Schülerin aus Bayern macht Praktikum bei Radio Prag

Man muss sich selbst zurechtfinden – Schüler aus Regensburg zum Austausch in Prag

Gymnasium Lappersdorf (Foto: Offizielle Webseite des Gymnasiums)Gymnasium Lappersdorf (Foto: Offizielle Webseite des Gymnasiums) Für viele war es der erste Besuch in Prag: Schülerinnen und Schüler des Gymnasium im bayerischen Lappersdorf waren vor kurzem zu einem Betriebspraktikum in der tschechischen Hauptstadt. Organisiert hatte dies die Deutsche Schule Prag. Auch die deutsche Redaktion von Radio Prag hatte einen Platz angeboten. Vier Tage lang konnte Melanie Ottinger einen ersten Eindruck in journalistische Arbeit beim Rundfunk gewinnen. Dabei führte die 15-jährige Gymnasiastin auch ein Interview, das wir nun bei uns senden. Bei einem Ausflug hat Melanie Ottinger zwei Mitschülerinnen über ihre Eindrücke vom Austausch befragt.

Illustrationsfoto: Europäische KommissionIllustrationsfoto: Europäische Kommission Ihr seid ja das erste Mal in Prag. Gibt es irgendwelche sprachlichen Verständigungsprobleme?

Anna: „Ich finde es schon ziemlich schwer, weil man als Deutscher von der tschechischen Sprache kaum etwas versteht. Aber Englisch können eigentlich schon alle, deswegen würde ich jetzt nicht sagen, dass es Verständigungsprobleme sind, aber es ist schon etwas anderes als beispielsweise in Deutschland oder Frankreich.“

Wie findet man sich denn als Außenstehender mit den vielen öffentlichen Verkehrsmitteln zurecht?

Benita: „Es ist alles sehr gut und detailliert erklärt. Es gibt keine Probleme, weil vieles auch auf Englisch erklärt ist.“

Foto: Alasdair Nicol, CC BY-NC 2.0Foto: Alasdair Nicol, CC BY-NC 2.0 Anna: „Es ist schon ziemlich verwirrend und kompliziert, wenn man sich gar nicht damit auskennt. Aber wenn man sich ein bisschen damit befasst, ist es nicht so schwer.“

Ihr seid ja während dem Praktikum in einer Gastfamilie. Macht Ihr irgendwelche Ausflüge?

Benita: „Ich mache eher Unternehmungen mit meiner Austauschschülerin.“

Anna: „Bei mir ist es auch so. Die Familie habe ich noch nicht so kennengelernt, aber mit meiner Austauschpartnerin verstehe ich mich gut.“

Könnt Ihr Euch mit den Eltern verständigen? Also sprechen sie auch Deutsch oder Englisch?

Benita: „Bei mir sprechen die Eltern weder Englisch noch Deutsch, also muss meine Austauschschülerin immer übersetzen.“

Illustrationsfoto: Dezidor, CC BY 3.0Illustrationsfoto: Dezidor, CC BY 3.0 Anna: „Das ist bei mir auch so. Wenn die Eltern etwas von mir wissen wollen, übersetzt erst meine Austauschpartnerin für mich. Ich antworte dann, und sie übersetzt das wieder für ihre Eltern.“

Bekommt Ihr bei den Gastfamilien traditionell tschechisches Essen?

Benita: „Meine Gastfamilie kommt aus Vietnam, und deswegen gibt es auch vietnamesisches Essen.“

Anna: „Bei mir ist das auch so. Meine Gastfamilie kommt ebenfalls aus Vietnam.“

Seht ihr Vor- oder Nachteile darin, das Praktikum im anderssprachigen Ausland zu machen?

Foto: Jiří Suchomel, Archiv des Tschechischen RundfunksFoto: Jiří Suchomel, Archiv des Tschechischen Rundfunks Anna: „Direkte Nachteile eigentlich nicht. Ich finde es gut, dass man sich selbst zurechtfinden und auch schauen muss, wie man dann zur Arbeitsstelle kommt, also mit U-Bahn, S-Bahn, Bus und so weiter.“

Benita: „Der einzige kleine Nachteil ist, dass wir uns die Arbeitsstelle nicht direkt aussuchen konnten. Aber das ist nicht so schlimm.“

Welche Aufgaben übernehmt Ihr in diesem Fall im Kindergarten beziehungsweise im Hotel?

Benita: „Ich helfe in der Küche mit und bereite dann für die Kellner Kaffee zu, oder was die Gäste wünschen. Und ich mache kleine Reinigungsarbeiten.“

Anna: „Im Kindergarten betreuen wir einfach die Kinder mit. Ob es jetzt eincremen ist, sie beim Spielen beaufsichtigen oder mitspielen. Wir arbeiten einfach ein bisschen mit den Kindern.“

Illustrationsfoto: Jana ŠustováIllustrationsfoto: Jana Šustová Habt Ihr an Eurer Praktikumsstelle einen bestimmten Ansprechpartner, der euch bei Problemen weiterhelfen kann?

Anna: „Im Kindergarten sind alle relativ nett, und wir können uns immer an sie wenden.“ Benita: „Eigentlich jeder, aber hauptsächlich die Beauftragte für das Frühstück in dem Hotel.“

Seht Ihr in dem Auslandspraktikum Unterschiede zu einem normalen Schüleraustausch?

Benita: „Der Unterschied ist, dass wir gar nichts von der Sprache verstehen und uns auch nicht mit der Sprache auseinandersetzen.“

Anna: „Es ist auch etwas Anderes, ob man zum Beispiel mit der Klasse einen Austausch macht und da den ganzen Tag irgendein Programm hat. Dann schaut man sich Museen an oder verbringt einen Tag in der Stadt. Aber wir arbeiten eben.“

 

Giacomo CasanovaGiacomo Casanova Abschließend möchten wir unsere Quizfrage für den September stellen. Sie lautet:

Wie heißt der Baum, dessen Blätter als tschechisches Nationalsymbol gelten?

Schreiben Sie uns den Namen des Baums an cr@radio.cz. Im August haben wir gefragt, auf welchem tschechischen Schloss der berühmte italienische Frauenheld Giacomo Casanova gestorben ist? Das Schloss heißt Duchcov, zu Deutsch Dux. Ein Sachpreis geht diesmal an Paul Gager aus Deutschkreuz in Österreich. Herzlichen Glückwunsch!

Und das war’s für heute. Wir möchten abschließend aber noch Danke sagen für die ersten Texte zum Thema Prager Frühling, in denen Sie uns Ihre Erinnerungen an den August 1968 zusammengefasst haben. Wir bedanken uns für alle Briefe, Postkarten und E-Mails, die sie uns geschrieben haben. Und wir bitten, schreiben Sie auch weiter! Und zwar an: Radio Prag, Vinohradská 12, 120 99 Prag 2, Tschechische Republik. Sie können uns natürlich auch eine E-Mail schicken an: cr@radio.cz. Machen Sie's gut. Auf Wiederhören bis zum nächsten Mal.