Tanztees, Opern und Rock ’n’ Roll

Beim Internationalen Filmfestival in Karlsbad wurde an den kürzlich verstorbenen Miloš Forman erinnert. Die Musik hatte einen wichtigen Platz in den Filmen des Starregisseurs.

„Amadeus“ (Foto: Warner Bros.)„Amadeus“ (Foto: Warner Bros.) Miloš Forman während der Dreharbeiten zu seinem Film „Amadeus“ (Foto: Warner Bros.)Miloš Forman während der Dreharbeiten zu seinem Film „Amadeus“ (Foto: Warner Bros.) Der enorme Erfolg des Films „Amadeus“, der Mitte der 1980er Jahre mit acht Oscars ausgezeichnet wurde, weckte das Interesse eines breiten Publikums am Werk von Wolfgang Amadeus Mozart. Genauso machte der Streifen aber vielen Menschen die Welt der klassischen Musik schmackhaft, die anfangs nicht wirklich etwas damit anfangen konnten. Doch nicht nur in Amadeus war die Musik von entscheidender Bedeutung, vielmehr spielten die Soundtracks bei Miloš Forman immer eine wichtige Rolle. Das war schon in seinen tschechischen Filmen so, beginnend mit „Konkurs“ („Der Wettbewerb“), über die „Liebe einer Blondine“ bis hin zum „Feuerwehrball“. Gerade da vermittelte der Regisseur mit der Blasmusik der Tanztees und Dorfbälle glänzend die Atmosphäre der 1960er Jahre in Tschechoslowakei.

„Goyas Geister“ (Foto: Tschechisches Fernsehen)„Goyas Geister“ (Foto: Tschechisches Fernsehen) Miloš Forman stand vor mehr als zehn Jahren zum letzten Mal hinter Kamera, als er 2005 in Spanien „Goyas Geister“ drehte. Die Musik zu diesem Film schrieb Varhan Orchestrovič Bauer und nahm sie mit seinem „Okamžitý filmový orchestr“ auf. Zum letzten Mal führte Forman aber bei einer Neuinszenierung der Jazzoper „Dobře placená procházka“ (Ein gut bezahlter Spaziergang) Regie, das Stück stammt aus der Feder von Jiří Suchý und Jiří Šlitr. An der Inszenierung arbeitete Forman mit seinen Söhnen Petr und Matěj zusammen.