Hörerforum Rentner können in Prag kostenlos fahren
Wer darf in Prag kostenlos fahren? Unter anderem diese Frage wird gleich beantwortet. Außerdem wird der Gewinner des Wettbewerbs von Radio Prag bekanntgegeben. Außerdem stellt sich Radio Prag nicht als Nachrichtensender, sondern als Vermittler vor.
Foto: Mateusz Stachowski, Stock.xchng
Willkommen beim Hörerforum, liebe Hörerinnen und Hörer. Ganz am Anfang
möchten wir uns für Ihre Briefe, E-Mails und Empfangsberichte bedanken,
die wir in der letzten Zeit erhalten haben. Unser Dank geht unter anderem
an: Hans Riedelbauch aus Bad Kreuznach, Paul Gager aus Deutschkreutz, Achim
Kissel aus Duisburg und Hans-Joachim Pellin aus Lübz in Mecklenburg. Der
Letztgenannte hat seinem Empfangsbericht hinzugefügt:
„Das ist mein erster Empfangsbericht über Internet. Ich war in den 70er Jahren und Anfang der 80er Jahre aktiver Hörer von Radio Prag, war Mitglied im Monitor Club von Radio Prag, doch später mehr dazu.“
Miloš Forman
Beginnen wollen wir heute mit unserem Hörer-Wettbewerb. Der Monat März
ist vorbei, und damit auch die erste Runde des Wettbewerbs von Radio Prag.
Die richtige Antwort lautete Miloš Forman. Er ist der Regisseur der Filme
„Die Liebe einer Blondine“, „Der Feuerwehrball“, „Einer flog
über das Kuckucksnest“, „Amadeus“, „Larry Flynt – Die nackte
Wahrheit“, „Goyas Geister“ und weiterer Streifen. Forman ist also der
erfolgreichste Filmregisseur tschechischer Herkunft, nach dem wir gefragt
haben. Radio Prag hat an die 350 Antworten bekommen. Sechs Hörerinnen und
Hörer, jeweils eine Person für jede Sprachredaktion, werden für ihre
Mühe mit einem kleinen Radioempfänger belohnt. Als Vertreter der
deutschsprachigen Hörer im Wettbewerb erhält Herr Hubert Kubiak aus
Neumarkt im österreichischen Mühlkreis den Preis. Herzlichen
Glückwunsch, Herr Kubiak. Und für alle anderen Interessenten haben wir
die gute Nachricht: Seit Sonntag finden Sie eine neue Frage auf unserer
Webseite! Sie haben bis Ende April Zeit, diese zu beantworten.
Nun möchten wir eine Frage beantworten, die wohl nicht nur für den
Hörer interessant ist, der sie geschickt hat, sondern auch für weitere
Hörerinnen und Hörer von Radio Prag sowie mögliche Besucher der
tschechischen Hauptstadt.
„Liebe Freunde von Radio Prag, da ich oft die Sendung Spaziergang durch Prag gehört habe, dazu noch eine Frage. Als EU-Bürger und Rentner kann ich da wie ihre tschechischen Rentner in der Metro kostenlos fahren? Hochachtungsvoll, Ihr Frank Künzel.“
Wir haben eine gute Nachricht für Herrn Künzel und weitere Senioren aus
dem Ausland, die den öffentlichen Nahverkehr in Prag nutzen wollen. Es ist
nicht wichtig, ob man Rentner ist oder nicht, sondern wie alt man ist. Alle
Senioren über 70 Jahre können in Prag kostenlos fahren. Und dies gilt
nicht nur für die U-Bahn, sondern auch für Busse, Straßenbahnen, die
Moldau-Fähren und für die Seilbahn auf den Petřín-Hügel. Sie brauchen
dazu allerdings einen Ausweis der Prager Verkehrsbetriebe – den Průkazka
PID (ggf. die Opencard mit der entsprechenden Applikation PID). Dieser wird in jedem Informationszentrum der Prager Verkehrsbetriebe umgehend ausgestellt. Der Fahrgast muss dazu ein Passfoto vorlegen und 20
Kronen (80 Eurocent) zahlen.
Komplizierter ist es bei Senioren zwischen dem 65. und 70. Lebensjahr.
Auch diese dürfen kostenlos fahren, müssen dafür aber die so genannte
Opencard besitzen. Soll diese Prager Ausweiskarte umgehend ausgestellt
werden, kostet es 250 Kronen (10 Euro). Die Ausfertigung der Karte
innerhalb von zwei Wochen ist dagegen kostenlos, man muss aber eine
Korrespondenzadresse in Tschechien anführen, an die die Opencardvztahy cesko-nemecke: deti
zugestellt wird. Man bezahlt aber 120 Kronen (5 Euro) für die
„Bestätigung des Anspruchs auf einen Sonderfahrpreis“, und dann kann
es losgehen.
Wir hoffen, nicht nur Herrn Künzel, sondern auch weiteren potentiellen Prag-Besuchern mit dieser Information eine Freude bereitet zu haben. Vielleicht haben wir Sie ja nun ermuntert, schon bald nach Prag zu reisen.
In einer Reaktion auf unseren Beitrag über das Kinder- und Jugendprogramm
„Schritt für Schritt“ hat sich Sandra Steinert von der Jungen Aktion
der Ackermann-Gemeinde mit ergänzenden Informationen über ein anderes
Begegnungsprojekt an uns gewandt:
„Seit mittlerweile 15 Jahren bietet die Ackermann-Gemeinde für deutsche und tschechische Kinder im deutsch-tschechischen Grenzgebiet ein Begegnungsprojekt an. In diesem Projekt lernen sich die Kinder schon früh kennen und lernen, ohne Vorurteile aufeinander zuzugehen. Dieses Projekt wird vom Deutsch-Tschechischen Zukunftsfonds und vom Bundesministerium für Frauen, Senioren, Familie und Jugend gefördert. Das Projekt gewann 2007, zu seinem zehnjährigen Jubiläum, den Wettbewerb für Demokratie und Toleranz. Ich bin sehr begeistert von dem Projekt ´Schritt für Schritt ins Nachbarland´, und wir sind mit den Projektbearbeitern auch in intensivem Kontakt. Dennoch wollte ich Ihnen diese kleine Information zukommen lassen, damit bei Ihren Hörern und Lesern nicht der Eindruck entsteht, dass es sonst keine Projekte dieser Art gibt beziehungsweise diese Art von Projekten erst 22 Jahre nach dem Fall des Eisernen Vorhangs angegangen werden!“
Danke für Ihre Information. Radio Prag wird auch über dieses Projekt gerne berichten, besonders im Jahr des 20. Jubiläums des Deutsch-Tschechischen Freundschaftsvertrags und des 15. Jahrestags der Unterzeichnung der Deutsch-Tschechischen Erklärung. Es gibt doch nie genug schöne Beispiele für gute Nachbarschaftsbeziehungen.
Prag-Smíchov
Radio Prag ist nicht nur ein Sender für Nachrichten und aktuelle
Berichterstattung, sondern spielt auch die Rolle eines Vermittlers bei der
Suche nach der einen oder anderen Familiengeschichte. Das beweisen folgende
zwei E-Mails, die wir bekommen haben:
„Mein Name ist Ernst Sommer, ich wohne mit meiner Familie in Kärnten in Österreich. Ich interessiere mich für meine Familiengeschichte und habe zufällig im Keller meiner Tante sämtliche Stammbäume bis ins 17. Jahrhundert unserer Familien gefunden. Daraus geht hervor, dass der Urgroßvater meines Vaters der Begründer der Dampfmolkerei in Smíchov war. Meine Eltern haben mir oft über Lochkov erzählt.“
Dazu sollte erwähnt werden, dass Smíchov und Lochkov zwei heutige Stadtviertel von Prag sind. Die Erzählung geht aber weiter:
Prag-Lochkov (Foto: Packa, Creative Commons 2.5)
„Leider wusste niemand genaueres, was damals passiert war und warum
diese Güter verloren gegangen sind. Der Großvater meines Vaters war
meines Wissens demnach der letzte aus der Familie Kirschner. Er hatte einen
Sohn, der eine Viktorine Kirpal geheiratet hat - meine Urgroßmutter. Seine
zwei Töchter haben zwei Brüder aus der Familie Kolisko geheiratet. Die
dritte Tochter Anna hat Friedrich Sommer aus der Schweiz geheiratet -
meinen Großvater. Sie haben im Jahre 1918, kurz vor der Inflation den
´Marienhof´ in Feldkirchen - eine kleine Landwirtschaft - gekauft, die
zurzeit von mir bewirtschaftet wird. Beim Recherchieren im Internet bin ich
nun auf die für mich sehr interessanten Beiträge auf Wikipedia über
Ossip Schubin und Marie Kirschner - meine Ururgroßtanten gestoßen. Der
Autor ist Thomas Kirschner. Leider ist er über seine angegebene
E-Mail-Adresse nicht erreichbar. Ich würde natürlich sehr gerne mehr
darüber erfahren, was damals passiert ist und wem das Gut in Lochkov heute
gehört. Auf YouTube existiert ein Video, wo es vermutlich um die
zukünftige Verwendung der schon recht verfallenen Gebäude geht. (ich
spreche leider kein Tschechisch). Vielleicht können Sie mir weiterhelfen
oder kennen Personen, mit denen man zu diesem Thema Kontakt aufnehmen
könnte und die auch deutsch sprechen.“
Wir haben die E-Mail an unseren ehemaligen Kollegen und Autor der
erwähnten Beiträge, Thomas Kirschner, weitergeleitet, der sich darüber
sehr gefreut hat. Dank ihm wird Herr Sommer sicher mehr über seine Familie
erfahren können. Bedanken möchten wir uns auch für die folgende E-Mail
von Herrn Quarck, der auf einen Aufruf von Radio Prag reagiert, und
umgekehrt Informationen über eine Person bietet, nach der wir gefragt
haben.
„Sehr geehrte Frau Schneibergová,
durch eine Google-Suche nach ´Maler Karl Quarck´ kam ich auf Ihre
Webseite, und Sie haben meinen Urgroßvater Karl Quarck genannt. Sie
wollten auch mehr Informationen über ihn erhalten. Mein Vater hat ihn gut
gekannt und könnte behilflich sein. Um welche Informationen handelt sich
es?
Falls es interessiert, stehen wir zur Verfügung.
Kai Quarck“
Karl Quarck: Landschaft um Lovosice
Radio Prag hat bereits im Jahr 2000 über die Ausstellung „Die
Leitmeritzer Landschaft und das Böhmische Mittelgebirge im Wandel der
Malstile des 19. und 20. Jahrhunderts“ in Litoměřice / Leitmeritz
berichtet, wobei auch der Maler Karl Quarck erwähnt wurde. In die Galerie
in Leitmeritz haben wir den Kontakt zu Kai Quarck geschickt, und haben
bereits einen Dank vom Kurator der damaligen Ausstellung erhalten, der nun
seine Forschungsarbeit dank unserer Vermittlung fortsetzten kann.
Schloss Vysoká (Foto: CzechTourism)
Ganz zum Schluss möchten wir noch aus einem sehr netten Brief zitieren.
Er ist von Leo de Does aus Oegstgeest in den Niederlanden gekommen:
„Guten, Tag, Radio Prag!
Letzen Montag brachte die Briefträgerin ein Päckchen. Auf dem
Poststempel steht ´Praha´. Dann... diese CD! Sie enthält wohl die
schönste Musik, die jemals geschrieben wurde, und dass unter dem Baton von
Sir Charles Mackerras! Im Sommer 2009 besuchte ich Ihr Land zum ersten Mal
(Ich bin 62 Jahre alt, na gut). Zuerst in Prag, dann mit dem Zug nach
Příbram, wo ich zelte, von dort aus zu Fuß (2-3 Stunden) und begleitet
von einer herrlichen Landschaft nach Vysoká, wo ich mir die Villa
Dvořáks ansehen wollte: ´Montags geschlossen´ - es war ... Montag. Von
Vysoká laufend und trampend nach Tábor (war nicht leicht), weiter mit dem
Zug und Autobus nach Telč, Litomyšl, Hradec Králové, Liberec, dann
wieder zurück nach Prag. Leider fehlte die Zeit, den westlichen Teil
Tschechiens zu bereisen, aber ich denke, dort nicht das Herz des Landes zu
finden, wie ich es auf diesem Spaziergang nach Vysoká erlebt habe.“
Vielen Dank, Herr de Does, für Ihren anregenden Reisebericht. Und vielen
Dank auch Ihnen, liebe Hörerinnen und Hörer, für Ihre Aufmerksamkeit.
Hören und lesen Sie uns weiter, und schreiben Sie weiter an uns. Unsere
Adresse: Radio Prag, Vinohradská 12, 120 99, Prag 2, Tschechische
Republik. Per E-Mail erreichen Sie uns an: deutsch@radio.cz. Auf
Wiederhören in zwei Wochen!






