Hörerforum Gedenkstätte auf dem Vítkov-Hügel: Wahrzeichen von Prag und seine Schattenseite
Zwei Wochen sind schon wieder vergangen. Nun kommen Sie, unsere Hörer, zu Wort. Wir haben für unser Hörerforum in Ihren Zuschriften geblättert.
Willkommen, liebe Hörerinnen und Hörer, wir melden uns mit einer neuen
Ausgabe Ihrer Sendung bei Radio Prag, dem Hörerforum. Auch heute wird aus
Ihren Briefen zitiert, auch heute werden Fragen beantwortet, mit denen Sie
sich an uns gewandt haben. Ganz am Anfang wollen wir uns aber für Ihre
Empfangsberichte und Briefe, aber auch für zahlreiche Ostergrüße
bedanken, die bei uns in der letzten Zeit angekommen sind. Unser Dank geht
unter anderem an Günter Kastner aus Salzburg, Stefan Gaupmann aus
Purgstall, Joachim Verhees aus Krefeld, Günter Spiegelberg aus Güstrow
und Hendrik Leuker aus Bamberg.
Reiterstatue auf dem Žižkov-Hügel
Falls Sie die Nationale Gedenkstätte in Prag bereits einmal besucht oder
sie wenigstens fotografiert haben, können Sie uns Ihre Eindrücke
schreiben oder die Fotos schicken. Diesen Aufruf haben wir in der
Sendereihe Spaziergang durch Prag veröffentlicht, in der wir Sie auf den
Vítkov-Hügel geführt haben. Interessante Zeilen hat uns Ralf Urbanczyk
aus Eisleben dazu geschrieben:
„Die Nationale Gedenkstätte in Prag auf dem Žižkov-Hügel hatte ich Anfang der 80er Jahre als Jugendlicher mit einer Reisegruppe bei meinem allerersten Aufenthalt in der tschechischen Hauptstadt besucht. Es war nur einer von mehreren Punkten der Stadtbesichtigung. Beeindruckt war ich von der großen Reiterstatue, die ich als echtes Wahrzeichen von Prag empfinde. Die ganze Anlage gleicht ja einem Park, mit viel Grün ringsherum. Das gefiel mir ganz gut. Aufgefallen war mir die starke Einbeziehung des Gedenkens an die sowjetische Armee, für die ein ganzer Teil der Anlage reserviert war. Dass für die Zeit zwischen Hussitenbewegung und Machtübernahme der Kommunisten eigentlich nur ganz wenig Raum war, habe ich auch nicht anders erwartet. Das war die gleiche Art und Weise der Geschichtsbetrachtung, wie ich sie aus der DDR kannte. Irgendwie wirkte die Anlage jedoch, als wenn sie erst nach dem Zweiten Weltkrieg unter kommunistischer Herrschaft konzipiert wurde und nicht schon 30 Jahre vorher.“
Astronomische Uhr am Prager Rathaus (Foto: CzechTourism)
Den Vítkov-Hügel erwähnt auch unser Hörer Lutz Winkler aus Schmitten,
der diesmal einen längeren Brief an uns geschickt hat:
„Hallo, liebe Mitarbeiter von Radio Prag, nach langer Zeit möchte ich mich wieder bei Ihnen melden - der Besuch der Webseite und immer mal in den Stream hineinzuhören ist schon Pflicht! Das Programm ist spannend und abwechslungsreich, und die Inhalte immer wieder gut recherchiert. Aber zuerst möchte ich mich recht herzlich für die letzte QSL-Karte und die Karte zum Jahreswechsel sowie den hübschen Prag-Kalender bedanken! Der Kalender hängt bei uns im Flur - so als kleiner ‚Sehnsuchtsmacher’ nach Prag. Der Bericht über die Astronomischen Uhr am Prager Rathaus hat mich sehr interessiert. Mich hat dieses technische Meisterwerk schon als Kind bei unseren Prag-Besuchen fasziniert. Schön, dass es diese Uhr noch gibt, und vor allem: dass sie gepflegt wird.“
Vítkov-Gedenkstätte
Herr Lutz Winkler findet zudem die neue Aktion von Radio Prag, die Frage
des Monats, sehr gut. So sei die Garantie da, dass sich die Leser der
Internetseite und die Hörer der Sendung auch noch etwas am interaktiven
Geschehen beteiligen, schreibt er und fährt fort:
„Der Spaziergang durch Prag gehört zu einer der Sendereihen, die ich immer wieder gerne höre. Die Sendung ‚Labore der Macht’ hat mich aber etwas erschreckt. Die Einbalsamierung von Führern finde ich nicht sehr einladend, sondern eher abschreckend. Wird denn die nationale Gedenkstätte heute von den Tschechen immer noch an nationalen Feiertagen besucht, werden dort heute noch Gedenkveranstaltungen abgehalten?“
Vítkov-Gedenkstätte
Die Antwort auf die letzte Frage lautet: ja. Gedenkveranstaltungen werden
dort weiterhin abgehalten. Besucht werden der Hügel und die Gedenkstätte
allerdings nur selten. Das Nationalmuseum bemüht sich, aus dem Denkmal
wieder ein Symbol der demokratischen Republik zu machen und Besucher
hinzuführen. Dazu soll unter anderem eine Ausstellung über Meilensteine
der modernen tschechoslowakischen und tschechischen Staatlichkeit dienen.
Dass Sie die Labore der Macht erschreckt haben, ist kein Zufall, Herr
Winkler. Das Anliegen der Kuratoren war es, die Schattenseite des Denkmals
zu zeigen, wie es also von der kommunistischen Propaganda missbraucht
wurde.
Am Dinosaurierspur im Botanischen Garten (Foto: Khalil Baalbaki, Tschechischer Rundfunk)
„Liebe Redaktion, ich habe da mal eine Frage zu einer Sendung vom
vorigen Jahr. Am 1. April 2011 brachtet ihr einen Beitrag unter dem Titel
‚Die Spur auf dem Pflaster - Dinosaurier im botanischen Garten’.
Aufgrund des Datums 1. April vermutete ich damals, dass dies vielleicht ein
(bei uns sehr gebräuchlicher) Aprilscherz gewesen war. Könntet ihr mal
recherchieren, ob der Dinosaurier-Fußabdruck noch zu sehen ist? Mit
herzlichem Gruß aus Dresden, Klaus Nindel.“
Zur Erinnerung fassen wir kurz zusammen, worum es in unserem Beitrag vor einem Jahr ging. Auf einem Pflasterstein im Botanischen Garten in Prag wurde damals ein 210 Millionen Jahre alte Dinosaurierspur entdeckt. Der Geologe Radek Mikuláš hatte bereits in den 1990er Jahren einen anderen Abdruck auf einem Sandstein gefunden, der aus dem Steinbruch bei Červený Kostelec in Ostböhmen stammte. Er glaubte, dass es dort noch weitere Spuren geben müsste. In seiner Freizeit untersuchte er daher weitere Orte, die mit Steinen aus Červený Kostelec gepflastert wurden. So kam er auch in den Prager Botanischen Garten, wo er am Rand eines Gehsteigs einen groben Pflasterstein und eine Spur darauf fand. Die Spur ist 20,5 Zentimeter lang und 20 Zentimeter breit. Die Forscher meinen, dass der Dinosaurier, der sie hinterlassen hat, etwa 2,5 Meter lang und fast einen Meter groß war.
Chlupáč-Museum (Foto: Archiv des Museums)
Unserer Recherche nach soll sich der Pflasterstein mit dem Fuß-Abdruck
nun im so genannten Chlupáč-Museum der Geschichte der Erde (Chlupáčovo
muzeum historie Země) in Prag befinden. Dies ist ein Museum der
Karlsuniversität, das im Jahr 2008 auf Grundlage der Sammlungen des
Instituts für Geologie und Paläontologie gegründet wurde. Die Sammlung
dient hauptsächlich zu Unterrichts- und Forschungszwecken. Mit Ausnahme
der Ferien ist sie aber auch einmal in der Woche, und zwar mittwochs von 10
bis 17 Uhr, der Öffentlichkeit zugänglich. Bei Gruppen über fünf
Personen ist eine Voranmeldung erforderlich, und zwar an
mazuch@natur.cuni.cz.
Lieber Herr Nindel, dort finden Sie nicht nur den erwähnten Dino-Fußabdruck, sondern auch weitere wichtige Spuren der Millionen Jahre alten Geschichte der Erde.
Unser Hörer Oliver Fülla aus Simmern hat uns einen ausführlichen
Empfangsbericht geschrieben, der auch eine Frage beinhaltet:
„Liebe Freunde in der deutschsprachigen Redaktion bei Radio Prag! Herzlichen Dank für die schöne Karte zum Jahreswechsel und die letzte QSL-Karte. Leider hatte ich Anfang des Jahres sowohl beruflich als auch privat sehr viel zu tun, so dass ich erst jetzt dazu komme, Ihnen wieder einmal zu schreiben. Nachträglich wünsche ich Ihnen noch alles Gute für 2012. Nach wie vor höre ich regelmäßig Ihre Sendungen. Die Hörerpostsendung lade ich in der Regel von Ihrer Webseite runter oder nutze die Podcasts bei Radio700. Heute habe ich die Sendung wieder einmal über Satellit gehört. Die Empfangsqualität war ausgezeichnet. Allerdings blendet WRN Ihre Sendungen nach 27 Minuten aus. Neulich hörte ich in einem anderen Radioprogramm ein Orchester, das die Melodie spielte, die zu Beginn Ihrer Sendungen läuft. Können Sie mir sagen, wie das Stück heißt und wer es komponiert hat? Über die Beantwortung dieser Frage in der Hörerpostsendung würde ich mich sehr freuen. Nochmals wünsche ich Ihnen alles Gute und hoffe, dass Sie Ihre engagierte Arbeit noch lange fortsetzen können. Mit freundlichen Grüßen, Oliver Fülla.“
Antonín Dvořák (Foto: Dvorak American Heritage Association)
Vielen Dank für Ihre Wünsche, Herr Fülla. Ihre Frage ist die letzte
Frage, die wir diesmal beantworten. Beim Stationssignal unseres Senders
handelt es sich um eine Verarbeitung einiger Takte aus der Neunten
Symphonie von Antonín Dvořák, der Symphonie „Aus der Neuen Welt“.
Und damit sind wir am Ende unserer heutigen Sendung angelangt. Wir danken für Ihre Aufmerksamkeit und für alle Ihre Zuschriften. Schreiben Sie uns auch weiter an Radio Prag, Vinohradská 12, 120 99 Prag 2, Tschechische Republik. Sie können uns auch eine E-Mail schicken, und zwar an deutsch@radio.cz.






