Hörerforum Hörerbesuch – Elbeausbau - Fremdenlegion
Wir haben wieder unseren prall gefüllten Postkasten geöffnet. Was wir darin so alles gefunden haben wollen wir Ihnen auch diesmal nicht vorenthalten. Außerdem: Ein Stammhörer zu Gast im Funkhaus.
Ahoj und herzlich Willkommen zum Hörerforum! Wie alle zwei Wochen
bedanken
wir uns bei Ihnen für Ihre Briefe, Postkarten und Emails und besonders
natürlich für die vielen Empfangsberichte. Die kamen diesmal zum
Beispiel
von Manfred Sedlmair aus Bodenkirchen, Klaus-Peter
Schreiber aus Berlin,
Frank Unglaube und Winfried Janzen, beide aus
Hamburg und Florian Gründler
aus Schkeuditz. Douglas Kähler aus Mönkeberg schrieb uns zu
seinem
Empfangsbericht:
„Ihr Programm war - wie immer - sehr interessant und wirklich gut produziert. Da gibt es nichts zu meckern. Ihre sehr guten Internetseiten ergänzen das Radioprogramm perfekt. Sie sind wirklich übersichtlich, ansprechend und modern gestaltet und funktionieren ohne Probleme.“
Vielen Dank, Herr Kähler. Wir freuen uns, dass unsere Internetseiten
ihren Zweck erfüllen. Übrigens: Sollten Sie einmal eine Sendung verpasst
haben oder einen für Sie besonders interessanten Beitrag noch einmal
hören wollen, dann können Sie sich im Internet die einzelnen Beiträge
auch hinterher noch in Wort und Ton aufrufen. Die Adresse unserer
Internetseiten kennen die meisten von Ihnen schon. Aber der
Vollständigkeit halber sei sie noch einmal erwähnt: www.radio.cz.
Einfacher geht es nicht.
Willi Nesswetha (Foto: Gerald Schubert)
Vor genau zwei Wochen haben viele von Ihnen vor dem Radio gesessen und dem
Hörerforum gelauscht. Unser Hörer Willi Nesswetha konnte die
Sendung
direkt aus dem Regieraum neben unserem Studio verfolgen. Die Gelegenheit
seines Besuchs im Prager Funkhaus habe ich genutzt, das folgende kurze
Interview mit ihm aufzuzeichnen:
Herr Nesswetha, Sie sind bei uns zu Gast als langjähriger Hörer von Radio Prag. Sie haben aber auch zu Prag und zu Tschechien eine ganz besondere Beziehung. Welche?
„In der Tat. Ich bin in Prag geboren Ende des Zweiten Weltkriegs. Ich bin hier zur Schule gegangen. Nach der Niederschlagung des Prager Frühlings musste ich das Land verlassen und bin nach Deutschland gegangen. Ich arbeite dort bis heute als Lehrer. Ich komme oft nach Prag zurück, seit das möglich ist. In den 1980er Jahren war das ja sehr schwierig mit den Schikanen an der Grenze, aber mittlerweile mache ich das häufig.“
Sie sind also vor über 40 Jahren emigriert. Ich habe es schon gesagt. Sie sind langjähriger Radio-Prag-Hörer. Wie lange hören Sie denn schon Radio Prag?
Willi Nesswetha (Foto: Gerald Schubert)
„Ich habe früher hin und wieder Radio Prag gehört, zur Zeit des Kalten
Krieges. Das war noch sehr ideologisch einseitig und für mich auch eine
Quelle der Heiterkeit, weil man ja auch wusste, dass das alles nicht so
ganz stimmt, was da zu hören war. Aber ein bisschen aus Nostalgie habe
ich
eingeschaltet. Nach der Wende habe ich begonnen, Radio Prag regelmäßig
zu
hören und das tue ich bis zum heutigen Tag. Ich bin für diese Quelle der
Information aus der alten Heimat sehr dankbar. Meistens höre ich
vormittags.“
Hören Sie denn dann die deutschsprachigen Sendungen oder eher die tschechischen?
„Also zunächst mal höre ich auch die Inlandssendungen vom sechsten Programm des Tschechischen Rundfunks auf der Mittelwelle. Aber regelmäßig dann auch die deutschen Programme von Radio Prag, denn da gibt es Sendungen, die mich sehr interessieren, wie den MusikCzech oder das Tagesecho. Sehr gut finde ich auch die Kapitel aus der tschechischen Geschichte oder die Spaziergänge durch Prag, in denen ich selbst als alter Prager immer wieder etwas Neues über meine Stadt erfahren konnte.“
Soweit unser Stammhörer Willi Nesswetha über seine besondere Beziehung zu seiner Heimatstadt und zu Radio Prag. Den ganz aufmerksamen Hörern unter Ihnen sagt der Name Nesswetha vielleicht noch etwas. Die Tochter von Willi Nesswetha, Julia, hat vor etwas mehr als zwei Jahren ein Praktikum bei uns gemacht und war auch On Air zu hören. Die Familie Nesswetha ist also echt „Radio-Prag-affin“.
Elbe
Heinz-Günter Hessenbruch aus Remscheid hat unseren Beitrag
über den
geplanten Ausbau der Elbe zur internationalen Wasserstraße gehört und
uns
diese Zeilen geschrieben:
„Sicherlich ist der Elbe-Ausbau eine kostenintensive Angelegenheit, aber bestimmt auch eine gute Investition in die Infrastruktur der Anliegerstaaten. Gibt es eigentlich eine internationale Kommission der Anlieger, die sich nur mit der Elbschifffahrt befasst?“
Schleuse bei Čelákovice
Die Schifffahrt auf der Elbe wird natürlich international koordiniert.
Eine Kommission, die sich ausschließlich damit beschäftigt, gibt es aber
nicht. Ein Abkommen zwischen Deutschland und Tschechien aus dem Jahr 2006
sieht vor, die Elbe zu einer internationalen Wasserstraße auszubauen.
Unter anderem durch den Bau von Staustufen will man den Fluss ganzjährig
befahrbar machen. Darüber sprechen die zuständigen Behörden beider
Länder – aber auch der EU – miteinander. Ob sich die Investitionen in
den Ausbau der Elbe aber tatsächlich lohnen, ist in Tschechien
umstritten.
Befürworter behaupten, das Projekt sei wichtig für die Wirtschaft.
Gegner
wenden ein, der relativ geringe Güterverkehr auf der Elbe in Tschechien
könnte auch mit dem Zug abgewickelt werden. Eine internationale
Kommission
der Elbanrainer gibt es dann aber doch und sie heißt auch so: Die
Internationale Kommission zum Schutz der Elbe. Vertragspartner sind hier
Deutschland und Tschechien. Beobachter sind Polen, Österreich, die EU und
eine Reihe von Nichtregierungsorganisationen. In der Kommission arbeiten
Naturschützer zusammen am Erhalt des Ökosystems Elbe. Der geplante
Ausbau
des Flusses ist sicher nicht in ihrem Sinn.
Spanische Legion heute (Foto: www.wikimedia.org)
Auch ein Beitrag über tschechoslowakische Soldaten, die für die
französische Fremdenlegion in Vietnam, damals noch Indochina, gekämpft
haben, stieß auf Ihr Interesse. Peter Vaegler aus Stralsund
schrieb uns
dazu:
„Dass Deutsche in der Fremdenlegion gekämpft haben, war mir bekannt. Dass auch Tschechoslowaken für die Legion im Indochinakrieg im Einsatz waren, ist ein weiterer Mosaikstein in meinen Geschichtskenntnissen.“
Und Engelbert Borkner aus Hildesheim will in diesem Zusammenhang wissen:
Ladislav Kudrna
„Gibt es verlässliche Unterlagen wie viele Tschechoslowaken in der
Legion gedient haben? Weniger bekannt war ja die spanische Fremdenlegion,
die aber nach dem spanischen Rückzug aus der letzten afrikanischen
Kolonie
bis auf eine Rumpftruppe aufgelöst wurde. Gibt es Informationen, ob auch
in der spanischen Fremdenlegion in früheren Jahren Tschechen gedient
haben?“
Ob es verlässliche Unterlagen zur Zahl der Tschechen und Slowaken in der französischen Fremdenlegion gibt, ist schwer zu sagen. Wenn sie existieren, liegen sie im Archiv der Fremdenlegion im südfranzösischen Aubagne. Der Historiker Ladislav Kudrna, der über die tschechoslowakischen Legionäre in Vietnam ein Buch geschrieben hat, bemüht sich derzeit um eine Forschungsgenehmigung für das Archiv in Aubagne. Aus seiner weiteren Arbeit könnten also genauere Informationen hervorgehen. Bisher geht Kudrna für den Kriegsschauplatz Vietnam von etwa 2000 Tschechen und Slowaken in Diensten der französischen Fremdenlegion aus. Und was die spanische Fremdenlegion angeht: Über tschechische Freiwillige in dieser Truppe ist bislang nichts bekannt.
Und das war es auch schon wieder im Hörerforum. In zwei Wochen gibt es
eine neue Ausgabe. Bis dahin schreiben Sie uns bitte auch weiterhin an die
bekannten Adressen! Per Post an Radio Prag – Deutschsprachige Redaktion,
Vinohradská 12, 120 99 Praha 2, Tschechische Republik, oder per Email an
deutsch@radio.cz. Wir freuen uns auf ihre
Zuschriften. Machen Sie es gut!





