Heute am Mikrophon Martin Smid - Der angebliche Tote des Jahres 1989

17-11-2003 | Gerald Schubert

Anlässlich des tschechischen Staatsfeiertags am 17. November wollen wir heute einen Rückblick machen auf die große Studentendemonstration, die an jenem Tag vor genau vierzehn Jahren die sogenannte Samtene Revolution ins Rollen gebracht und das Ende des kommunistischen Regimes eingeläutet hatte. Rundum waren die Machthaber des ehemaligen Ostblocks bereits gestürzt oder ins Wanken geraten. Erst eine Woche zuvor war die Berliner Mauer gefallen. In Prag waren nun die Studenten am Wort. Eine bewilligte, weil eigentlich antifaschistische Demonstration zum Gedenken an die Schließung der tschechischen Universitäten durch die Nazis im Jahre 1939 wurde 50 Jahre später zur Demonstration für die Freiheit überhaupt. Ein brutaler Polizeieinsatz forderte, so hieß es zunächst, einen Toten. Der Tote hatte einen Namen. Es handelte es sich also nicht um ein x-beliebiges Gerücht rund um Schlagstöcke, Wasserwerfer und angebliche Opfer, sondern um einen konkreten Neunzehnjährigen, dem der Polizeieinsatz das Leben nahm. Ein Gerücht war es aber, wie sich bald herausstellte, glücklicherweise doch. Vielleicht auch kein Gerücht, sondern gezielte Desinformation. Jedenfalls lebt der junge Mann. Heute ist er 33. Gerald Schubert hat ihn aufgespürt und folgenden Beitrag gestaltet:

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