MusikCzech Der Rabe singt Bretonisch: Band Bran
Die Band Bran habe ich zum ersten Mal vor einigen Jahren bei den Schottischen Spielen im Schloss Sychrov erlebt. Dort gelang es den sechs Musikern, das Publikum in dem abendlichen Schlosspark richtig zum Kochen zu bringen.
Die Band Bran (Foto: www.myspace.com/brancz)
Für die Band war es nicht so anstrengend, denn wie wohl bekannt ist, soll
jeder Bewohner des böhmischen Kessels ein paar Tropfen keltischen Bluts in
sich haben. Und das Keltische lebte plötzlich wieder auf. Nicht zuletzt
trug dazu die etwas mystisch, aber wohl klingende Sprache bei, in der der
Leader der Band gesungen hat.
Bran, wie die Band heißt, bedeutet in Bretonisch „Rabe“. Und dieser
„Bran“, der in den keltischen Sagen eine wichtige Rolle spielt, habe
die keltische Musik aus der Bretagne nach Mitteleuropa gebracht, behaupten
die Bran-Mitglieder.
Die Band entstand vor 10 Jahren. Ihre Zusammensetzung hat sich inzwischen geändert: geblieben ist jedoch der Begründer und Leader von Bran, Dewi Pajot, der als einziger im bretonischen Lorient aufgewachsen ist. Der studierte Klarinettist kam Mitte der 90er Jahre nach Prag und hat vor allem viele der Lieder und musikalischer Inspiration aus seiner Heimat mitgenommen.
Mit vier Tschechen und einer Slowakin spielt Dewi heute sowohl eigene Musik, als auch bretonische Tänze oder Matrosenlieder. Bran nahm inzwischen vier CDs auf und ist ein viel gefragter Gast vor allem bei Festivals mit keltischem Anhauch nicht nur in Tschechien, sondern auch in anderen Ländern. Eine Tournee durch die Bretagne unternehmen die Musiker jedes Jahr. Und wie sie verrieten, unterscheidet sich die tschechisch-bretonische Band mit ihrem Klang von den einheimischen Ensembles. Dadurch ist Bran für das Publikum wahrscheinlich besonders attraktiv.





