Country-Legende Wabi Daněk

Wabi Daněk gilt als tschechische Country-Legende. Der Sänger ist vergangene Woche im Alter von 70 Jahren gestorben.

Wabi Daněk (Foto: Palickap, CC BY-SA 4.0)Wabi Daněk (Foto: Palickap, CC BY-SA 4.0) Stanislav Daněk, so sein richtiger Name, stammte aus dem mährischen Zlín. Auch seine Eltern waren musikalisch begabt. Zu Hause hörte er vor allem Pfadfinder- und Country-Lieder von seinen Eltern und deren Freunden, die einst Mitglieder der von den Kommunisten verbotenen Pfadfinderbewegung waren. Daněk machte eine Ausbildung zum Schlosser, arbeitete später aber als Fahrer beim Rettungsdienst. Dann zog er nach Chodov bei Karlovy Vary / Karlsbad um. Dort begegnete er den Mitgliedern der Country-Band „Plížáci“. Als Sänger begann Daněk den Vornamen „Wabi“ zu benutzen – wegen des tschechischen Countrysängers Wabi Ryvola, der zu seinen Vorbildern gehörte.

In den 1970er Jahren wurde Daněk mit den Bands „Plížáci“ und „Rosa“ bei den damals sehr populären Porta-Festivals zweimal mit dem Preis für die beste musikalische Leistung geehrt. Weitere Erfolge feierte er auch 1982 und 1983 bei dem Festival. Für seine Songs „Fotky“ (Fotos) und „Nevadi“ (Das macht nichts) erhielt er jeweils einen Porta-Preis.

Foto: SupraphonFoto: Supraphon 1984 erschien Wabi Daněks erstes Solo-Album „Rosa na kolejích“ (Tau auf den Gleisen). Die Schallplatte brach damals Rekorde. Insgesamt wurden rund 250.000 Stück davon verkauft. Zwei Jahre später erschien ein weiteres Album mit dem Titel Vítr (Der Wind), zehn Jahre später das Album Pískoviště (Sandkasten).

Die beiden letzten CDs von Daněk erschienen 2012 und 2014. Er wurde auf den Aufnahmen von der Band Ďáblovo stádo (Des Teufels Herde) begleitet.

Wabi Daněk arbeitete während seiner Karriere mit mehreren beliebten tschechischen Country-Sängern zusammen, vor allem mit den Brüdern Ryvola. Bei Konzerten trat er sogar auch in Australien, den USA und Kanada auf. 2012 spielte Wabi Daněk beim Prager Konzert von Kris Kristofferson im Vorprogramm. Mit dem US-Star wird er hierzulande auch oft verglichen.