Hörerforum Die Zukunft der Kurzwelle und die Unterschrift des Präsidenten
Wieder einmal ist es Zeit für Ihre Rubrik, das Hörerforum. Wir sagen Ihnen, was in den vergangenen beiden Wochen wieder so alles in unserem Briefkasten gelandet ist.
Ahoj und herzlich Willkommen zum Hörerforum! Gleich zu Beginn im Namen der
ganzen Redaktion ein herzliches Danke! Danke für Ihre wieder einmal so
zahlreichen Briefe, Postkarten und Emails. Und Danke natürlich auch für
Ihre Empfangsberichte. Die kamen diesmal zum Beispiel von Oliver Ahrenholz
aus Werneuchen, Harald Felisch aus Frankfurt an der Oder, Mathias Volta aus
Geeste, Patrick Wietschke aus Dessau, Christoph Ratzer aus Grödig, Gerald
Kallinger aus Wien und Wolfgang Olij aus Holland.
Seit der vergangenen Woche gilt unser Herbst-/ Wintersendeschema, wie die meisten von Ihnen schon bemerkt haben. Und damit gelten auch wieder neue Sendezeiten und Frequenzen. Darauf haben wir Sie bereits vor zwei Wochen hingewiesen. Anna Seiser aus Ottenau hat das aber gar nicht gefallen:
„Eine Unverschämtheit finde ich die Bemerkung im Hörerforum, die neuen Frequenzen stehen im Internet. Was nützt das einem Hörer ohne Internetzugang? Da könnte man meinen, Radio Prag tue alles, um seine Kurzwellenhörer loszuwerden. Schämen Sie sich für diese Gemeinheit!“
Liebe Frau Seiser, wie Sie wissen, konsumieren viele unserer Hörer Radio
Prag auch - manche sogar ausschließlich - über das Internet. Es ist also
für uns durchaus nahe liegend, die Änderungen am Sendeschema auch dort zu
veröffentlichen. Unsere Kurzwellenhörer können sich aber
selbstverständlich wie gewohnt in den Stationsansagen unmittelbar vor
unseren Sendungen über Sendezeit- und Frequenz-Änderungen informieren.
Auch darauf haben wir in der letzten Ausgabe des Hörerforums aufmerksam
gemacht. Es kann also keine Rede davon sein, dass wir unsere
Kurzwellenhörer „loswerden“ wollen. Ganz im Gegenteil. Wie Sie schon
vor zwei Wochen hören konnten, steht der Tschechische Rundfunk derzeit in
Verhandlungen mit dem Außenministerium, um die Verbreitung von Radio Prag
auf Kurzwelle auch weiterhin sicherzustellen.
Zur Erinnerung: Im Rahmen der allgemeinen Sparmaßnahmen der tschechischen Regierung wurden auch in dem vom Außenministerium getragenen Etat von Radio Prag Kürzungen um 20 Prozent gefordert. Dies könnte ab dem 1. Januar zu Einschränkungen auch bei den Kurzwellensendungen führen. Diese Aussicht hat zu überwältigenden Reaktionen Ihrerseits geführt. Achim Kissel aus Duisburg etwa sorgt sich um den Fortbestand von Radio Prag:
„Leider sind schon zu viele Auslandsrundfunk-Stationen geschlossen worden. Und das im ‚Informationszeitalter’.“
Und Maximilian Pfeifer schrieb uns in einer Email:
„Wie soll man sich ohne Radio Prag über Tschechien informieren? In den deutschen Medien hört man kaum etwas über Tschechien. Der Verlust von Radio Prag wäre ein großer Verlust für alle, die sich in deutscher Sprache über Tschechien informieren wollen.“
Machen Sie sich keine Sorgen! Der vollständige Verlust von Radio Prag
droht Ihnen zum Glück nicht. Es wird uns auch weiterhin geben, zumindest
im Internet. Bedroht sind derzeit zunächst nur unsere Kurzwellensendungen,
was sicher auch ein Verlust wäre. Das findet nicht nur Oliver Fülla aus
Simmern:
„Ein Auslandsdienst im Internet ist immer noch besser als gar keiner. Es wäre aber schade, den Verbreitungsweg über die Kurzwelle zu verlieren. Und mal ehrlich: Was ist eine Radio-Station ohne Sender?“
Rainer Schulze aus Wustermark hat zwar Verständnis für die angemahnten Sparmaßnahmen. Er gibt aber zu bedenken:
„Die Bedeutung der Kurzwelle ist gesunken. Das Radio aber kann man überall hin mitnehmen. Mit Kabelanschluss und Internet ist das schon etwas komplizierter und teurer. Ich kann es nachvollziehen, wenn ein Land entscheidet, dass der Auslandsdienst zu teuer ist. Andererseits verliert dieses Land dann auch ein wenig an Interesse.“
Ähnlich argumentiert Peter Zieger aus Döbeln:
„Dass man bei der Krise im Haushalt einsparen muss, ist klar. Dass das
auch die Kurzwelle betrifft, ist auch klar. Reduzieren Sie die Zahl der
Ausstrahlungen pro Tag, aber bitte stellen Sie sie nicht ganz ein! Ich habe
keinen Computer und möchte mir auf meine alten Tage auch keinen mehr
kaufen.“
Unser treuer Hörer Fritz-Walter Adam aus Bernburg an der Saale bringt es auf den Punkt:
„Seit fast 40 Jahren verfolge ich nun schon Ihre Programme und habe so viel über Ihr Land erfahren. Ich hoffe Radio Prag auch noch im nächsten Jahr über Kurzwelle empfangen zu können.“
Mit dieser Hoffnung sprechen Sie wohl den meisten unserer Hörer und auch uns Redakteuren aus dem Herzen, Herr Adam! Ihnen und natürlich auch allen anderen unserer Hörer möchten wir ganz herzlich für Ihre Unterstützung und Ihren Zuspruch danken! Wir werden unsere Arbeit auch weiterhin in der gewohnten Qualität machen. Wenn konkrete Entscheidungen über die Zukunft der Kurzwellensendungen von Radio Prag fallen, werden wir Sie natürlich in unseren Sendungen darüber informieren. Vorerst müssen wir Sie aber noch ein wenig um Geduld bitten. Grundlegend Neues gibt es bislang nicht zu berichten. Die Verhandlungen mit dem tschechischen Außenministerium laufen noch.
Die Sorge um den Erhalt unserer Kurzwellensendungen hat zwar in Ihrer Post in den vergangenen Wochen eindeutig dominiert. Trotzdem haben Sie sich auch inhaltlich mit unseren Sendungen auseinander gesetzt. Zum Beispiel schrieb Fritz Osewald aus Neubrandenburg:
Václav Klaus
„Ich ärgere mich, dass der tschechische Präsident Václav Klaus nicht
endlich zum Füllfederhalter greift und den EU-Reformvertrag unterschreibt.
Aber es wird schon noch etwas werden, warten wir ab.“
Der EU-Reformvertrag von Lissabon ist wahrlich schon ein Dauerbrenner in
unseren Sendungen. In der vergangenen Woche aber wurde eine weitere Hürde
auf dem Weg zu seiner endgültigen Ratifizierung aus dem Weg geräumt. Auf
dem Brüsseler EU-Gipfel wurde der Forderung von Václav Klaus entsprochen,
die Geltung der EU-Grundrechtecharta für Tschechien auszusetzen. Weitere
Bedingungen will Klaus offenbar nicht stellen. Zudem haben am Dienstag die
tschechischen Verfassungsrichter in ihrem mit Spannung erwarteten Urteil
festgestellt, dass der Lissabon-Vertrag im Einklang mit der tschechischen
Verfassung steht. Einer Ratifizierung des Dokuments durch den Präsidenten
steht
also eigentlich nichts mehr im Weg. Vielleicht hat das Warten auf
Klaus’ Unterschrift unter dem EU-Reformvertrag bald ein Ende. Ihr Warten
auf die nächste Ausgabe des Hörerforums hat ein Ende in zwei Wochen. Denn
für heute ist unsere knappe Zeit schon wieder abgelaufen. Schreiben Sie
uns bitte auch weiterhin so fleißig! Per Post an Radio Prag, Vinohradská
12, 120 99 Praha 2, Tschechische Republik, oder per Email an
deutsch@radio.cz. Machen Sie es gut, und bis in zwei Wochen!






