Täglicher Nachrichtenüberblick Täglicher Nachrichtenüberblick

04-04-2018 14:53 | Martina Schneibergová

Sozialdemokraten informieren Zeman über Regierungsgespräche

Der Parteichef der Sozialdemokraten Jan Hamáček und der Parteivize Jiří Zimola haben am Mittwoch Präsident Miloš Zeman über den Verlauf der Regierungsgespräche mit der Ano-Partei informiert. Wenn die Ano-Partei auf ihren Haltungen bestehen wird, könnten die Sozialdemokraten auf dem bevorstehenden Parteitag auch darüber entscheiden, dass sie an der künftigen Regierung nicht teilnehmen. Zeman nahm die Haltung der Sozialdemokraten zur Kenntnis. Dies teilten Hamáček und Zimola nach dem Treffen mit dem Staatsoberhaupt mit.

Die Sozialdemokraten verhandeln mit der Ano-Partei über die Bildung eines Minderheitskabinetts, das die Kommunisten unterstützen würden. Die Unterhändler einigten sich auf die Mehrheit der Programmpunkte. Die Sozialdemokraten stört jedoch die Tatsache, dass die Ano-Partei darauf besteht, dass Ano-Parteichef Andrej Babiš, der strafrechtlich verfolgt wird, erneut Premierminister sein soll.

Brabec: Gewichtiges Treffen von Ano und ČSSD gibt es am Donnerstag

Am Donnerstag treffen sich die Partei Ano und die Sozialdemokraten (ČSSD) zu einer wegweisenden Verhandlung bei der Regierungsbildung. Bei diesem Treffen werden dem möglichen Koalitionspartner die Standpunkte seiner Partei zur Aufteilung der Ministerien mitgeteilt, sagte Ano-Vizeparteichef Richard Brabec am Mittwoch vor Journalisten. Das für Mittwoch terminierte Treffen bezeichnete Brabec hingegen als eine Vorab-Sitzung, bei der man eine Vereinbarung mit den Sozialdemokraten ausarbeiten könne.

An den Verhandlungen am Donnerstag wird der geschäftsführende Premier Andrej Babiš teilnehmen, der aus seinem Urlaub zurückkehrt. Darüber hinaus erwarte er, so Brabec, dass sich bis dahin auch der Präsident zur Regierungsbildung äußern werde. Miloš Zeman empfängt am Mittwoch die Spitzenpolitiker der Sozialdemokraten auf der Prager Burg.

Justizminister: Nikulins Anwesenheit in Tschechien stellte ein großes Sicherheitsrisiko dar

Die Anwesenheit des mutmaßlichen russischen Hackers Jewgeni Nikulin in Tschechien war ein großes Sicherheitsrisiko. Es bestand Interesse daran, die Auslieferung von Nikulin in die USA zu verhindern. Das sagte Justizminister Robert Pelikán (Ano-Partei) am Mittwoch im Gespräch für den Nachrichtenserver des Tschechischen Rundfunks iRozhlas.cz. Die tschechische Polizei verhaftete Nikulin 2016 anhand eines US-amerikanischen Haftbefehls. Um Nikulins Auslieferung bemühte sich auch Russland. Er wurde vorige Woche in die USA ausgeliefert.

Der Justizminister war schon vor einigen Wochen entschieden, den mutmaßlichen Hacker in die USA auszuliefern. Pelikán erklärte zuvor, dass der Antrag der USA um die Auslieferung mehr begründet war als der Antrag Russlands.

Senatoren kritisieren Präsident Zeman für Einmischung in Außenpolitik

Der Sicherheitsausschuss des Senats hat Präsident Miloš Zeman scharf kritisiert, sich wiederholt in die Außenpolitik des Landes eingemischt zu haben. Er verurteilte besonders zwei aktuelle Vorkommnisse. Zum einen hatte das Staatsoberhaupt den Nachrichtendienst BIS beauftragt danach zu suchen, ob das sowjetische Nervengift Nowitschok auf tschechischem Boden gelagert oder hergestellt worden ist. Und zum anderen hatte sich Zeman für eine Auslieferung des mutmaßlichen Hackers Jewgeni Nikulin nach Russland stark gemacht. Diese Schritte bezeichnete der Ausschuss als ein Risiko für die Sicherheits- und Außenpolitik Tschechiens. Er forderte den Präsidenten auf, derartige Eingriffe künftig zu unterlassen und die begrenzten Kompetenzen seines Amtes zu respektieren.

„Mit den beiden jüngsten Fällen wurde ein Gipfel erreicht in dem seit längerem anhaltenden Trend, bei dem der Präsident und seine engsten Mitarbeiter die ökonomischen und machtpolitischen Interessen fremder Staaten verteidigen“, schreibt der Senatsausschuss in seiner Erklärung, die am Dienstag veröffentlicht wurde.

Fußball: Ex-HSV-Profi Rozehnal beendet Profi-Karriere

Der ehemalige tschechische Fußball-Nationalspieler und Bundesligaspieler David Rozehnal beendet seine Profikarriere. Aus familiären Gründen löste er seinen Vertrag beim belgischen Erstligisten KV Oostende auf und kehrte nach Tschechien zurück. Hier wird Rozehnal nur noch unterklassig in einem Amateurverein spielen, um abzutrainieren und sich „von seinen Sorgen abzureagieren“, so der 37-Jährige.

In seiner fast 20-jährigen Profikarriere spielte Rozehnal auch eine Saison für den Hamburger SV. Weitere Stationen auf seinem Weg waren unter anderem solche namhaften Vereine wie Paris St. Germain, Newcastle United oder Lazio Rom. Rozehnal gewann die Meisterschaft in Belgien und Frankreich und in beiden Ländern auch den Pokal. Mit Lazio Rom wurde er ebenso Pokalsieger in Italien. Für die tschechische Nationalmannschaft bestritt er 60 Spiele. Mit dem Nationalteam wurde er 2004 EM-Dritter, zwei Jahre zuvor gewann er mit der U21-Auswahl die Europameisterschaft.

Eishockey: Třinec verpasst frühzeitigen Einzug ins Playoff-Finale knapp

In den Playoffs zur tschechischen Eishockey-Meisterschaft hat der HC Oceláři Třinec am Dienstag den vorzeitigen Einzug ins Finale knapp verpasst. Das vierte Match der Halbfinalserie mit dem Team aus Hradec Králové / Königgrätz verloren die Schlesier vor eigenem Publikum mit 1:2 nach Verlängerung. Die ersten drei Partien hat Třinec gewonnen, für das Weiterkommen werden aber vier Siege benötigt. Das fünfte Spiel der beiden Rivalen wird am Freitag in Hradec Králové ausgetragen.

Am Mittwoch und Donnerstag wird das zweite Halbfinalduell zwischen Plzeň / Pilsen und Brno / Brünn fortgesetzt. Die ersten zwei Begegnungen in Pilsen hat Titelverteidiger Brünn gewonnen. Mit zwei Siegen vor heimischer Kulisse könnten die Mähren folglich schon am Donnerstag ihre erneute Finalteilnahme perfekt machen.

Das Wetter am Donnerstag, 5. April

Am Donnerstag ist es in Tschechien bedeckt, mit Regenschauern, im Nordwesten des Landes in Lagen um 900 Meter mit Schneeschauern. Die Tageshöchsttemperaturen erreichen frühlingshafte 13 bis 17 Grad Celsius. In Lagen um 1000 Meter liegen die Höchstwerte bei 8 Grad Celsius.