Nachrichten Nachrichten

21-09-2007 20:07 | Thomas Kirschner

Verhandlungen um Erhöhung der Arztgebühren gescheitert

Ärztevertreter und Krankenversicherungen haben sich am Freitag nicht auf eine neue Gebührenordnung für das kommende Jahr einigen können. Die Verhandlungen sind damit gescheitert. Die von den Krankenversicherungen angebotene Erhöhung der Gebührensätze für niedergelassene Ärzte war vor allem von Ambulanzärzten angegriffen worden. Insgesamt forderten aber alle Ärztegruppen deutliche stärkere Erhöhungen als die Krankenkassen angeboten hatten. Erst am Mittwoch waren die niedergelassenen Ärzte im ganzen Land in einen eintägigen Streik getreten. Über die neue Gebührenordnung muss nun innerhalb von 60 Tagen das Gesundheitsministerium entscheiden.

Havel weist Spekulationen um Präsidentschaftskandidatur zurück

Der ehemalige tschechische Präsident Vaclav Havel hat Spekulationen zurückgewiesen, er wolle sich erneut um das Präsidentenamt bewerben. Ein Sprecher Havels verwies darauf, dass Havel schon mehrfach deutlich gemacht habe, nach 13 Amtsjahren als Präsident keine Ambitionen mehr auf das höchste Staatsamt zu haben. Die Spekulationen hängen mit der Ankündigung der Sozialdemokraten zusammen, in Kürze eine herausragende Persönlichkeit als Kandidaten für die im Frühjahr anstehende Präsidentschaftswahl präsentieren zu wollen. In den Medien wird als möglicher Kandidat auch der Präsident des Verfassungsgerichtes, Pavel Rychetsky, gehandelt. Bislang hat nur Amtsinhaber Vaclav Klaus seine Kandidatur offiziell angemeldet.

Visegrad-Treffen: Tschechien und die Slowakei bekräftigen Festhalten an Benes-Dekreten

Die Präsidenten von Tschechien und er Slowakei, Vaclav Klaus und Ivan Gasparovic, haben am Freitag im ungarischen Plattensee-Kurort Keszthely bekräftigt, dass die umstrittenen Benes-Dekrete nicht zurückgenommen werden. Anlass war ein turnusmäßiges Treffen der sogenannten Visegrad-Gruppe, zu der noch Polen und Ungarn gehören. Am Vortag hatte das slowakische Parlament beschlossen, dass die Benes-Dekrete, in deren Folge Ungarn und Deutsche nach dem Zweiten Weltkrieg aus der damaligen Tschechoslowakei vertrieben wurden, "unantastbar" bleiben. Dies war in Budapest scharf kritisiert worden. Präsident Vaclav Klaus sagte, er verstehe die slowakische Entscheidung, zumal das tschechische Parlament 2002 ähnlich entschieden habe. Er betonte zugleich, dass sich die Dekrete nur auf die Vergangenheit bezögen und jetzt keinen neuen Rechtstatbestand schüfen.

Auf dem Treffen berieten die Staatspräsidenten unter anderem über die Ausweitung der Schengen-Zone. Tschechien will am 1. Januar 2008 dieser Zone beitreten. Darüber sollen die EU-Justiz- und Innenminister im Dezember dieses Jahres entscheiden.

"Tschechischer Rat für Opfer des Nationalsozialismus" kritisiert Entschädigungsausschluss tschechische Zwangsarbeiter in Ghettos

Der Stiftungsfonds "Tschechischer Rat für Opfer des Nationalsozialismus" (CRON) kritisiert, dass die deutsche Bundesregierung tschechische Zwangsarbeiter in jüdischen Ghettos von den Entschädigungszahlungen ausschließt. Das meldet am Freitag die Presseagentur CTK. Der Rat reagiere damit auf eine Verlautbarung der Bundesregierung vom Mittwoch, nach der das Leiden der Zwangsarbeiter in Ghettos allgemein anerkannt werde, Entschädigung aber nur Opfern auf dem Gebiet des nationalsozialistischen Deutschland zustünde. Tschechische Opfer hätten damit wahrscheinlich keinen Anspruch. Laut Ratsmitglied Martin Thiel sei die Richtlinie unklar und restriktiv.

Havel-Premiere im Theater Na Vinohradech

Das neue Theaterstück von Expräsident Vaclav Havel "Odchazeni / Der Abgang" wird seine Uraufführung am Prager Theater Na vinohradech erleben. Wie die von Havel beauftragte Agentur angab, seien am Freitag die entsprechenden Verträge unterzeichnet worden. Die Hauptrolle wird Havels Ehefrau, die Schauspielerin Dagmar Havlova, spielen. Damit findet ein langes Tauziehen um die Premiere des Stückes sein Ende. Unter anderem an Besetzungsfragen war ein Übereinkommen mit dem Nationaltheater gescheitert. Das Stück, das den Abgang eines alternden Politikers thematisiert, soll voraussichtlich Ende Mai erstmals aufgeführt werden.

Gesundheitsexperte ruft zu verstärkter Grippeimpfung auf

Die Tschechen sollten sich in weit größerem Umfang als bislang gegen Grippe impfen lassen. Dazu hat der Leiter des tschechischen Hygiene-Institutes Michael Vit aufgerufen. Die Impfung sei die bei weitem wirksamste Grippe-Vorbeugung sagte Vit und versicherte, dass ausreichend Impfstoff zur Verfügung stehe. Bei der letzten Grippe-Epidemie waren mehr als eine Million Tschechen an dem Virus erkrankt; jährlich sterben mehr als 2000 Menschen in Tschechien an Komplikationen im Zusammenhang mit einer Grippe-Erkrankung.

Ein Toter bei Unfall mit Tanklastzug

Bei einem Unfall zwischen zwei Personenwagen und einem Tanklastzug ist am Freitag unweit der südmährischen Stadt Kyjov ein 39-jähriger Autofahrer getötet und seine 19-jährige Beifahrerin schwer verletzt worden. Bei dem Tanklastzug floss etwa die Hälfte der Ladung von 20.000 Litern Biodiesel aus. Die Feuerwehr musste mit Spezialtechnik eingreifen. Nach Angaben der Polizei war der tödlich verunglückte Fahrer beim Versuch, dem plötzlich bremsenden Vordermann auszuweichen, in den Gegenverkehr geraten und dort mit dem Tanklastzug frontal zusammengestoßen.

Tschechien schickt Menzel-Film ins Oskar-Rennen

Die Tschechische Film- und Fernsehakademie schickt den Film "Ich habe den englischen König bedient" von Regisseur Jiri Menzel ins Rennen um eine Oskar-Nominierung in der Kategorie "Bester fremdsprachiger Film". Das sagte am Freitag der Geschäftsführer der Akademie, Martin Sprinc, gegenüber der Presseagentur CTK. Den zweiten und dritten Platz belegten die Filme "Tajnosti" von Alice Nellis und "Vratne lahve" von Kolja-Regisseur Jan Sverak. Die Oskar-Nominierungen werden am 22. Januar in den USA bekannt gegeben. Der Menzel-Streifen hatte bereits bei der Berlinale den Preis der Filmkritiker erhalten.

Das Wetter

Das Wochenende beginnt in Tschechien heiter bis sonnig und es wird nochmals etwas wärmer. Die Tageshöchsttemperaturen steigen auf 18 bis 22 Grad Celsius.

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