Hörerforum Gratias-Agit-Preis, Atompolitik und Beuroner Kunst
Einen Vorschlag für in Bezug auf die Verleihung des Preises Gratias Agit, einen Standpunkt zu den jüngsten Protesten österreichischer Atomkraftgegner gegen die tschechische Atompolitik sowie Informationen über die Beuroner Benediktiner und ihre Kunst. Dies alles und noch mehr finden Sie in der nachfolgenden Sendereihe Hörerforum.
Willkommen bei Ihrer Sendung auf den Wellen von Radio Prag, willkommen beim
Hörerforum. Ganz am Anfang möchten wir uns bei allen Hörerinnen und
Hörern bedanken, die sich mit einem Empfangsbericht, einem Brief oder
einem Urlaubsgruß in den vergangenen Wochen an uns erinnert haben. Wie
etwa Detlef Jurk aus Berlin, Klaus Huber aus Karpfham / Bad Griesbach und
Johann Ruff aus Mühlheim. Unser Dank geht auch an Dieter Trepte aus
Dresden, der seinem Empfangsbericht hinzugefügt hat:
„Ich bin seit 1980 Hörer, damals noch des Interprogramms Radio Prag.
Man springt immer mal wieder auf Euren Sender. Prag ist meine zweite
Heimat.“
Eine solche Aussage freut uns natürlich sehr. Genauso wie die Zuschrift von Sandro Blatter aus Schwerzenbach:
„Nach ganz kurzer Zeit möchte ich mich wieder mit einem Brief bei Ihnen melden. Ziel sollte ja sein, die ganze Serie der schönen QSL-Karten zu erhalten. Da fehlen doch noch einige Karten. … 40 Jahre ist es her in diesen Tagen, seit ich die erste QSL-Karte von Radio Prag erhalten habe. Bestätigt wurde eine Sendung vom 15. Oktober 1971. Das ist eine ganz schön lange Zeit. Die Karte ist natürlich noch vorhanden und in der Zwischenzeit auch eingescannt.“
Gratias-Agit-Preis (Foto: Barbora Kmentová)
Gerne schicken wir Ihnen eine weitere QSL-Karte, damit Ihre Sammlung noch
reicher wird. Eine große Freude hat uns Bernd Seiser aus Ottenau mit
seinem Vorschlag gemacht:
„Ich schlage vor, im nächsten Jahr den Preis Gratias Agit an Radio Prag
zu vergeben, da Radio Prag viele Jahre durch seine deutschsprachigen
Kurzwellensendungen für einen guten Ruf der Tschechischen Republik im
deutschsprachigen Ausland gesorgt hat. Leider gibt es derzeit keine
deutschsprachigen Kurzwellensendungen von Radio Prag, aber bestimmt würde
dieser Preis die Verantwortlichen dazu anregen, sich mit der Wiederaufnahme
der Kurzwelle auseinanderzusetzen. Alle Kurzwellenhörer vermissen Radio
Prag auf den bekannten Frequenzen 6055 und 7645 kHz.“
Václav Klaus (Foto: Archiv des Regierungsamtes der Tschechischen Republik)
Wir können den Vorschlag leider nicht an das Außenministerium, das über
die Preisvergabe entscheidet, weiterleiten, haben Herrn Seiser aber die
Adresse geschickt, an die er sich wenden kann. Mit dem Preis Gratias Agit
hängt auch der nächste Leserbrief zusammen, aus dem wir zitieren wollen.
Einer der Träger dieser höchsten Auszeichnung des tschechischen
Außenministeriums hat sich nämlich diese Woche an uns gewandt: der Obmann
des Dreiländerstrukturvereins Bayern-Oberösterreich-Südböhmen in
Schwarzenberg am Böhmerwald, Walter Höllhuber. Er wurde für sein
Engagement rund um die Völkerverständigung im Dreiländereck vor zwei
Jahren ausgezeichnet und hat uns in Zusammenhang mit dem Besuch von
Präsident Václav Klaus in Linz geschrieben. In seinem Kommentar spricht
er von einer vergebenen Chance:
Foto: Europäische Kommission
„Da hätte es am 25. 10. 2011 die einmalige Chance gegeben, dem
tschechischen Staatspräsidenten Václav Klaus, anlässlich seines Besuches
in Linz, eine Petition wegen der Atompolitik seines Landes zu übergeben.
Diese Chance wurde gründlich vermasselt. Bereits am Vortag wurde lediglich
mittels einer Presseaussendung zu einer Demonstration aufgerufen. Die
Teilnehmer der Demonstration am Dienstag hätten leicht in einem VW-Bus
Platz gehabt.
Um die Internationalität der Demonstration zu unterstreichen, hat man sogar 3 Fahnen mitgeführt und ein zweisprachiges Plakat verfasst, auf dem lediglich geschrieben stand: ´Wir sind gegen Atomenergie! Sind wir deswegen Trottel?´ Das ist doch etwas dürftig. Allerdings ist es auch nicht verwunderlich, wenn man sieht, dass drei der Demonstrantinnen die Geschäftsführer bzw. Obleute jener Vereine waren, die 2007 eine Serie von Grenzblockaden organisiert haben.“
Walter Höllhuber verweist weiter darauf, dass die Vereine mit
oberösterreichischen Steuergeldern unterstützt würden, und stellt die
Frage:
„Wozu sollte diese fehlgegangene Aktion dienen? Oder geht es ohnehin nur darum aufzufallen und nicht darum, wie wir den Energiebedarf in den Griff bekommen?“
Der Beitrag über die Beuroner Benediktiner in Prag, den wir in der Sendereihe „Spaziergang durch Prag“, gebracht haben, hat großes Interesse bei Ihnen geweckt. Geschrieben haben uns unsere Hörerinnen und Hörer, die in der Nähe von Beuron in Süddeutschland wohnen. So schreibt uns Claus-Jürgen Tscharntke aus Albstadt:
Kloster Beuron im Donautal (Foto: Adrian Michale, Creative Commons 3.0)
„Das Kloster Beuron wird wieder durch Benediktiner geführt. Bedeutsam
sind der Kunstverlag sowie die Konzerte in der Klosterkirche.“
Ausführlicher äußert sich unsere regelmäßige Hörerin Martina Pohl aus Überlingen:
„Interessant war für mich in der Sendereihe ´Spaziergang durch Prag´ zu erfahren, dass die Beuroner Benediktiner damals Zuflucht in Prag fanden und die Klosterkirche St. Gabriel im Stil des Klosters Beuron ausgemalt ist. Das Kloster Beuron befindet sich im Donautal und ist von Überlingen nicht sehr weit entfernt, ungefähr 50 km. Die Beuroner Kunstschule ist weit über die Grenzen hinaus bekannt. Begründer dieser Kunst war der Maler und Bildhauer Peter Lenz, dessen Klostername P. Desiderius lautete. Ich habe schon oft das Kloster Beuron besucht und kenne es gut. Man kann dort übrigens den gregorianischen Gesängen der Mönche zuhören oder den großen Klosterladen besuchen. Auch in der hauseigenen Metzgerei gibt es so manche Spezialität zu kaufen.“
St.-Gabriel-Kirche in Prag-Smíchov (Foto: Archiv der Römisch-Katholischen Pfarrei St. Wenzel Prag-Smíchov
Einen Klosterladen oder einen Verlag gibt es in Prag nicht. Wer aber an
der Beuroner Kunst in Prag interessiert ist, kann sich unseren
„Spaziergang“ an diesem Freitag anhören. Darin werden wir uns der
Ausschmückung der St.-Gabriel-Kirche im ehemaligen
Benediktinerinnen-Kloster in Prag-Smíchov widmen.
Und abschließen wollen wir unsere heutige Sendung mit einigen
Urlaubsgrüßen. Vielen Dank unserem Hörer Dieter Feltes aus Pyrbaum, der
sich in Ägypten an uns erinnert hat. Und unser Dank geht auch an Fritz
Andorf, der seinen Urlaub auf der Krim gründlich beschreibt und seine
eigenen Ausführungen ergänzt:
Ansichtskarte von Dieter Feltes
„Die Besichtigungen der touristisch überlaufenen Städte Jalta,
Sewastopol, Sudak und Feodosija, der historischen Zarenpaläste sowie von
Wein- und Sektkellereien kamen nicht zu kurz. Natürlich stand auch die
Führung durch den Zarenpalast bei Jalta an, in dem die großen Drei –
Stalin, Roosevelt und Churchill – im Februar 1945 die Aufteilung
Deutschlands entschieden haben. Als Betroffener habe ich diese Stätte mit
etwas Wehmut besichtigt, denn bei diesen Verhandlungen wurde ja auch meine
Geburtsheimat Schlesien an Polen verschenkt. - Interessant war auch, dass
auf der Krim jetzt wieder viele Tataren muslimischen Glaubens mit eigener
Schrift und Sprache leben, die Stalin ja in den fernen Osten der
Sowjetunion vertrieben hatte. So sah man auch viele Moscheen. Die Deutschen
auf der Krim, die Stalin ebenfalls verbannt hatte, sind dagegen vielfach
nach Deutschland ausgereist, auch wenn es in Jalta noch eine intakte
deutsche Kirche mit einer kleinen Gemeinde gibt.“
Und damit wollen wir uns für heute verabschieden. Ihre Zuschriften können Sie weiter an folgende Adresse schicken: Radio Prag, Vinohradská 12, 12099 Prag 2, Tschechische Republik. Wenn Sie sich für die elektronische Post entscheiden, dann schreiben Sie an: deutsch@radio.cz. Tschüß und auf Wiederhören!







