Täglicher Nachrichtenüberblick Täglicher Nachrichtenüberblick

20-03-2018 14:55 | Markéta Kachlíková

Nervengift Nowitschok: Außenminister bestellt russischen Botschafter ein

Der tschechische Außenminister Martin Stropnický (Ano) hat den russischen Botschafter in Prag zum Gespräch eingeladen. Am Mittwoch will er mit ihm über die Aussage Moskaus sprechen, dass der Nervengift Novitschok aus Tschechien komme. Der russische Botschafter Aleksandr Smeewskij solle die „lügnerische Aussage der russischen Seite“ erklären, hieß es am Dienstag.

Der Giftstoff wurde beim Anschlag auf den ehemaligen Doppelagenten Sergej Skripal und dessen Tochter in Großbritannien genutzt. Bereits am Samstag haben Außenminister Martin Stropnický und Verteidigungsministerin Karla Šlechtová (beide geschäftsführend für Ano im Amt) die Behauptung des russischen Außenministeriums entschieden zurückgewiesen.

Ein Vorstoß der konservativen Opposition, den Disput mit Moskau im Abgeordnetenhaus in Prag zu erörtern, scheiterte an den Stimmen der Regierungspartei Ano, der Kommunisten und der SPD (Freiheit und direkte Demokratie). Unterdessen erneuerte der russische Vizeaußenminister Sergej Rjabkow die Vorwürfe. Die Erklärung, dass neben Großbritannien und den USA auch Schweden und Tschechien in der Lage seien, solche Stoffe herzustellen, sei nicht zufällig geschehen, sagte er der Nachrichtenagentur ČTK in Moskau.

Britischer Botschafter: Erwarten Taten von Tschechien

Im Vergiftungsfall Sergej Skripal fordert das Vereinigte Königreich Taten von Tschechien. Dies sagte der Botschafter des Vereinigten Königreichs in Prag, Nick Archer, gegenüber dem Politmagazin Respekt. Der Diplomat bestätigte damit eine informelle Anfrage Londons an Tschechien, wegen des Giftanschlags auf den ehemaligen Doppelagenten russische Diplomaten auszuweisen. Man habe von der tschechischen Seite durchaus Entgegenkommen in dieser Sache erfahren, so Archer.

Anfang März wurden Sergej Skripal und seine Tochter Julia im englischen Salisbury vermutlich mit dem Nervengift Nowitschok vergiftet. London vermutet Russland hinter dem Anschlag und reagierte mit der Ausweisung von 23 russischen Diplomaten.

Präsidentschaftskandidat Jiří Drahoš kandidiert für Senat

Der Finalist der Präsidentschaftswahl Jiří Drahoš will bei der im Herbst anstehenden Senatswahl um einen Sitz in der Oberen Parlamentskammer kämpfen. Er will als Parteiloser im vierten Prager Stadtbezirk zur Wahl antreten. Für seine Kandidatur sucht er jetzt Unterstützung bei demokratischen politischen Parteien.

Zudem hat Drahoš ein Bündnis mit dem Namen „Gemeinsam für Tschechien“ gegründet. Dieses Bündnis stehe außerhalb der Politik und des Business und wolle Lösungen wichtiger Themen anbieten, sagte Drahoš auf einer Pressekonferenz am Dienstag in Prag.

Der ehemalige Vorsitzende der Akademie der Wissenschaften wurde in der zweiten Runde der Präsidentschaftswahl vom amtierenden Staatsoberhaupt Miloš Zeman besiegt. Zeman setzte sich mit 51,4 Prozent der Wählerstimmen gegen seinen Herausforderer Drahoš durch.

Rund 40.000 Menschen unterstützen regierungskritische Studentenaktion

Etwa 40.000 Menschen haben sich dem Studentenaufruf #VyjdiVen angeschlossen. Die Unterschriftensammlung wurde an diesem Dienstag dem Senat überreicht. Die Obere Parlamentskammer wird sich damit höchstwahrscheinlich im April beschäftigen, wie ihr Vizevorsitzender Jiří Sestak mitteilte. In der Petition fordern die Organisatoren, der Staatspräsident müsse seinen Verfassungspflichten nachkommen und solle eine strafrechtlich verfolgte Person nicht zum Premier ernennen. Die zweite Forderung heißt, dass die geschäftsführende Regierung keine fundamentalen und personellen Schritte unternehmen dürfe.

Unter dem Motto #VyjdiVen haben sich fast 300 Schulen hierzulande am vergangenen Donnerstag an einem Warnstreik gegen die Regierungspolitik beteiligt. Für eine halbe Stunde unterbrachen mehrere Tausend Schüler sowie Studierende im ganzen Land den Unterricht oder ihre Seminare und trafen sich zu Protestversammlungen.

Mercer: Prag unter lebenswertesten Städten weiterhin auf Platz 69

Auf der Rangliste der Städte mit der höchsten Lebensqualität des Consulting-Unternehmens Mercer belegt Prag auch in diesem Jahr Platz 69. Tschechiens Hauptstadt konnte damit seine Wertung vom vergangenen Jahr beibehalten.

Spitzenreiter bleibt wie im Vorjahr Wien, noch vor Zürich, Auckland und München. Am schlechtesten lebt es sich laut Mercer im irakischen Bagdad.

Das Consulting-Unternehmen bewertet bei seiner Aufstellung mehrere Kriterien, wie zum Beispiel politische Stabilität, Gesundheitsversorgung oder Kriminalität.

Darida tschechischer Fußballer des Jahres

Hertha-BSC-Profi Vladimír Darida ist tschechischer Fußballer des Jahres. Der 27 Jahre alte Mittelfeldspieler nahm die Auszeichnung am Montagabend in Prag zum ersten Mal entgegen. Er stieß Torwart-Legende Petr Čech (FC Arsenal) vom Thron, der diesmal Zweiter wurde und seinen zehnten Sieg bei der Ehrung verpasste.

Beste Fußballerin des Jahres 2017 wurde die tschechische Nationalstürmerin Lucie Vonková, die beim FC Bayern München unter Vertrag steht. Als bester Trainer wurde Pavel Vrba von Viktoria Pilsen ausgezeichnet.

Das Wetter am Mittwoch, den 21. März

Am Mittwoch ist es in Tschechien bewölkt, mit örtlichen Schneeschauern muss gerechnet werden. Im Tagesverlauf klingen die Niederschläge etwas ab, die Wolkendecke reißt auf. Die Tageshöchsttemperaturen liegen bei -1 bis 3 Grad Celsius.