Früher verfemt, heute erfolgreich - Gitarristin Dagmar Andrtová-Voňková

Dagmar Andrtová-Voňková (Foto: Multimotyl, CC BY-SA 3.0)

Sie ist eine hervorragende Gitarristin und Liedermacherin, ihre Texte und Melodien sind nicht zu verwechseln. Die Rede ist von Dagmar Andrtová-Voňková. Sie spielt und schreibt seit den 1970er Jahren Lieder, im kommunistischen Regime durfte sie eine Zeitlang nicht auftreten.

Dagmar Andrtová-Voňková  (Foto: Multimotyl,  CC BY-SA 3.0)
Dagmar Andrtová-Voňková stammt aus dem ostböhmischen Hradec Králové / Königgrätz. Sie hat Tschechisch und Sport studiert, brach das Studium jedoch ab und zog ins Riesengebirge. Dort arbeitete sie in verschiedenen Berufen: als Kellnerin, Zimmermädchen und Kulturreferentin. 1972 gründeten die Liedermacher Vlasta Třešňák, Jaroslav Hutka und Vladimír Merta eine freie Liedermachervereinigung namens Šafrán. Voňková trat regelmäßig bei deren Konzerten auf. Sie gab eine Single heraus mit den Liedern Holoubek und Chlapci na tom horním konci. Das zweite Lied siegte in einer Umfrage, die 1977 vom Musikmagazin Melodie durchgeführt wurde.

Die Liedermacher von Šafrán wollten 1977 auch eine Langspielplatte herausgeben. Dazu kam es jedoch nicht mehr. Denn Třešňák und Hutka unterzeichneten die Charta 77 und wurden vom kommunistischen Geheimdienst StB gezwungen, ins Exil zu gehen. Voňková sagte vor längerem in einem Gespräch, es sei damals für sie eine schlechte Zeit gewesen, nachdem die Freunde weg waren. Sie habe die Gitarre in die Hand genommen und wieder gespielt. Die Liedermacherin hat ihren eigenen Stil, sie kratzt mit den Fingernägeln auf den Saiten oder schlägt diese mit den Fingern und der Faust. Sie liebt es, mit dem Klang zu experimentieren.

Foto: Verlag Galén
Dagmar Andrtová-Voňková hat insgesamt sieben Alben herausgebracht und trat in vielen Ländern der Welt auf, sogar in Japan. Ihre Kompositionen erschienen auch im Ausland. Für die Inszenierung des Dramas Rok na vsi / Ein Jahr auf dem Dorf von den Brüdern Alois und Vilém Mrštík, die im Prager Nationaltheater aufgeführt wurde, spielte sie die Musik ein.

2010 wurde im Verlag Galen das Buch Listí / Die Blätter mit Texten, Gedichten und Zeichnungen von Dagmar Andrtová-Voňková herausgegeben. Im November 2010 wurde der Musikerin vom Institut für das Studium totalitärer Regime (ÚSTR) die Gedenkmedaille „Für Freiheit und Demokratie“ verliehen.