MusikCzech „Jaromir99 and the Bombers“ - der Sound zum Strip
„Jaromir99 and the Bombers“ machen Lo-Fi, Low-Fidelity-Musik: gute Musik, dargeboten mit einfachen technischen Mitteln. Nicht jeder Akkord sitzt. Das liegt zum einen daran, dass auch nicht jeder Akkord sitzen muss, zum anderen daran, dass die Kapelle ein echtes Nebenprodukt ist.
Vor gut zweieinhalb Jahren saß der Musiker und Comic-Zeichner Jaromir99
über seinem Zeichenbrett, brauchte eine Pause und griff zur Gitarre. So
entstand Stück für Stück ein Soundtrack zur Comic-Geschichte
„Bomber“, an der er gerade arbeitete.
Die Geschichte von Bomber, einem deutsch-tschechischen Fußballprofi am Ende seiner Karriere, hat in den Liedern ihren Spiegel gefunden. Der Bundesliga-Bomber kehrt an den Ort seiner Kindheit zurück, in das ehemalige Sudetengebiet, das entseelte tschechische Grenzgebiet. Er nistet sich im Hause seiner Großeltern ein und spürt dem nach, was er im Laufe seines Lebens an diesem verschrobenen Ort zurückgelassen und verloren hat. Bomber taucht in eine andere, sehr einfache Welt ein.
"Jaromir99 and the Bombers"
Ein Mann sitzt vor dem Fernseher und muss mit ansehen, wie sich gegenüber
vor der Kneipe zwei Typen um eine Frau raufen. Sie tanzt in der Kneipe
nackt auf dem Tisch. Und hat verdammte Ähnlichkeit mit seiner Frau, wie
er
im Alkoholdunst noch wahrzunehmen scheint. Seine Antwort: Tak jo, tak jo
– so isses halt. Diese Apathie paart sich auf dem Album immer wieder mit
Melancholie und der Schönheit, die ihr zueigen sein kann. Die CD ist ein
Soundtrack zum Comic, sagt Jaromir99. Es ist der Spaß an Geschichten und
Musik. Diesen Spaß teilt Jaromir99 mit dem Grand-Hotel-Autor Jarolav
Rudiš. Und deshalb steht der auch bei den Bombers an den Tasten.
Möglicherweise sind "Jaromir99 and the Bombers" eine Eintagsfliege. Ganz sicher aber eine, die man nicht so schnell vergisst.







