im Internet veröffentlichten Artikel.

Fotokopie des Münchner Abkommens wird im Internet veröffentlicht

Die Geschichtsliebhaber können zum ersten Mal den vollständigen Text des Münchner Abkommens im Internet besichtigen. Eine Fotokopie des Originalabkommens wird nächste Woche anlässlich des 70. Jahrestags der Eröffnung der Münchner Konferenz im Internet veröffentlicht. Darüber informierte Jan Němeček vom Historischen Institut der Tschechischen Akademie der Wissenschaften. Die Fotokopie des Abkommens kann man ab Montag auf den Webseiten des Instituts www.hiu.cas.cz besichtigen. Das Originalabkommen soll ab 28. Oktober im Prager Nationalmuseum ausgestellt werden.

In vielen Prag Stadtteilen werden Mietpreise erhöht

In der Mehrheit der Prager Bezirke werden ab Januar 2009 bereits zum dritten Mal die Mietpreise erhöht. Für ein Quadratmeter bezahlen damit die Prager im Durchschnitt 60 – 90 Kronen (2,4 – 3,6 Euro). Dies geht aus einer Umfrage, die von der Nachrichtenagentur ČTK durchgeführt wurde. Die höchsten Meten werden die bewohner in den Stadtteilen Bubeneč, Břevnov, Dejvice und Střešovice, wo ein Quadratmeter über 95 Kronen kosten wird.

Prager Malostranská beseda hat wieder drei Türme

Auf das Gebäude von Malostranská beseda auf dem Kleinseitner Ring in Prag wurden drei Türme wieder installiert, um die das Gebäude vor fast 200 Jahren gekommen ist. Das ehemalige Rathaus der Kleineren Prager Stadt sieht wieder so wie im 17. Jahrhundert aus. Der letzte mittlere Turm mit einem Kupferhelm wurde am Sonntag bei Musikbegleitung mit einem Kran auf das Haus hoch gehoben. In den mittleren Turm wurden verschiedene Dokumente für die nächsten Generationen gelegt. Die Urkunden unterzeichneten am Ort der Prager Oberbürgermeister Pavel Bém und der Bürgermeister des ersten Prager Stadtbezirks Petr Hejma. Die ursprünglichen Renaissancetürme wurden wegen ihres schlechten Zustands 1828 abgetragen.

Standing Ovations für Leonard Cohen in Prag

Mit Standing Ovations belohnte die ausverkaufte Prager Halle Tesla Arena am Samstagabend den kanadischen Liedermacher und Dichter Leonard Cohen. Der 74jährige Musiker stellte während seines mehr als drei Stunden dauernden Konzerts sein langjähriges Schaffen vor. Das Publikum reagierte auf die Mehrheit der Kompositionen bereits bei den ersten Tönen mit Beifall. Viele Konzertbesucher sangen die Lieder mit. Unter den zahlreichen Zugaben war auch das bekannte Lied Sisters Of Mercy. Das erste Konzert des berühmten Komponisten, Dichters und Sängers in Prag war lange im Voraus ausverkauft. Aus Tschechien reist Cohen weiter nach Breslau, wo er morgen ein Konzert hat.

Schriftsteller Adolf Branald ist gestorben

Im Alter von 97 Jahren ist am Sonntag in Prag der bekannte tschechische Schriftsteller und Dramatiker Adolf Branald gestorben. Zu seinen populärsten Werken gehören Dědeček automobil (Großväterchen Automobil) und Pozor, vizita (Achtung, Visite), die auch verfilmt wurden.

Das Wetter

Am Montag wird es in Tschechien heiter bis bewölkt sein, die Tageshöchsttemperaturen liegen zwischen 15 und 19 Grad Celsius.

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