Im Stile des Country & Western: die Band Greenhorns (Zelenáči)

Die kleine Trilogie der populärsten tschechischen Country-Bands schließen wir heute mit den Greenhorns ab. Auch diese Musikkapelle ist schon über 50 Jahre alt.

Greenhorns (Foto: Chmee2, CC BY 3.0)Greenhorns (Foto: Chmee2, CC BY 3.0) Die Band Greenhorns wurde im Jahr 1965 gegründet, als sich drei Kameraden von der sogenannten Tramper-Kolonie Hejkal in Prag zusammentaten, um eine Band im Stile des Country & Western zu formieren. Diese drei Freunde waren Jan Vyčítal, Josef Šimek und Marko Čermák. Zu ihnen gesellten sich Jirka Fallada und Petr Bryndač und im Oktober jenes Jahres hatten sie ihren ersten offiziellen Auftritt als Greenhorns. Von diesen fünf Gründungsmitgliedern ist heute nur noch Vyčítal dabei – er ist der Leader und langjährige Texter der Band. Wegen Beschwerden in seiner linken Hand hörte er jedoch ab 1999 auf Gitarre zu spielen. Heute singt er nur noch und moderiert die Konzerte.

Aus Vyčítals Feder stammen auch die meisten tschechischen Texte der Kompositionen, die auf der 1991 herausgegebenen CD „Čtvrt stoleti se Zelenáči“ (Ein Vierteljahrhundert mit den Greenhorns) zu finden sind. Dazu gehören die hierzulande berühmten Dauerbrenner „Oranžový expres“ und „Divnej smích“.

Noví Zelenáči: Milan Krbec und Mirek Hoffmann (Foto: Jana Hlávková, Archiv des Tschechischen Rundfunks)Noví Zelenáči: Milan Krbec und Mirek Hoffmann (Foto: Jana Hlávková, Archiv des Tschechischen Rundfunks) Im ersten Jahr nach ihrer Gründung spielen die Greenhorns bevorzugt in ihrem „Camp Club“ und in anderen beliebten Prager Konzertsälen. Bald darauf bringen sie ihre erste LP heraus, in Ústí nad Labem / Aussig gewinnen sie mehrfach das Festival der Tramp- und Country-Music. 1970 treten sie in Ostberlin in der populären Show „Ein Kessel Buntes“ auf. Zwei Jahre später bekommen sie aber bereits auch die andere Seite des politischen Systems zu spüren – sie müssen ihren englischen Bandnamen ablegen, von da an heißen sie „Zelenáči“ (Grünschnäbel). Ihrer Musik und ihrer Beliebtheit tut das aber keinen Abbruch. Im stürmischen Herbst 1989 treten sie bei vielen Meetings der „Samtenen Revolution“ auf und nennen sich wieder Greenhorns. Im ersten Jahr der Nach-Wende-Zeit aber spüren sie schnell, wie hart das Musikgeschäft unter den neuen marktwirtschaftlichen Bedingungen ist. Zehn Bandmitglieder sind einfach zu viel, um über die Runden zu kommen. Daher spaltet sich ein Teil der Gruppe ab und gründet die „Noví Zelenáči“.

Zu den Abgängern gehört auch der sehr gute Sänger Mirek Hoffmann. Er interpretierte auch die wohl schönsten Songs der Greenhorns. Dazu zählt die tschechische Version des Hits „The Long Black Veil“, also „Dlouhý černý závoj“.