Feuilleton Lasst die Vuvuzela klingen
Nur noch das Finale zwischen Spanien und den Niederlanden sowie das höchst überflüssige Spiel um Platz drei – und dann ist die Fußball-WM vorbei. Und es kehrt wieder Ruhe ein. Endlich Ruhe vor den Vuvuzelas!
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Wie hat uns Europäer dieses ewige Getröte doch genervt. All die schönen
Fan-Gesänge, die wir von zu Hause kennen, wurden einfach weggeblasen. Doch
der europäische Fußballfan ist schizophren – denn die Vuvuzelas sind
bei ihm zum Modeartikel geworden. In Tschechien gab es beispielsweise
Lieferengpässe, weil der Hersteller nicht mit einem Ansturm auf die
Tröten gerechnet hatte. Tschechien war ja schließlich nicht für die WM
qualifiziert. Trotz spielfreier Zeit kam es schon zu ersten
Gegenreaktionen. Ab dem Achtelfinale stellte zum Beispiel ein Prager
Biergarten mit Public Viewing ein Verbotsschild auf. Seitdem dürfen zwar
Hunde weiter rein, doch die Vuvuzela nicht.
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Nun steht aber die neue Spielsaison in der tschechischen Gambrinus-Liga
vor der Tür. Und bei den Fußballvereinen geht die Angst um. Slavia Prag
will die Vuvuzela in der Besucherordnung des Stadions verbieten. Auch
Lokalrivale Sparta sprach diese Woche einen Bann für die südafrikanische
Tröte aus. Sie sei mit der tschechischen Fankultur nicht zu vereinbaren,
hieß es. Nur: Wie viel Fankultur bieten denn überhaupt die tschechischen
Stadien? Das soll keine Anspielung auf teils dümmliche Grölereien sein,
die sich mit der Vuvuzela einfach übertönen ließen.
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Ich meine vielmehr diese Kicks vor Geisterkulisse wie das Spiel von
Bohemians Střížkov gegen Viktoria Pilsen im Mai dieses Jahres. Wie froh
müsste da jeder einzelne der 180 zahlenden Zuschauer gewesen sein, wenn
wenigstens eine Vuvuzela zu hören gewesen wäre. Wenigstens ein kleiner
Hauch großer Fußballwelt. Ich denke daher: Vielleicht sollte man sich das
mit dem Verbot der Tröte im tschechischen Fußball doch noch einmal
überlegen.







