Polka-König Áda Školka ist eine böhmische Blasmusik-Legende

Blaskapellen aus České Budějovice / Budweis und Umgebung sind stets ein Garant für kernige Blasmusik aus Böhmen. Zu diesen Klangkörpern gehört auch die Budějcká kapela unter Kapellmeister Áda Školka.

Áda Školka (Foto: Archiv von Áda Školka)Áda Školka (Foto: Archiv von Áda Školka) Der Name verrät es schon: Die Budějcká kapela ist eine Blaskapelle aus Budweis, denn Budějcká ist das umgangssprachliche Kürzel für die Stadt České Budějovice. Es ist eine typische Kapelle aus dieser Region, denn in Südböhmen ist die traditionelle Blasmusik zu Hause. Das liegt vor allem daran, weil sie um die Bierstadt Budweis herum von vielen großartigen Komponisten, Arrangeuren und Musikern dieses Genres geprägt wurde und wird. Eine dieser Blasmusik-Legenden ist der Komponist und Kapellmeister Áda Školka.

Der heute 83-jährige Školka wurde im Mai 1934 in Lipnice, einer kleinen Gemeinde bei Třeboň / Wittingau geboren. Er stammt aus einer musikalischen Familie, sein Vater spielte Akkordeon und Flügelhorn. Áda selbst begann zuerst Geige zu spielen, später erlernte er das Trompetenspiel. Während seiner Armeezeit begann sich Školka für die kompositorische Tätigkeit zu interessieren, an Instrumenten kamen bei ihm die Posaune, das Akkordeon und das Schlagzeug hinzu. Nach dem Wehrdienst arbeitete Školka in der berühmten Budvar-Brauerei und wurde Mitglied der betriebsinternen Blaskapelle. Schon nach kurzer Zeit wurde er zum Kapellmeister berufen, er änderte das Repertoire, verschärfte die musikalischen Prüfungen und von 1958 an war er ein Vierteljahrhundert lang das Gesicht der international bekannten Kapelle Budvarka.

Budvarka (Foto: YouTube)Budvarka (Foto: YouTube) Während seiner Zeit als Kapellmeister von Budvarka lernte Školka mit Karel Valdauf einen weiteren engagierten Komponisten und Dirigenten kennen. „Wir standen sehr oft gleichzeitig auf einem Podium, auf der einen Seite das Streichorchester von Karel Valdauf, auf der anderen die Blaskapelle Budvarka Ády Školky. Unzählige Male diskutierten wir gemeinsam über die Blasmusik und das Volkslied. In vielerlei Hinsicht hatten wir beide die gleichen Ansichten, was die Sache betraf. Als Karel Valdauf seine künstlerische Laufbahn beendete, widmete er mir das Archiv für die von mir gegründete Blaskapelle Valdaufinka“, erinnert sich Školka. Mit dieser Kapelle präsentierte sich Školka 1989 das erste Mal der breiten Öffentlichkeit – auf dem von ihm gegründeten Internationalen Blasmusikfestival Karel Valdauf in Trhové Sviny. Das südböhmische Städtchen ist der Geburtsort von Karel Valdauf, der 1982 im Alter von nur 68 Jahren verstarb. Školka hat das Erbe von Valdauf und damit die südböhmische Blasmusik immer hochgehalten. Nun muss auch er etwas kürzertreten.

In seiner musikalischen Laufbahn hat Školka auch noch andere Orchester geleitet oder dirigiert. Eines davon ist die Budějcká kapela, mit der er 1998 die CD „Doudlebské stráně“ herausbrachte. Auf ihr sind mehrere flotte Kompositionen des tschechischen Polka-Königs zu hören, unter anderem die Titel „Od srdce k srdci“ (Von Herz zu Herz), „Majdalenka“ und „Stále mladý Abrahám“ (Der ewig junge Abraham).