Täglicher Nachrichtenüberblick Täglicher Nachrichtenüberblick

24-05-2018 14:46 | Strahinja Bućan

Abgeordnetenhaus streitet über „Marrakesch-Deklaration“ zu Migration

Entwicklungshilfe sollte nur an die Staaten Afrikas gehen, die sich aktiv an der Rückführung von Migranten aus Europa beteiligen. Diese Verlautbarung ist das Ergebnis einer stürmischen Debatte im Abgeordnetenhaus zur sogenannten „Marrakesch-Deklaration“. Angestoßen hatte sie die Fraktion „Freiheit und direkte Demokratie“ (SPD) von Tomio Okamura, die offen islam- und migrationsfeindliche Positionen vertritt. Der SPD-Chef befürchtet, dass durch das Dokument eine Abschiebung von Migranten erschwert wird. Innenminister Lubomír Metnar wies dies zurück.

Die Deklaration zwischen Staaten der EU und Afrikas soll einen Vorstoß zur Entwicklungshilfe darstellen. Ausgehandelt wurde sie bei einer Konferenz im marokkanischen Marrakesch Anfang Mai. Es handele sich dabei aber nicht um einen gültigen Vertrag, sondern nur um einen Katalog an Empfehlungen, so der tschechische Innen-Ressortchef Metnar.

Tschechische PC-Spieleentwickler erhalten Bewährungsstrafe in Griechenland

Zwei tschechische Computerspieleentwickler, die in Griechenland wegen Spionage angeklagt waren, müssen doch nicht für mehrere Jahre ins Gefängnis. Im Berufungsverfahren sei die Strafe auf 18 Monate auf Bewährung reduziert worden, schrieben tschechische Medien am Donnerstag. Beide Männer hätten das Berufungsurteil akzeptiert, teilte eine Sprecherin des tschechischen Außenministeriums mit.

Die IT-Fachleute waren 2012 auf der Insel Limnos verhaftet worden, sie sollen Militärobjekte nahe der Grenze zur Türkei fotografiert haben. Die griechische Staatsanwaltschaft warf ihnen danach Spionage vor, was bis zu 20 Jahre Gefängnis bedeutet haben könnte. Laut früheren Informationen sollen die Tschechen auf Limnos Aufnahmen für ein Computerspiel gemacht haben.

Regierung plant höhere Boni für Krankenpfleger

Das Kabinett von Tschechiens geschäftsführendem Premier Andrej Babiš plant höhere Boni für Krankenpflegepersonal, das im Schichtdienst arbeitet. Darüber berichtete das Tschechische Fernsehen am Donnerstag. Demnach sollen die Zusatzzahlungen für Schichtarbeit künftig rund 7000 Kronen (272 Euro) betragen, derzeit liegen sie bei maximal 3000 Kronen (110 Euro).

Über das Vorhaben informierte Gesundheitsminister Adam Vojtěch nach Beratungen. Damit soll dem massiven Mangel an Krankenpflegepersonal in Tschechien entgegengewirkt werden.

Piraten-Abgeordneter schürft Kryptowährung auf Staatskosten

Ein Abgeordneter der Piratenpartei hat in seiner Dienstwohnung auf Staatskosten Münzen der Kryptowährung ZCash geschürft, also digitales Geld auf seinem Rechner hergestellt. Das fiel nur deshalb auf, weil der Stromverbrauch in der Wohnung im historischen Prager Stadtzentrum ungewöhnlich hoch war, wie das Nachrichtenportal aktualne.cz am Donnerstag berichtete.

Beim „Schürfen“ oder „Mining“ berechnen Computer komplexe mathematische Algorithmen und verdienen damit Münzen. Das ist sehr energieintensiv. Mit der Abwärme seines mit drei Grafikkarten aufgerüsteten PCs habe er im Winter auch geheizt, um nicht zu frieren, rechtfertigte der Abgeordnete Tomáš Vymazal sein Vorgehen. Das errechnete Geld will der 28-Jährige nun für einen guten Zweck spenden und zudem die erhöhte Stromrechnung selbst begleichen.

Sudetendeutsches Museum in München könnte kommendes Jahr eröffnen

Das in München geplante Sudetendeutsche Museum wird voraussichtlich kommendes Jahr eröffnen. Darüber informierte der Bundesvorsitzende der Sudetendeutschen Landsmannschaft, Bernd Posselt, am Donnerstag. Man habe bereits in diesem Jahr mit der Fertigstellung des Baus gerechnet, so der CSU-Politiker. In Deutschland seien Verzögerungen bei großen Bauvorhaben jedoch Normalität.

Das Museum soll das kulturelle Zentrum der 1945 aus der Tschechoslowakei vertriebenen Deutschen werden. Es wird unweit des Sudetendeutschen Hauses in der bayerischen Landeshauptstadt gebaut.

Tennis: Polizei fasst Verdächtigen nach Messerangriff auf Kvitová

Fast anderthalb Jahre nach dem schockierenden Messerangriff auf Tennis-Spielerin Petra Kvitová hat die tschechische Polizei einen Verdächtigen gefasst. Das berichtete das öffentlich-rechtliche Tschechische Fernsehen am Mittwochabend. Die 28 Jahre alte Weltranglisten-Achte habe den mutmaßlichen Täter wiedererkannt, hieß es. Seine Festnahme gehe auf einen anonymen Hinweis zurück. Die Ermittler gehen demnach von einem Fall von Beschaffungskriminalität im Drogenmilieu aus.

Kvitová war kurz vor Weihnachten 2016 in ihrer Wohnung im mährischen Prostějov/ Proßnitz überfallen worden. Dabei erlitt sie schwere Verletzungen an der linken Schlaghand. In einer knapp vierstündigen Notoperation fügten die Ärzte Nerven und Sehnen wieder zusammen. Erst in diesem Jahr schaffte die Tschechin den Sprung zurück unter die zehn besten Tennisspielerinnen der Welt.

Das Wetter am Freitag, den 25. Mai

Am Freitag ist es in Tschechien teils heiter, teils wolkig. Im Süden des Landes kommt es vereinzelt zu Schauern und Gewittern. Die Tageshöchsttemperaturen liegen bei 20 bis 26 Grad Celsius.