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- Frankreich, Schweden und Tschechien: Priorität ist die EU-Reform
- Senat unterstützt Gesetz zum Verbot der nationalsozialistischen und kommunistischen Propaganda
- Stromversorger CEZ kündigt 14-prozentige Preissteigerung an
Frankreich, Schweden und Tschechien: Priorität ist die EU-Reform
Frankreich, Schweden und Tschechien haben am Donnerstag in Prag die Vorbereitungen auf den EU-Vorsitz offiziell gestartet, den sie in den Jahren 2008-2009 innehaben werden. Der tschechische Vizepremier und Minister für die Angelegenheiten der EU, Alexandr Vondra, hat nach dem Treffen mit seinen Amtskollegen erklärt, die Priorität des gemeinsamen achtzehnmonatigen Programms für den EU-Vorsitz soll eine Reform der EU sein. Vondra und der tschechische Außenminister Karel Schwarzenberg haben sich darüber mit dem französischen Staatssekretär für EU-Angelegenheiten, Jean-Pierre Joyet, dem schwedischen Außenminister Carl Bildt und der schwedischen Ministerin für EU-Angelegenheiten, Cecilia Malmström, geeinigt.
Senat unterstützt Gesetz zum Verbot der nationalsozialistischen und kommunistischen Propaganda
Der Senat des tschechischen Parlaments hat am Donnerstag den Gesetzentwurf unterstützt, mit dem nicht nur die nationalsozialistische Propaganda, sondern auch die Propagierung der kommunistischen Bewegung und der kommunistischen Symbole verboten werden, wie Sichel und Hammer oder der rote Stern. Deren Nutzung könnte mit Freiheitsentzug bestraft werden. Der novellierte Gesetzentwurf wird jetzt von Senatsausschüssen erörtert. Senator Jaromir Stetina, der für die Grünen gewählt wurde, zitierte Namen vieler bekannter Persönlichkeiten, die die Petition "Heben wir die Kommunisten auf" unterzeichnet haben. Die 74.000 tschechischen Bürger, die die Petition unterschrieben, erinnern Stetina zufolge daran, dass die Kommunisten versuchen, wieder an die Macht zu kommen. Die Kommunisten hätten, so der Senator, weder mit Reue oder mit Entschuldigung dazu beigetragen, dass das tschechische Volk die kommunistische Vergangenheit bewältigt. Der bürgerdemokratische Senator Josef Pavlata sagte, der Kommunismus sei ein großes Übel. Es ist wahrscheinlich das größte Übel, das wir hier kennen gelernt konnten, sagte Pavlata.
Senat will 1. Mai in "Tag des Frühlings und der Arbeit" umbenennen
Der konservativ dominierte tschechische Senat hat sich am Mittwoch dafür ausgesprochen, die Bezeichnung des Maifeiertags zu ändern. Aus dem "Tag der Arbeit" soll demnach der "Tag des Frühlings und der Arbeit werden". Zugleich soll der Weltfrauentag am 8. März aus dem offiziellen Verzeichnis der Gedenktage gestrichen und durch den Muttertag am zweiten Maisonntag ersetzt werden. Gegen die Änderungen stellen sich vor allem die linken Parlamentarier. Die ODS-Fraktion versteht dagegen die Umbenennung des Maifeiertags als Kompromissvorschlag, der der Profanisierung des ersten Mais entgegen treten solle. Die Vorschläge stehen erst am Anfang des Gesetzgebungsprozesses.
Factum Invenio: Mehrheit der Bevölkerung befürchtet negative Folgen der Reform
Die Reform der öffentlichen Haushalte wird nach Meinung der Mehrheit der Bevölkerung einen negativen Einfluss auf deren Leben haben. Dies geht aus einer von der Gesellschaft Factum Invenio durchgeführten Umfrage hervor. Mehr als die Hälfte der Bewohner ist demzufolge der Meinung, dass der gebilligte Reformentwurf keine Stabilisierung der öffentlichen Finanzen bewirken wird.
In Prag findet ökumenisches Treffen von Bischöfen statt
In Prag hat am Donnerstag ein internationales ökumenisches Treffen der Bischöfe begonnen. Das Ziel des Treffens sei, der Kardinal Miloslav Vlk, nicht die Lösung theologischer Fragen, sondern eine Ökumenisierung des Lebens. Die Tagung von 45 Bischöfen aus 18 Ländern soll zu einer ökumenischen Annäherung der verschiedenen christlichen Traditionen beitragen.
Stromversorger CEZ kündigt 14-prozentige Preissteigerung an
Der größte tschechische Stromversorger CEZ hat am Donnerstag angekündigt, die Preise für Starkstrom ab Januar um 14,4 Prozent anzuheben. Experten gehen davon aus, dass daraus für die Endverbraucher eine Preissteigerung um rund zehn Prozent folgt. CEZ produziert rund drei Viertel der tschechischen Elektrizität.
Bevölkerungszahl steigt weiter
Die Bevölkerung in Tschechien nimmt weiter zu. Nach vorläufigen Auswertungen hatte das Land zum 30. Juni 10 325 941 Einwohner, das sind knapp 39.000 mehr als zu Jahresbeginn. Das gab am Donnerstag das Tschechische Statistische Amt bekannt. Der Grund liegt vor allem in der Zuwanderung aus dem Ausland, zugleich aber wurden im ersten Halbjahr auch 4500 mehr Geburten als Sterbefälle registriert.
Anzahl der Autos in Tschechien nach 20 Jahren verdoppelt
Die Tschechen sind nach der Wende von 1989 dem Autowahn verfallen. Während in der Tschechischen Republik vor 18 Jahren ein PKW auf vier Einwohner kam, entfällt heute ein Auto auf 2,5 Einwohner. In Tschechien, wo heute der so genannte "Tag ohne Autos" begangen wird, sind 4,2 Millionen PKW registriert. Vor zwanzig Jahren war diese Zahl um etwa die Hälfte niedriger. Dies geht aus den Angaben hervor, die am Donnerstag vom Verband der Automobilindustrie veröffentlicht wurden.
Kavakos und Gergijew begeisterten das Prager Publikum
Im ausverkauften Dvorak-Saal des Prager Rudolfinums hat am Mittwochabend der weltberühmte griechische Violinvirtuose Leonidas Kavakos in Begleitung der Rotterdamer Philharmonie gespielt, die von Waleri Gergijew geleitet wurde. Für das Violinkonzert d-Moll von Jean Sibelius hat der Virtuose einen lange andauernden Beifall geerntet, und das Publikum konnte sich noch über eine Zugabe freuen. Im zweiten Teil des Abends erklang die 7. Sinfonie von Gustav Mahler. Auch diese Leistung des Orchesters mit Dirigent Gergijew wurde vom Publikum mit fast endlosem Beifall belohnt. Im Rahmen des internationalen Musikfestivals "Prager Herbst" stellte sich Gergijew vor fünf Jahren mit dem Orchester des Mariinski-Theaters aus St. Petersburg vor. Damals gehörte das Konzert, Festivalmanagerin Lucie Johanovska zufolge, zu den besten Konzerten des Prager Herbstes überhaupt. Jetzt habe, so die Managerin, Gergijew wieder sein hervorragendes Können vorgeführt.
Dirigent Baudo ist Ehrenbürger von Prag
Der französische Dirigent Serge Baudo ist zum Ehrenbürger von Prag ernannt worden. Der Prager Stadtrat hat am Donnerstag auch weitere Persönlichkeiten ausgezeichnet. Silbermedaillen wurden dem berühmten Choreographen Jiri Kylian und dem Literaturhistoriker Jiri Demetz verliehen. Der achtzigjährige Baudo war bereits 1959 in Prag zu Gast. Er arbeitete mit der Tschechischen Philharmonie zusammen. In den Jahren 2001 bis 2006 leitete er das Sinfonieorchester FOK der Hauptstadt Prag. Jiri Kylian wurde für seine choreographische Werke sowie für die Verbreitung des internationalen Rufs der tschechischen Hauptstadt ausgezeichnet. Jiri Demetz, der in den USA lebt, wurde für sein Werk ausgezeichnet, in dem er die Beziehungen zwischen der tschechischen, deutschen und jüdischen Kultur in Prag dokumentiert.
Das Wetter
Am Freitag wird es in Tschechien heiter bis bewölkt sein; die Tageshöchsttemperaturen liegen bei 16 bis 20 Grad Celsius.





