Täglicher Nachrichtenüberblick Täglicher Nachrichtenüberblick

11-12-2017 14:43 | Markéta Kachlíková

EU-Staaten beschließen ständige militärische Zusammenarbeit – Tschechien dabei

Die EU-Staaten haben erstmals eine ständige militärische Zusammenarbeit (Pesco) beschlossen. Daran werden sich neben Tschechien 24 weitere EU-Länder beteiligen. Sie soll mittelfristig zum Aufbau einer echten europäischen Verteidigungsunion führen.

Die Zusammenarbeit, die am Montag bei einem EU-Außenministertreffen in Brüssel formell bestätigt wurde, soll mit 17 konkreten Projekten starten. Die Tschechische Republik soll sich laut Angaben von Diplomaten an drei davon beteiligen. Tschechische Soldaten werden in einem Trainingszentrum, einem Sanitätskommando sowie im Bereich der Militärmobilität tätig sein.

Als eines der Teilnehmerkriterien an der Pesco eine regelmäßige Erhöhung der Verteidigungsausgaben vorgesehen. Die Möglichkeit, eine ständige strukturierte Zusammenarbeit zwischen EU-Staaten zu vereinbaren, war bereits 2009 mit dem Lissabon-Vertrag der EU geschaffen worden.

Außenminister Zaorálek spricht mit Israels Premier Netanjahu

Die Tschechische Republik werde in der EU nicht als ein Staat wahrgenommen, dessen Position von der gemeinsamen Stellungnahme zur umstrittenen Jerusalem-Entscheidung der USA abweiche. Der tschechische Außenminister Lubomír Zaorálek sagte dies am Montag in Brüssel vor Journalisten. Er hat am Rande des EU-Außenministertreffens mit dem israelischen Premier Benjamin Netanjahu über die Lage im Nahen Osten gesprochen.

US-Präsident Donald Trump hat Jerusalem in der vergangenen Woche als Hauptstadt Israels anerkannt. Netanjahu forderte nun die EU-Staaten auf, dem US-Beispiel zu folgen. Die einseitige Anerkennung wird von nahezu allen EU-Staaten als ernsthafte Gefahr für die Friedensbemühungen gesehen.

Tschechiens Präsident Miloš Zeman sprach sich in der vergangenen Woche für die Verlegung der tschechischen Botschaft aus Tel Aviv nach Jerusalem aus. Der designierte Premier Andrej Babiš (Ano-Partei) stimmte dem Vorschlag nicht zu. Es sei nicht gut, zu neuen Spannungen im Nahen Osten beizutragen, so Babiš.

Tschechien und Sachsen unterzeichnen Unesco-Antrag für Montane Kulturlandschaft Erzgebirge

Der scheidende tschechische Kulturminister Daniel Herman (Christdemokraten) und der sächsische Staatsminister des Innern Markus Ulbig haben am Montag in Dresden eine tschechisch-sächsische Nominierung der Montanen Kulturlandschaft Erzgebirge / Krušnohoří für den Antrag in die Unesco-Welterbe-Liste unterzeichnet. Dies teilte eine Sprecherin des Kulturministeriums mit. Sachsen und Tschechien reichen den Antrag zum zweiten Mal ein. Den ersten Antrag haben sie auf eine Empfehlung des Internationalen Rates für Denkmalpflege (ICOMOS) 2014 zurückgezogen. Der Antrag wurde überarbeitet und muss erneut unterzeichnet und abgeschickt werden.

Städte auf den beiden Seiten der Grenze bereiten sich auf die Eintragung in die Welterbe-Liste der Unesco seit mehreren Jahren vor. Im Kreis Ústí nad Labem / Aussig sind es beispielsweise Hora Svaté Kateřiny / Sankt Katharinaberg, Krupka / Graupen, Cínovec / Zinnwald oder Výsluní / Sonneberg und im Kreis Karlovy Vary / Karlsbad Boží Dar / Gottesgabe, Jáchymov / Joachimsthal und Ostrov / Schlackenwerth.

Filmregisseurin Drahomíra Vihanová ist im Alter von 87 Jahren gestorben

Die tschechische Filmregisseurin Drahomíra Vihanová ist im Alter von 87 Jahren verstorben. Dies teilte die Prager Filmhochschule Famu am Montag mit. an Vihanová unterrichtet hat.

Drahomíra Vihanová studierte zunächst Klavier und Musikwissenschaft, später wechselte sie zum Film. Sie gehörte der Filmgeneration der „Goldenen 1960er Jahre“ an. 1969 sorgte sie für das Aufsehen mit ihrem abendfüllenden Debütstreifen Zabitá neděle (auf Deutsch Der tote Sonntag). Dieser war dann wegen seiner Hoffnungslosigkeit 30 Jahre lang vom kommunistischen Regime verboten. In der Zeit der Normalisierung war sie als Filmdokumentaristin tätig.

Fußball: SK Slavia Prag kürt Top-Elf der Geschichte

Mit einem Galaabend im Prager Repräsentationshaus erreichten die Feierlichkeiten zum 125. Jubiläum des Prager Traditionsvereins SK Slavia Prag am Sonntag ihren Höhepunkt. Im Rahmen des festlichen Programms haben die Slavia-Vertreter die Top-Elf der Geschichte und die Top-Elf der letzten 25 Jahre gekürt. Zum absoluten Sieger der Umfrage ist der ehemalige Stürmer Pavel Kuka geworden. Der Vize-Europameister von 1996 schoss für Slavia Prag 95 Tore. In den 1990er Jahren war Kuka beim 1. FC Kaiserslautern, 1. FC Nürnberg und VfB Suttgart unter Vertrag. Der 49-Jährige wurde in die Top-Elf der letzten 25 Jahre gewählt. In diese Elf wurden auch zwei gegenwärtige Slavia-Spieler, der Stürmer Milan Škoda und der Innenverteidiger Simon Deli von der Elfenbeinküste gewählt.

In die Top-Elf der Slavia-Geschichte wählten die Fans die größten Legenden des Vereins: den Torhüter František Plánička, die Stürmer Josef Bican, Antonín Puč und František Veselý und den Abwehrspieler Jan Lála.

Zum 125. Jubiläum haben dem Klub die Wimbledon-Sieger Petra Kvitová und Jan Kodeš sowie der Schlagersänger Karel Gott gratuliert.

Eisschnelllauf: Sáblíková über 3000 Meter in Salt Lake City auf Rang zwei

Eisschnellläuferin Martina Sáblíková hat beim Weltcup in Salt Lake City über 3000 Meter den zweiten Platz belegt. Dies ist das beste Ergebnis der dreimaligen Olympiasiegerin in dieser Saison. Es siegte Natalja Woronina aus Russland. Dritte war Claudia Pechstein aus Deutschland.

Sáblíková wollte wegen Problemen mit dem Rücken ursprünglich am 3000-Meter-Lauf in Salt Lake City gar nicht teilnehmen.

Das Wetter am Dienstag, 12. Dezember

Am Dienstag ist es in Tschechien überwiegend bewölkt bis bedeckt, im Nordwesten vereinzelt Regen. In Lagen über 800 Meter geht der Regen in Schnee über. Die Tageshöchsttemperaturen erreichen in Böhmen 3 bis 8 Grad Celsius, im mährischen Landesteil 8 bis 13 Grad. In Lagen um 1000 Meter werden 2 Grad, im Osten des Landes 8 Grad erreicht.