Mit sieben Jahren auf Radio Prag gekommen – Interview mit Hörerin Clara Winkler

Einst war sie die jüngste Hörerin von Radio Prag, heute studiert sie Medien- und Kommunikationswissenschaft: Clara Winkler hat vor kurzem unsere Redaktion besucht. In der heutigen Ausgabe unseres Hörerforums haben wir für Sie ein Interview mit ihr.

David Groher und Clara Winkler (Foto: Markéta Kachlíková)David Groher und Clara Winkler (Foto: Markéta Kachlíková) Vielen Dank für Ihre Zuschriften, Empfangsberichte und Postkarten. Eine besondere E-Mail hat uns Anfang des Jahres in der Redaktion erreicht. Geschrieben wurde sie von Clara Winkler aus Schmitten im Taunus:

„Hallo liebes Team von Radio Prag, nach vielen, vielen Jahren melde ich mich mal wieder und hoffe sehr, dass Ihr Eure (vielleicht mittlerweile ehemalige) jüngste Hörerin aus Schmitten wieder erkennt. Ich habe Euch vor rund zehn Jahren eine Menge Briefe und Empfangsberichte geschrieben und musste letztens wieder an Euch denken, als ich mit meinem Vater (Lutz Winkler) über das Radiohören über Kurzwelle geredet habe. Mittlerweile bin ich 20 Jahre alt und studiere seit Oktober 2015 in Thüringen angewandte Medien- und Kommunikationswissenschaft. Meine Leidenschaft fürs Radio ist zum Glück nicht verschwunden, daher habe ich im Sommer 2015 zwischen Abi und Studium ein Praktikum bei Radio Lotte, einem kleinen Bürgerradio in Weimar, gemacht.“

Nachdem sich Clara vorgestellt hatte, schrieb sie, dass sie mit ihrem Partner David Groher im März eine Reise nach Prag plane. Mit dem Urlaub in Prag hat es tatsächlich geklappt, und beide haben uns auch im Rundfunkgebäude besucht. Dabei entstand folgendes Interview mit Clara Winkler und David Groher:

Sie sind für uns bekannt als jüngste Hörerin von Radio Prag. Das war allerdings vor einigen Jahren. Wie sind Sie darauf gekommen, unseren Sender zu hören?

CW: „Ich bin durch meinen Vater auf das Radiohören gekommen. Als ich etwa sieben Jahre alt war, habe ich ihn gefragt, ob man da so ein bisschen etwas über andere Länder und andere Kulturen lernen könne. Er hat gemeint, dass man das durchaus könne. Da habe ich angefangen, Radio zu hören. Radio Prag war, glaube ich, der erste Sender, an den ich Empfangsberichte geschrieben habe. Es ging dann weiter mit Südkorea (KWS) und Taiwan (RTI).“

Sie sagen, es habe bei Ihnen mit sieben Jahren angefangen. Hat es Ihnen schon damals Spaß gemacht, Radioberichte über andere Länder zu hören. Oder ging es vor allem darum, mit den Sendern in Kontakt zu stehen und QSL-Karten zu bekommen?

„Als Kind habe ich QSL-Karten abgeheftet und nach Daten geordnet.“

CW: „Als kleines Kind kriegt man immer gerne Post. Mir hat immer sehr viel Spaß gemacht, die QSL-Karten zu bekommen. Ich habe sie auch meistens alle abgeheftet und nach Daten geordnet, viele hab ich auch noch. Aber es war auch der Spaß, einfach mit anderen Ländern in Kontakt zu stehen, etwas über andere Länder etwas zu erfahren. Und zusätzlich haben mich die fremden Sprachen interessiert.“

Geht Ihr Interesse auch weiter? Sie sind nun sozusagen schon ein bisschen eine Medienexpertin…

„Ich habe die ganzen Jahre über mein Interesse für Medien behalten.“

CW: „Ich habe die ganzen Jahre über mein Interesse für Medien behalten. Zwischen Abitur und Studium habe ich ein Praktikum bei Radio Lotte gemacht, das ist ein kleines Bürgerradio. Dort war ich in der Wortredaktion tätig, habe auch eigene Beiträge machen dürfen, was ich wirklich sehr vertrauensvoll fand. Es hat mir sehr viel Spaß gemacht. Aber mittlerweile strebe ich mehr die Richtung Public Relations an, ich bin also etwas vom Journalismus weggegangen.“

Quelle: Štěpánka BudkováQuelle: Štěpánka Budková Hören Sie auch heute noch Radio Prag? Oder lesen Sie unsere Beiträge im Internet?

CW: „Ich habe erst letztens ein bisschen angefangen, im Internet nach den Beiträgen zu gucken. Mich hat interessiert, welche Rubriken es auch nach zehn Jahren noch gibt, also ‚Tschechisch gesagt‘ oder den ‚Spaziergang durch Prag‘. Es ist sehr schön, dass diese Rubriken weiterbestehen. Und ich habe Radio Prag des Öfteren im Auto gehört, weil man Papa die Sendung oft während der Fahrt hört.“

Sie sind zum Urlaub nach Prag gekommen. Was haben Sie hier vor?

Goldenes Gässchen (Foto: © City of Prague)Goldenes Gässchen (Foto: © City of Prague) „Wir sind ein paar Tipps nachgegangen: zum Beispiel, dass das Goldene Gässchen nach 17 Uhr kostenlos ist.“

DG: „Wir wollen uns noch ein bisschen die Stadt angucken. Vorgestern sind wir angekommen und dann erstmals zu Fuß durch die Stadt gegangen, zuerst auf der Kleinseite. Gestern haben wir die Prager Burg besichtigt und sind ein paar Tipps nachgegangen: zum Beispiel, dass das Goldene Gässchen nach 17 Uhr kostenlos ist und man nicht vorher Eintritt zahlen sollte. Wir sind sehr beeindruckt von der Architektur und dass man zu Fuß eigentlich überall hinkommt, dass es sehr schön kompakt ist.“

Clara ist eine langjährige Hörerin von Radio Prag, sie kennt unseren Sender von ihrem Vater. Haben Sie auch schon früher von Radio Prag gehört?

„Ich finde es toll, dass es solche Sender wie Radio Prag gibt.“

DG: „Von Radio Prag habe ich erst durch Clara erfahren. Aber ich habe dann auch mal in die eine oder andere Sendung reingehört. Ich finde es toll, dass es solche Sender gibt. Dass man solche Sachen wie Sehenswürdigkeiten erklärt bekommt oder auch die Wörter, die Sprache. Es ist toll, dass es so etwas gibt.“

Studieren Sie auch Medienwissenschaften? Haben Sie ebenfalls Erfahrungen mit Medien gemacht?

DG: „Ich studiere Medienwissenschaften im Master und werde in diesem Jahr fertig. Auch in Weimar. Ich habe ein Jahr lang ehrenamtlich bei Radio Lotte, dem Bürgersender, gearbeitet und gegen Ende auch moderieren dürfen. Ich bin jetzt aktuell in Erfurt beim Kinderkanal, also Fernsehen, und werde dann mal schauen, wie sich dieses Jahr entwickelt. Ob ich in den Journalismus gehe oder in die Öffentlichkeitsarbeit, das ist noch nicht ganz klar.“

 

Abschließend möchten wir noch eine Frage beantworten, mit der sich Hans-Jürgen Viehrig aus Leipzig an unsere Redaktion gewandt hat:

Foto: Archiv des Tschechischen Rundfunks - Radio PragFoto: Archiv des Tschechischen Rundfunks - Radio Prag „Im Mai 2017 werde ich Prag besuchen und dann 74 Jahre alt sein. Stimmt es, dass alle über 70 Jahre, auch Touristen, die Nahverkehrsmittel in Prag kostenlos benutzen können? Muss man dazu einen Ausweis erwerben oder genügt der amtliche deutsche Personalausweis?“

Wir haben für Sie, Herr Viehrig, eine positive Antwort. Sie können als Über-Siebzigjähriger tatsächlich kostenlos alle Nahverkehrsmittel auf dem ganzen Prager Stadtgebiet benutzen. Wenn auch mit einer einzigen Ausnahme: Für die Züge der Tschechischen Bahn, die auf dem Stadtgebiet verkehren, gilt diese Regelung nicht. Aber in der U-Bahn sowie in den Bussen und Straßenbahnen brauchen Sie sich keine Sorgen zu machen. Bei einer Kontrolle reicht bei EU-Bürgern der Personalauswaus beziehungsweise der Reisepass für den Altersnachweis. Ihr deutscher Personalausweis reicht also vollkommen.

Und das war’s für heute. Wenn Sie Fragen, Beschwerden, Wünsche oder Anregungen haben, dann schreiben Sie uns doch an folgende Adresse: Radio Prag, Vinohradská 12, 120 99 Prag 2, Tschechische Republik. Sie können uns natürlich auch per E-Mail kontaktieren und zwar unter deutsch@radio.cz. Machen Sie's gut. Auf Wiederhören bis zum nächsten Mal.