“Il divino Boemo” – der Komponist Josef Mysliveček

In Italien wurde der Komponist Josef Mysliveček „Il divino Boemo“ (der göttliche Tscheche) genannt. Er war einer der berühmtesten Opernkomponisten der zweiten Hälfte des 18. Jahrhunderts. Geboren wurde er vor 280 Jahren, am 9. März 1737 in Prag.

Josef MyslivečekJosef Mysliveček Josef Mysliveček war Sohn eines reichen Prager Müllers und sollte auch Müller werden. Er wie auch sein Bruder Jáchym sind 1761 Meister der Müllerzunft geworden. Josef studierte zudem Violine und Komposition und schrieb seine ersten Symphonien. Mit der Unterstützung des Grafen Vinzenz von Waldstein verließ er 1763 Böhmen und ging nach Italien, wo er sich nur auf die Musik konzentrieren wollte.

Mysliveček lernte den italienischen Musikstil bereits in Prag kennen. Zu seinen Lehrern gehörte Josef Seger. In Venedig studierte er bei Giovanni Pescetti. Als Komponist setzte sich Mysliveček mit der Oper Semiramide durch, die 1766 in Bergamo uraufgeführt wurde. Man nannte ihn wegen seines für Italiener kaum aussprechbaren Namens „Il Boemo“ – der Böhme oder „Venatorino“ (übersetzt in etwa: Der kleine Jäger). Mysliveček gehörte in den 1770er Jahren zu den erfolgreichsten Komponisten Italiens. In Rom kaufte er sich einen Palast. 18 seiner Opern wurden für den Hof in Portugal kopiert. Einige Mal traf der Komponist mit Wolfgang Amadeus Mozart zusammen. Mozart, der um 19 Jahre jünger war, hat ihn sehr bewundert. Josef Mysliveček starb jedoch in größter Armut. Seine ganze Habe, die er bei seinem Tod 1781 in Rom zurückließ, bestand aus einem Reisekoffer mit alter Kleidung.

Mysliveček schrieb 30 Opern, zehn Oratorien, Symphonien, Konzerte sowie Kammer- und Sakralmusik. Zurzeit dreht der tschechische Regisseur Petr Václav einen Film über den Komponisten.