Täglicher Nachrichtenüberblick Täglicher Nachrichtenüberblick

05-12-2017 14:42 | Markéta Kachlíková

Präsident Zeman nimmt Rücktritt der Regierung Sobotka entgegen

Staatspräsident Miloš Zeman hat am Dienstag den Rücktritt der Regierung von Premier Bohuslav Sobotka offiziell entgegengenommen. Das scheidende Kabinett hatte ihn bereits vergangene Woche eingereicht, bestätigen konnte der Präsident den Rücktritt aufgrund einer Reise jedoch nicht.

Die Regierung Sobotka kam als Koalitionsregierung von Sozialdemokraten, Partei Ano und Christdemokraten im Januar 2014 ins Amt. Sie ist erst die dritte tschechische Regierung, die eine gesamte Legislaturperiode überstanden hat.

Am Mittwoch soll Ano-Parteichef Andrej Babiš von Zeman zum neuen Regierungschef ernannt werden, sein Kabinett dann eine Woche später.

Zeman plädiert für häufigere Treffen mit Ungarns Staatspräsident

Präsident Miloš Zeman würde häufigere bilaterale Treffen zwischen den Staatsoberhäuptern Tschechiens und Ungarns begrüßen. Er sagte dies nach seinem Treffen mit seinem ungarischen Amtskollegen János Áder am Dienstag in Prag. In den bilateralen Beziehungen gebe es keine umstrittenen Themen, betonte Zeman. Vor Journalisten hob Zeman die Übereinstimmung über Frage der Flüchtlingsquoten hervor.

Die beiden Staatspräsidenten waren sich darin einig, dass die Zusammenarbeit in der Visegrad-Gruppe ihren beiden Ländern Nutzen bringe. Zudem tauschten sie sich über den Austritt Großbritanniens aus der EU aus. Zeman wiederholte, die Hauptursache für den Brexit sei die Unfähigkeit der jetzigen EU-Spitzen gewesen.

Arbeitskräftemangel ist laut Babiš größtes Problem tschechischer Wirtschaft

Der Mangel an Arbeitskräften ist nach dem Leiter der Partei Ano und künftigen Premier, Andrej Babiš, das größte Problem der tschechischen Wirtschaft. Babiš sagte dies auf dem Treffen der führenden tschechischen Exporteure am Dienstag in Prag. Babiš schlug eine detaillierte Evidenz unbesetzter Arbeitsstellen, die Verknüpfung von Schulen und Arbeitgebern und die Beschäftigung von Ausländern als mögliche Lösungen vor.

Der Staat sollte massiv investieren, forderte Babiš. Die Annahme der Eurowährung würde nach ihm mehr Nachteile als Vorteile der Tschechischen Republik bringen. Die Arbeitslosenrate in Tschechien sank im Oktober auf 3,6 Prozent.

Noch kein Ersatz für zerstörte Brücke in Prag – Fähre im Gespräch

Anstelle der im Stadtteil Troja eingestürzten Fußgängerbrücke über die Moldau hat die Stadt Prag noch keinen Ersatz gefunden. Es sei nicht möglich, dort eine Pontonbrücke zu errichten, sagte Vize-Oberbürgermeister Petr Dolínek (Sozialdemokraten) am Dienstag. Man suche daher dringend nach anderen Lösungen. Im Gespräch sei vor allem eine provisorische Fährverbindung zur Querung der Moldau, so Dolínek.

Derweil hat die Firma Strabag damit begonnen, die zerstörte Brücke zu demontieren. Strabag wird zunächst den verbliebenen Brückenteil auf der Kaiserinsel abtragen, danach folgt das restliche Stück auf der rechten Moldauseite im Stadtteil Troja. Die Brücke aus den 1980er Jahren war am Samstag eingestürzt. Vier Menschen wurden dabei verletzt, zwei davon schwer.

Arzt und Immunologie-Zweig-Gründer Hána mit 89 Jahren verstorben

Im Alter von 89 Jahren ist der bedeutende tschechische Immunologe Ivo Hána verstorben. Seinen Tod gab die Familie am Dienstag bekannt. Hána war Mitbegründer des medizinischen Zweigs für Immunologie in der Tschechoslowakei und wurde im Jahr 1990 sein erster Professor. Ex-Präsident Václav Klaus hat ihn im Jahr 2008 mit der staatlichen Verdienstmedaille im Bereich Wissenschaft ausgezeichnet.

Das Register für Knochenmarkspender, das Hána im Jahr 1991 einführte, war das erste in den Staaten des sogenannten Ostblocks. Neben seiner Tätigkeit als Arzt und Hochschulprofessor in Tschechien war Hána in den 1980er Jahren ebenso Leiter des Immunisierungszentrums der Weltgesundheitsorganisation (WHO) in mehreren Entwicklungsländern.

Unihockey-WM: Tschechinnen nach Sieg über Norwegen im Viertelfinale

Die tschechische Nationalmannschaft der Frauen hat ihr drittes und letztes Gruppenspiel bei der Unihockey-Weltmeisterschaft in der Slowakei gewonnen. Gegen Norwegen feierte das Team von Trainer Miroslav Janovský am Montag in Bratislava einen überzeugenden 8:0-Sieg.

Damit belegen die Tschechinnen hinter Finnland Platz zwei in der Gruppe A und sind für das Viertelfinale qualifiziert. In der K.o.-Runde treffen sie am Mittwoch auf den Gewinner des Play-off-Duells Polen gegen Estland.

Das Wetter am Mittwoch, den 6. Dezember

Am Mittwoch ist es in Tschechien bewölkt bis bedeckt, nur örtlich auch heiter. Zu Tagesbeginn gibt es vereinzelt schwachen Regen oder Nieselregen, im Norden und Nordosten in den Lagen über 600 Meter auch Schneeschauer. Die Tageshöchsttemperaturen liegen bei 2 bis 6 Grad Celsius. In Höhenlagen um 1000 Meter liegen die Höchstwerte um den Gefrierpunkt.