Nachrichten Nachrichten

12-11-2007 20:15 | Christian Rühmkorf

Präsident Klaus: US-Raketenabwehrradar in Tschechien kommt

Der tschechische Präsident Vaclav Klaus ist überzeugt, dass das US-amerikanische Raketenabwehrradar in Tschechien installiert wird. Das sagte Vaclav Klaus am Montag gegenüber dem britischen Sender BBC. Nach Ansicht von Klaus sei es ein Ausdruck für die Verbundenheit der Tschechischen Republik mit den USA, diese Pläne zu akzeptieren. Die Zusammenarbeit beider Länder sei wichtiger als die Frage, wann der Iran oder ein anderes Land über wirksame Raketen verfüge, sagte Klaus. Darüber hinaus sprach sich der tschechische Präsident für eine Beteiligung der Nato an der Raketenabwehr aus. Eine Zusammenarbeit mit der Nato sei förderlich die Diskussion und die Akzeptanz dieser Pläne in Tschechien, sagte Klaus.

Der tschechische Präsident äußerte sich auch zum neuen EU-Vertrag. Dieser sei im Grundsatz das gleiche wie das nicht erfolgreiche Projekt der EU-Verfassung. Ein Referendum über die Annahme des Vertrags sehe er aber kritisch, da der Sachverhalt für die Bürger zu komplex sei. Eine Beteiligung Tschechiens am Prozess der Europäischen Integration halte er aber für unerlässlich, sagte Klaus.

Prag: Rechtsradikale wollen am Samstag wieder demonstrieren

Rechtsradikale wollen am kommenden Samstag eine weitere Demonstration auf dem Palacky-Platz in Prag veranstalten. Die Initiatoren kündigen auf ihrer Webseite www.nacionaliste.com an, dass es sich dabei um „ein letztes Geleit für das freie Wort“ handeln werde. Sie verweisen dabei auf das Verbot ihres Aufmarsches im jüdischen Viertel in Prag am vergangenen Samstag, dem Jahrestag der Reichspogromnacht von 1938. Versammlungen auf dem Palacky-Platz müssen nicht angekündigt werden, da der Magistrat den Platz bereits früher in Anlehnung an den Londoner Hydepark zu einem Ort der Rede- und Versammlungsfreiheit erklärt hat. Oberbürgermeister Pavel Bem sagte, er wolle die weitere Entwicklung verfolgen. Die Rechtsextremisten hatten am Samstag trotz behördlichen Verbotes versucht, durch das ehemalige jüdische Viertel in Prag zu ziehen. Dabei kam es zu Zusammenstößen mit Gruppen von Anarchisten.

Sechs Extremisten der Ausschreitungen vom Samstag droht eine Anklage

Sechs von den fast 400 Extremisten, die am Samstag in Prag in Polizeigewahrsam genommen wurden, droht eine Anklage. Dabei handle es sich um fünf Anarchisten sowie den Sprecher der rechtsextremen Vereinigung „Nationaler Widerstand“, Petr Kalinovsky. Das sagte am Montag der Prager Polizeipräsident Petr Zelasko gegenüber der Presseagentur CTK. Kalinovsky habe in der Nähe der Juristischen Fakultät mit einer Gaspistole geschossen. Den Anarchisten würde Landfriedensbruch sowie Angriffe auf die Polizei vorgeworfen, sagte Zelasko. Die Rechtsextremisten hatten trotz behördlichen Verbotes versucht, am Jahrestag der Reichspogromnacht von 1938 durch das ehemalige Prager Jüdische Viertel zu ziehen. Nach Berichten der Presseagentur CTK waren auch zwei Busse mit deutschen Neonazis nach Prag gekommen.

Senator Stetina: BIS hat Diskreditierungskampagne gegen ehemaligen BIS-Offizier Vladimir Hucin geführt

Der tschechische Nachrichtendienst BIS hat vor acht Jahren eine gezielte Diskreditierungskampagne gegen den ehemaligen BIS-Offizier Vladimir Hucin geführt. Das sagte Senator Jaromir Stetina am Montag gegenüber Journalisten. Diese Kampagne sei auf Anweisung der damaligen sozialdemokratischen Regierung in Gang gesetzt worden, um Hucin zu vernichten. Dabei habe der Nachrichtendienst mit der Staatsanwaltschaft in Prerov sowie mit der Polizei zusammengearbeitet. Stetina berief sich auf Aussagen des Kreisrichters Anton Buchen, der im vergangenen Jahr Vladimir Hucin freigesprochen hatte. Nach Aussagen Stetinas befasste sich Hucin damals mit dem Linksextremismus und sammelte beweise über Kontakte der sozialdemokratischen sowie der kommunistischen Partei mit Vertretern des früheren kommunistischen Regime und seiner Geheimpolizei StB. Der Vorsitzende der Parlamentskommission zur Kontrolle des BIS, Jeronym Tejc, wies die Vorwürfe Stetinas als lächerlich zurück.

Tschechische Schweinezüchter fordern finanzielle Zuschüsse vom Ministerium

Tschechische Schweinezüchter fordern vom Landwirtschaftsministerium finanzielle Zuschüsse in Höhe von 2,50 Kronen (knapp 10 Euro-Cent) pro Kilogramm Fleisch Lebendgewicht. Die Unterstützung soll die niedrigen Marktpreise sowie die gestiegenen Ausgaben bei der Zucht ausgleichen, wie am Montag der Präsident der Landwirtschaftskammer, Jan Veleba, gegenüber Journalisten sagte. Andernfalls werde es unter anderem zu einer Einschränkung der Produktion und infolgedessen zu einer weiteren Preissteigerung kommen, sagte Veleba. Die Nachbarstaaten hätten bereits vergleichbare Maßnahmen ergriffen. Die Landwirte planen für den 23. November eine Demonstration vor dem Landwirtschaftsministerium. In der jetzigen Situation gebe es keine Alternative mehr, sagte Jaroslav Hajda vom tschechischen Schweinezüchterverband.

Prager deutsches Theaterfestival: Brandauer liest Shakespeare

Mit einem „Konzert für vier Hände und einen Schauspieler“ hat sich am Sonntag im Rahmen des Prager deutschsprachigen Theaterfestivals Klaus Maria Brandauer dem Prager Publikum vorgestellt. Seine szenische Lesung aus Shakespeares Sommernachtstraum wurde am Klavier von Andreas Grau und Götz Schuhmacher begleitet. Klaus Maria Brandauer gilt als einer der international renommiertesten deutschsprachigen Schauspieler. Bei dem Prager Theaterfestival war er bereits mehrfach zu Gast. Wie Festivalleiterin Jitka Jilkova angab, habe Brandauer auch diesmal auf sein Honorar verzichtet.

Weiterhin Verkehrsbehinderungen durch Schneefälle

Schnee behindert auch weiterhin in weiten Teilen des Landes den Verkehr. In Nord- und Ostböhmen sind in der Nacht bis zu zwanzig Zentimeter Neuschnee gefallen. Viele Bäume sind unter der Schneelast umgestürzt; Feuerwehr und Straßendienste mussten wegen Unfällen und Schneebruch zu zahlreichen Einsätzen ausrücken. Probleme meldet auch die Tschechische Bahn. In Nordböhmen mussten zwei Trassen gesperrt werden. In der Region Trutnov kam der Verkehr am Morgen für zwei Stunden zum Erliegen. Weil umgestürzte Bäume sowohl Gleise wie auch Straßen blockiert hatten, habe auch kein Ersatzverkehr eingerichtet werden können, gab ein Bahnsprecher an. Bereits am Wochenende war es nach starken Schneefällen zu massiven Verkehrsbehinderungen in großen Teilen des Landes gekommen.

Montag und Dienstag bis zu 15 Zentimeter Neuschnee

Montag und Dienstag soll es vor allem in den Bergen bis zu 15 Zentimeter Neuschnee geben, wie das Tschechische Hydrometeorologische Institut meldet. Aufgrund des frischen bis starken Windes vor allem in den höheren Regionen kommt es zu Schneeverwehungen. Schneien soll es auch am Mittwoch und Donnerstag.

Eisschnelllauf: Sablikova startet souverän in neue Weltcup-Saison

Die tschechische Eisschnellläuferin Martina Sablikova ist trotz Verletzungsproblemen mit einem souveränen Sieg in die neue Weltcup-Saison gestartet. Auf 3000 Meter setzte sich Sablikova am Sonntag in Salt Lake City mit 3:57,98 Minuten klar gegen die Kanadierin Cindy Klassen durch, die sich mit 1,39 Sekunden Rückstand mit Platz zwei zufrieden geben musste. Bei Vorbereitungen auf den Wettkampf war Sablikova in der vergangenen Woche in Calgary gestürzt und hatte sich beim Aufprall an die Bande eine Verletzung am Arm zugezogen. In Salt Lake City hatte die zweifache Weltmeisterin daher auf die Starts über 1000 und 1500 Meter verzichtet.

Das Wetter

Am Dienstag bleibt es weiterhin bedeckt, es fällt Schnee oder Schneeregen. Die Temperaturen erreichen maximal 4 Grad Celsius, in den Höhenlagen bleiben sie unter dem Gefrierpunkt.

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