Helfen Sie uns mit Ihren Erinnerungen an August 1968!

Erinnerungen an den August 1968, Urlaubsberichte und Tipps von unseren Hörern.

Foto: Leszek SawickiFoto: Leszek Sawicki Nach einer längeren Sommerpause darf ich Sie nun wieder zu einer neuen Ausgabe des Hörerforums begrüßen. Beginnen wollen wir unsere Sendung mit einem Aufruf: Der 21. August 1968 war ein Schicksalstag in der tschechischen Geschichte. Der Einmarsch der Truppen des Warschauer Paktes in die Tschechoslowakei zerstörte damals alle Hoffnung auf ein Leben in einer freien Gesellschaft. An diesem Montag jährte sich die Niederschlagung des sogenannten Prager Frühlings zum 49. Mal. Zum 50. Jubiläum im kommenden Jahr bereiten wir ein besonderes Projekt vor, bei dem gerade Sie, liebe Hörerinnen und Hörer, uns unterstützen können. Und wie?

Helfen Sie uns einfach mit Ihren Erinnerungen! Wie und wann haben Sie von der Besetzung der Tschechoslowakei erfahren? Wie haben die Medien in Ihrem Land über die Ereignisse informiert? Oder haben Sie das damalige Geschehen direkt in der Tschechoslowakei erlebt und waren Augenzeuge des Einmarschs? Dann schicken Sie uns bitte Ihre Geschichten, Fotos, Videos oder sonstige Dinge zum Sommer 1968!

Als Inspiration hier eine Erinnerung unseres Hörers Andreas Erber aus Bayern. 2014 hat er Prag besucht und sich in einem Interview an das Ende der 1960er Jahre erinnert:

„Ein ganz großer Höhepunkt war für mich das Jahr 1968. Damals, ich war wehrpflichtiger Soldat, marschierten die Sowjettruppen in die Tschechoslowakei ein. Das ist Ewigkeiten her, aber ich erinnere mich sehr genau: Um sechs Uhr früh – ich war Unteroffizier vom Dienst – habe ich Nachrichten gehört und mitbekommen, dass die Sowjettruppen in die Tschechoslowakei einmarschiert sind. Als junger Mensch war ich immer sehr revolutionär eingestellt, und auch natürlich sehr intensiv gegen den Kommunismus. Ich war empört und habe dann unserem Verteidigungsministerium geschrieben, dass ich als Soldat in die Tschechoslowakei einreisen möchte, um mir ein Bild zu machen, wie die Situation ist, und meinen Freunden meine Hilfe anzubieten, damit sie das Land verlassen können.“

Foto: Leszek SawickiFoto: Leszek Sawicki Das sei ein ganz ungewöhnlicher Weg gewesen, da man ja normalerweise die hierarchische Linie nach oben beobachten müsse, erzählte Andreas Erber bei seinem Besuch weiter. Es folgte eine Anhörung beim Bataillonskommandeur. Letztlich ist der Soldat ohne Sanktionen davongekommen.

„Dann bin ich ohne Erlaubnis, in Zivilkleidung und mit falschen Angaben in meinem Visa in die Tschechoslowakei gefahren. Das war natürlich strengstens verboten. Ich habe meine Freunde besucht und auch mit russischen Soldaten Kontakt aufgenommen. Ich habe sogar ein Foto gemacht, mit einem sowjetischen Besatzsoldaten aus Charkow. Eigentlich war das streng untersagt, ich habe mich gewundert, dass er das zugelassen hat. Er hat auch meine Adresse gehabt, aber ich habe nie Post von ihm bekommen. Anderseits habe ich mich auch in Deutschland zehn Jahre lang nicht getraut darüber zu sprechen, weil das streng verboten war. Ich wäre bestraft worden.“

Soweit Andreas Erber. Wenn Sie ähnliche Erinnerungen an das Geschehen damals in der Tschechoslowakei haben, oder aber auch Fotografien oder andere Materialien, dann lassen Sie uns diese bitte zukommen.

 

Nun aber zu den Zuschriften, die in den Sommermonaten bei uns angekommen sind. Lutz Winkler aus Schmitten hat seinen Urlaub auf der Insel Usedom beschrieben. Zuvor hat er aber aus Anlass eines Firmenjubiläums in Prag ein langes Wochenende mit Kollegen verbracht:

Foto: Kristýna MakováFoto: Kristýna Maková „Natürlich gab es ziemlich viele Veranstaltungen und Workshops, aber in den Pausen habe ich schon mal den Weg zur Moldau gewagt. Und am Freitagabend habe ich mich mit einer Kollegin zu einem Stadtbummel aufgemacht: an der Moldau entlang zur Karlsbrücke und dann hoch zur Prager Burg. Es war wunderschön zu sehen, wie sich die Stadt entwickelt hat und scheinbar auch der Tourismus. Menschen über Menschen – selbst am späten Abend.“

Eine Stadtführung, ein Abendessen auf einem Bierschiff auf der Moldau sowie eine Weinprobe in einem Weingut im Prager Stadtteil Troja standen außerdem auf dem Programm, so Lutz Winkler weiter.

Gruss von Michael Lindner Gruss von Michael Lindner „Während ich diese Zeilen schreibe, kommen die Erinnerungen an dieses wunderschöne Wochenende wieder. Und so plane ich schon einen nächsten Aufenthalt – dann aber bestimmt mit einem Besuch bei Ihnen in der Redaktion.“ Das würde sehr freuen, Herr Winkler, kommen Sie auf jeden Fall bei uns vorbei.

Ähnlich wie Lutz Winkler, hat auch Michael Lindner aus Gera seinen Jahresurlaub zusammen mit seiner Frau Ute an der Ostsee verbracht.

„Wir haben uns wieder für die polnische Ostsee entschieden, da wir uns schon das letzte Jahr dort so wohlgefühlt haben. Allerdings suchten wir uns eine andere Destination aus, also nicht wieder Kolberg, sondern die Stadt Misdroy. Es waren wundervolle Urlaubstage mit vielen schönen und sehr nachhaltigen Erlebnissen.

Vielen Dank für Ihre schönen Grüße.

Aus Irland hat uns Horst Cersovsky einige Ansichtskarten und einen Empfangsbericht geschickt, vielen Dank dafür Herr Cersovsky.

Gruss von Horst CersovskyGruss von Horst Cersovsky „Urlaubszeit ist oft Reisezeit – so habe ich wie in den letzten Jahren Gelegenheit, mich ein paar Tage im frischen und eher kühlen Klima von Nordirland zu erholen. Am etwas verregneten Nachmittag war mir heute der Empfang des deutschen Programms aus Prag möglich. Das Internet funktioniert hier sonst nicht so problemlos. Ich habe gern das Sonderprogramm zum Gedenktag von Jan Hus verfolgt. Der 500. Jahrestag der Reformation steht in Deutschland gerade besonders im Fokus. So war die Sendung für mich sehr interessant. Und ich fand Ihre Würdigung der Reformation als gemeinsames Werk verschiedener Persönlichkeiten ein wichtiges Anliegen.“

Und auch Heinrich Eusterbrock hat uns im Sommer mit Empfangsberichten bedacht, für die wir uns bedanken möchten:

„Zwei Seiten meines Berichtsvordruckformulars (welch ein Wort) sind wieder prall mit Hörberichten gefüllt und haben gerade so für Mai und Juni ausgereicht. Da wird es langsam Zeit, die Zusammenstellung an Sie zu senden. Der Bericht steckt, wie immer, im Anhang. Für die Bestätigung meines letzten Berichts von Ende April danke ich Ihnen sehr herzlich. Über die beiden neuen QSL-Karten der "Transportserie" habe ich mich sehr gefreut. Wieder ist es Ihnen gelungen, eine anschauliche Kartenreihe zur Darstellung der Geschichte Ihres Landes herauszugeben.“

Gruss von Horst Cersovsky Gruss von Horst Cersovsky Abschließend noch ein paar Anregungen von Ihnen, liebe Hörerinnen und Hörer. Monika und Horst Kuhn aus Hamburg haben geschrieben:

„Ein Bericht über die geschichtliche Entwicklung der Prager Metro würde uns interessieren.

Und Georg Eberle aus München mahnt:

„Ich vermisse eine höhere Gewichtung der mährischen Region, speziell Brno.“

Wir werden Ihre Vorschläge im Kopf behalten, liebe Hörerinnen und Hörer, und uns natürlich bemühen, sie in unseren Programmen zu berücksichtigen. Im Falle der Prager Metro können wir auf den Beitrag zum 40. Geburtstag der U-Bahn vom Jahr 2014 hinweisen, der auf unserer Homepage finden ist, und zwar unter: www.radio.cz/de/rubrik/tagesecho/prager-metro-feiert-40-geburtstag.

Und das war´s dann auch schon wieder für heute. Wir wünschen Ihnen einen schönen Spätsommer und erholsame Tage für jene von Ihnen, die noch verreisen wollen. Wenn Sie Fragen, Beschwerden, Wünsche oder Anregungen haben, dann schreiben Sie uns an folgende Adresse: Radio Prag, Vinohradská 12, 120 99 Prag 2, Tschechische Republik. Sie können uns natürlich auch eine E-Mail schicken an: cr@radio.cz. Machen Sie's gut. Auf Wiederhören bis zum nächsten Mal.