Kapitel aus der Tschechischen Geschichte Zeitzeuge Jiří Kosta, zweiter Teil: „Wir haben die Gefahr unterschätzt“
Im April hat Radio Prag mit einer lockeren Serie über das Leben von Jiří Kosta begonnen. Kosta ist in Prag aufgewachsen, wurde von den Nazis wegen seiner jüdischen Herkunft verfolgt, hat den Holocaust überlebt, emigrierte 1968 nach Deutschland und ist dort dann Wirtschaftsprofessor an der Frankfurter Goethe-Universität geworden. Stundenlang könnte man zuhören, wenn der heute 88-Jährige aus seinem Leben erzählt. Im ersten Teil der Serie schilderte er, wie seine Familie, die eigentlich dem politisch links stehenden deutsch-jüdischen Bürgertum angehörte, sich unter dem Eindruck der Ereignisse in den 30er Jahren tschechisierte. Im zweiten Teil, den wir nun senden, geht es um die Zeit ab der Besatzung Böhmens und Mährens durch die Nazis bis zur Deportation von Jiří Kosta ins KZ Theresienstadt.
Jan Opletal
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