1960 – Gestern war Sonntag

Kritik mit schüchternen Küsschen auf dem Stoppelfeld.

Foto: SupraphonFoto: Supraphon In den 1960er Jahren sind viele Hits in kleinen Theatern entstanden, wie zum Beispiel der Reduta, dem Rokoko, dem Theater am Geländer, dem Večerní Brno oder dem Paravan. Heute existiert keines mehr davon in seiner ursprünglichen Form. Nur das größte und produktivste von ihnen überlebte – das Prager Semafor (auf Deutsch auch Ampel). Ein Geist des liberalen Freisinns, dem die staatliche Zensur kaum etwas anhaben konnte.

Das war auch in seiner gesamten Dramaturgie und seinen Liedern zu spüren. Weder das Schließen seiner Bühnen (angeblich aus „technischen Gründen“), noch der mehrmalige zwangsweise Umzug konnten die Kreativität der Theatertruppe nicht brechen. Das junge Publikum fand das Theater immer wieder und zeigte den kommunistischen Inspektoren ganz klar, dass es nicht nur ums Lachen und den Spaß ging.

Ende der 50. und zu Beginn der 60. Jahre war das Semafor tatsächlich eine Brutstätte junger und aufstrebender Sänger. Heute erinnern wir uns an eine Künstlerin, die in der populären tschechischen Komödie „Člověk z půdy“ („Der Mensch vom Dachboden“) auftrat – Pavlína Filipovská. Übrigens war das die erste Aufführung überhaupt, die 1959 im „Semafor“ gezeigt wurde.

Ihr Lied „Gestern war Sonntag“ („Včera neděle byla“) wurde sofort ein riesiger Hit. Der Titel stellte einen damaligen und lange nicht gebrochenen Rekord auf: allein in den 60. Jahren wurden über 364.000 Schallplatten verkauft.

Ereignisse 1960
■ Seit diesem Jahr sendet der Rundfunk auf UKW.
■ 7. März: Der tschechische Tennisspieler Ivan Lendl wird geboren. Seit diesem Jahr sendet der Rundfunk auf UKW.
■ Das Filmfestival für Kinder und Jugendliche, das seither jedes Jahr in Zlín stattfindet, entsteht.
■ Der Minirock wird erfunden.
■ Viele Länder in Afrika werden selbständig. 1960 wird manchmal als das „Jahr Afrikas“ bezeichnet.