200 Menschen erinnerten in Lety an die NS-Opfer unter den Roma

Im Areal des ehemaligen Konzentrationslagers Lety (Südböhmen) haben am Samstag Hinterbliebene, Politiker und weitere Vertreter des öffentlichen Lebens der NS-Opfer unter den Roma gedacht. Im Namen der tschechischen Regierung haben Menschenrechtsminister Jan Chvojka (Sozialdemokraten) und Kulturminister Daniel Herman (Christdemokraten) an dem Gedenkakt teilgenommen und ein Blumengebinde niederlegt. Beamte mehrerer Botschaften legten Kränze nieder, darunter waren die diplomatischen Vertretungen Deutschlands, der Slowakei, Ungarns und des Staates Israel. Die Veranstalter sprachen von rund 200 Teilnehmern.

Von August 1942 bis Mai 1943 wurden 1308 Roma im Konzentrationslager Lety interniert. 327 von ihnen kamen dort ums Leben, mehr als 500 wurden ins Vernichtungslager Auschwitz deportiert. Den eigenen Schätzungen der Nationalsozialisten zufolge wurden 90 Prozent der tschechischen Roma von ihnen umgebracht. Am Ort des ehemaligen KZ Lety steht heute ein Schweinemastbetrieb. Die tschechische Regierung plant indes, diesen Betrieb zu kaufen und an dessen Stelle eine Gedenkstätte für die Roma-Opfer zu errichten.