Feuilleton Soap opera auf Regierungsebene
Die Ehe von Mirek Topolanek und seiner Frau Pavla durchläuft eine schwere Krise. Vor zwei Wochen hat Premier Topolanek verkündet, dass er nicht mehr mit seiner Frau zusammenlebt und vorübergehend zu einer anderen gezogen ist. Frau Topolankova nutzte eine Pressekonferenz und einen Fernsehauftritt um beim öffentlichen Waschen schmutziger Familienwäsche nicht nachzustehen.
Lucie Talmanova und Mirek Topolanek (Foto: CTK)
Die neue Lebensabschnittsgefährtin von Mirek Toplanek heißt Lucie
Talmannova und ist Vizevorsitzende des tschechischen Abgeordnetenhauses.
Ob das Kind, das sie erwartet von ihm ist, verrät sie nicht, schließt es
aber auch nicht aus. Trotz dieser schon etwas länger bekannten Affäre trat
die Noch-Ehefrau des Premiers, Pavla, bei offiziellen Anlässen bisher noch
zusammen mit ihrem Mann auf. Zuletzt beim Neujahrsmittagessen mit
Präsident Klaus und dessen Ehefrau. Es wird vermutet, dass Pavla
Topolankova schon früher von der Affäre ihres Mannes wusste. Sie kündigte
im letzten Jahr zwar nicht die eheliche Gemeinschaft mit ihrem Mann dafür
aber die politische und kandidierte bei den Senatswahlen im Oktober 2006
erfolglos für die kleine Partei: Politika 21.
Pavla Topolankova (Foto: CTK)
Mirek Topolanek bezeichnete
das damals als ihre "süße Rache". Seine Frau betonte aber, sie
hätte schon lange politische Ambitionen, die sie nun weiterentwickeln
werde. Eine Pressekonferenz der Politika 21 vor zwei Wochen nutzte Pavla
Topolankova dazu, um in der Öffentlichkeit ihre Eheprobleme zu
diskutieren. Die Parteivorsitzende, Jana Bobosikova, sprang ihr zur Seite
und nannte Mirek Topolanek einen prinzipientreuen Betrüger. Frau
Topolankova betonte bei dieser Gelegenheit, sie wolle zwar keine Scheidung
und sei auch bereit, ihrem Mann zu vergeben, hoffe aber, dass dieser die
Vertrauensabstimmung im Abgeordnetenhaus verlieren werde. Das war
vielleicht dann doch ein Schritt zu weit. Das Regierungsamt hat ihr
daraufhin angeblich geraten, nicht mehr als Frau des
Regierungsvorsitzenden an offiziellen Akten teilzunehmen.
Staunen breitete sich darüber aus, dass eine solche Aufforderung nicht Topolanek selbst aussprach, sondern das Regierungsamt diese Aufgabe übernahm. Der Politologe Lukas Vales sieht darin eine Bestätigung für die mangelhafte Kommunikationsfähigkeit des Regierungschefs. Diese habe sich bereits innerhalb der eigenen Partei gezeigt. Vielleicht ist Mirek Topolanek ja aber auch einfach nur beleidigt, dass seine Frau politisch nun endgültig ins Lager der Gegner gewechselt ist. Allerdings war es ja der Premier, der als erster in ein anderes Lager gewechselt ist. Ganz sicher werden wir erfahren, wie diese Geschichte weitergeht und das ganze Land darf daran teilhaben. Ein Kommentator der Tageszeitung Pravo schrieb dazu in der letzten Woche: Schmutzige Wäsche wäscht man normalerweise zu Hause, manchmal füllt sie aber auch die ganze Strasse. Die große Wäsche hat in diesem Monat die Waschmaschinen im ganzen Land überlastet.






