MusikCzech Der Komponist und Musikwissenschaftler Zdeněk Šesták

03-01-2016 02:01 | Martina Schneibergová

Er schrieb neun Symphonien und viele kammermusikalische Werke. Als Musikwissenschaftler spezialisiert er sich sein ganzes Leben lang auf die Musik des 18. Jahrhunderts, die in seinem Heimatort Citoliby entstanden ist. Zdeněk Šesták beging vor kurzem seinen 90. Geburtstag.

Zdeněk Šesták (Foto: Gortyna, CC0 1.0)Zdeněk Šesták (Foto: Gortyna, CC0 1.0) Zdeněk Šesták stammt aus Citoliby / Zittolieb bei Louny / Laun in Nordböhmen. Er studierte Komposition bei Emil Hlobil und Miroslav Krejčí am Prager Konservatorium und parallel Musikwissenschaft bei Josef Hutter an der Karlsuniversität. Zudem besuchte Šesták Jan Patočkas Vorlesungen über die Philosophie der Antik. Seit dem Ende der 1950er Jahre war er freischaffender Komponist. In den Jahren 1968 bis 1969 arbeitete er als Musikdramaturg beim Tschechischen Rundfunk. Nach der Wende wirkte Zdeněk Šesták kurz als Dozent an der Philosophischen Fakultät der Karlsuniversität.

Zdeněk Šesták schrieb sechs Symphonien, zwei Violinkonzerte, zwei Cellokonzerte, neun Streichquartette und zwei Streichquintette sowie weitere Kammermusik und Lieder. Zu den bekanntesten Werken gehört sein Oratorium „Königin Dagmar“ von 1989. Als Musikwissenschaftler beschäftigt er sich mit dem Studium der Werke von Komponisten aus Citoliby. Im 18. Jahrhundert hatte Ernst Karl Pachta von Rayhofen eine Schlosskapelle in Citoliby gegründet und aus dem Ort ein Musikzentrum Böhmens gemacht. Zu den bedeutendsten Komponisten aus Citoliby gehörten der Kantor Václav Jan Kopřiva und der Schlosskapellmeister Jan Adam Gallina. Zdeněk Šesták grub ihre Werke sowie die weiterer Komponisten aus Citoliby wieder aus.

Der Wissenschaftler und Komponist Šesták wurde 2006 von der Stiftung Vize 97 von Dagmar und Václav Havel ausgezeichnet, 2008 erhielt er den Preis des tschechischen Kulturministeriums für sein Lebenswerk.

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