1961 – Oma, bring mir den Charleston bei!

Alte Tänze in neuem Gewand. Ideologisch natürlich einwandfrei.

Edita Štaubertová (Foto: Tschechisches Fernsehen)Edita Štaubertová (Foto: Tschechisches Fernsehen) Das Ende der 50. Jahre und der Anfang der 60. Jahre brachten eine große Tanzsensation. Damals waren zahlreiche Versuche gescheitert, einen neuen, sozialistischen Tanz zu erschaffen. Da kehrte der übermütige Charleston aus den 20. Jahren zurück in die Tanzsäle.

Seinem alt-neuen Charme verfielen nicht nur junge Tänzer, sondern auch Komponisten von Propaganda-Musik. Zum Beispiel Ludvík Podéšť, der in den 50. Jahren der Leiter des Armeeensembles war und Lieder wie „Panzer der Roten Armee“ oder „Bei uns endet der Frühling nicht“ komponiert hatte. Letzteres war übrigens unser Hit des Jahres 1953.

Podéšť zeigte damals, dass es er ein ausgesprochen talentierter Komponist war. Er konnte zur jeder Zeit einen Hit komponieren, der die Öffentlichkeit begeistert. Knapp 280.000 Schallplatten mit dem Lied mit dem lustigen Namen „Oma, bring mir den Charleston bei!“ wurden Anfang der 1960er Jahre verkauft.

Text und Musik kamen gut an und die junge Edita Štaubertová trug ebenfalls zum Erfolg des Liedes bei. Auch der Kapellmeister Karel Vlach zeigte hier wieder seine erfahrene, aber auch glückliche Hand. Nutzen wir die Gelegenheit und tanzen jetzt den guten alten Charleston!

Ereignisse 1961
■ 1. März: Eine Volkszählung findet statt. Die Tschechoslowakei hat damals 13.745.377 Einwohner. Die Einwohnerzahl von Prag überschritt zum ersten Mal die Millionengrenze.
■ 12. April: Jurij Gagarin besteigt das sowjetische Raumschiff Vostok 1 und wird der erste Mensch im Weltraum.