Täglicher Nachrichtenüberblick Täglicher Nachrichtenüberblick

22-11-2017 14:57 | Markéta Kachlíková

Russischer Premier distanziert sich vom Artikel zum August 1968

Der russische Premier Dimitri Medwedew hat sich von dem Artikel auf dem russischen Armeeportal zvezda.ru distanziert. Darin wird der sowjetische Einmarsch in die Tschechoslowakei im August 1968 verteidigt. Der Artikel drücke nicht die Position der russischen Leitung zum Ausdruck, sondern eine persönliche Ansicht dessen Verfassers.

Der Artikel ist im Vorfeld des Russland-Besuchs von Tschechiens Präsident Milos Zeman erschienen. Auch dieser zeigte sich irritiert von der Darstellung und sprach von einer Beleidigung des tschechischen Volkes. Er forderte den russischen Premier Dimitri Medwedew dazu auf, sich davon zu distanzieren. Der Artikel sei hirnlos und journalistischer Irrsinn, so Zeman. Außenminister Lubomír Zaorálek (Sozialdemokraten) kritisierte, eine Bedingung für die Normalisierung der tschechisch-russischen Beziehungen sei ein unverstellter Blick auf die Ereignisse von 1968.

Die Autoren des Beitrags stellen die Niederschlagung des Prager Frühlings 1968 durch den Warschauer Pakt als Befreiung dar. Die Tschechoslowaken sollten dankbar für den Einmarsch sein, heißt es darin.

Ex-Diplomaten kritisieren Tschechisch-Russisches Diskussionsforum

Ehemalige tschechische Diplomaten und Experten im Bereich Osteuropa kritisieren die Errichtung des Tschechisch-Russischen Diskussionsforums. Sie fordern in einem offenen Brief Außenminister Lubomír Zaorálek (Sozialdemokraten) auf, das Diskussionsforum zu stoppen. Den Unterzeichnern zufolge beschädigt die Initiative die Interessen der Tschechischen Republik und wird zur Moskaus Propaganda dienen. Die geplante Gründung des Tschechisch-Russischen Diskussionsforums wurde von den Staatspräsidenten der beiden Staaten, Miloš Zeman und Wladimir Putin, am Dienstag bekannt gegeben. Es soll sich um eine neue Plattform für den tschechisch-russischen Dialog handeln, die im kommenden Jahr ihre Tätigkeit aufnehmen soll. Das erste Thema soll der Jugend- und Studentenaustausch sein.

Bewährungsstrafe für Nečasová wegen Missbrauchs des Militärspionagedienstes

Die Ehefrau von Ex-Premier Petr Nečas, Jana Nečasová (früher Nagyová), wurde am Mittwoch wegen des Missbrauchs des Militärspionagedienstes zu zwei Jahren auf Bewährung verurteilt. Außerdem darf sie führende Posten in der Staatsverwaltung fünf Jahre lang nicht besetzen.

Laut einer Richterin des Gerichts im ersten Prager Stadtbezirk hat die ehemalige Kanzleichefin ihre große Macht missbraucht, die sie dank ihrer Beziehung mit dem Regierungsvorsitzenden genossen hatte. Ihre Motivation sei ihr Hass gegen die damalige Ehefrau von Nečas gewesen, so die Richterin.

Jana Nečasová war vor gut vier Jahren hauptverantwortlich für einen Politskandal, in dessen Folge ihr Ehemann Petr Nečas als Premier zurücktrat. Ihr wurden Bestechung und die Verwicklung in eine Abhöraffäre vorgeworfen. Das jetzige Urteil ist nicht rechtskräftig.

Tschechische Firmen schließen in Russland Verträge im Wert von 742 Millionen Euro

Tschechische Firmen haben in Russland Verträge im Wert von 19 Milliarden Kronen (742 Millionen Euro) abgeschlossen. Dies gaben der Industrie- und Verkehrsverband sowie Vertreter der Firmen am Mittwoch bekannt.

Die Abkommen wurden auf einem tschechisch-russischen Unternehmerforum in Moskau unter der Anwesenheit von Präsident Miloš Zeman unterzeichnet. Das größte Volumen der Kooperation plant die Firma Zetor Tractors, ihre Zusammenarbeit mit dem Kowrowskij elektromechanitscheskij zavod (KEMZ) die binnen vier Jahren 14 Milliarden Kronen (547 Millionen Euro) erreichen.

Überarbeiteter Unesco-Antrag für Montane Kulturlandschaft Erzgebirge/Krušnohoři ist fertig

Die Montane Kulturlandschaft Erzgebirge/Krušnohoří will Welterbe werden. Tschechien und Sachsen wollen gemeinsam den Antrag stellen. Die Unterlagen seien fertig und würden im Dezember bei der Unesco eingereicht, hieß es am Mittwoch seitens des tschechischen Kulturministeriums. Nach dem ersten Versuch um die Eintragung in die Erbe-Liste 2014 musste der Antrag überarbeitet werden. Das grenzüberschreitende Projekt hat 39 sächsische Elemente und 6 tschechische Bestandteile.

Auf der tschechischen Seite repräsentieren drei Landschaftsgebiete die bedeutenden Erzreviere und die jeweils zugehörigen Bergstädte: Jáchymov / Joachimsthal, Abertamy / Abertham – Boží Dar / Gottesgab – Horní Blatná / Bergstadt Platten und Krupka / Graupen. Die drei anderen Bestandteile dokumentieren die montane Infrastruktur bzw. kleinere Bergbaulandschaften, darunter der Rote Turm des Todes bei Ostrov / Ostrau, der Kupferberg / Mědník und das Kalkwerk in Háj / Stolzenhain. Auf der deutschen Seite sind unter anderem die Bergstädte Freiberg und Annaberg-Buchholz an dem Projekt beteiligt.

Foto aus dem Libanon bestes Pressebild des Jahres

Das Foto eines libanesischen Jungen mit dem Titel „Hizballáh“ wurde am Dienstag mit dem Czech Press Foto Award ausgezeichnet. Aufgenommen wurde es vom slowakischen Fotografen und Aktivisten Martin Bandžák mit einem Smartphone. In weiteren Kategorien wurde unter anderem ein Foto von den G-20 Protesten in Hamburg geehrt.

Insgesamt waren über 7000 Bilder von knapp 500 Autoren im Rennen um das beste Pressefoto des Jahres. Vergeben wurde der Titel am Dienstagabend im Altstädter Rathaus in Prag.

Wetter am Donnerstag, 23. November

Am Donnerstag ist es in Tschechien heiter oder nur leicht bewölkt. Nach örtlichem Frühnebel klart es in weiten Teilen des Landes auf, in Mähren können tiefhängende Wolken tagsüber die Sonne decken. Die Tageshöchsttemperaturen liegen bei 8 bis 12 Grad Celsius. In Lagen um 1000 Meter werden 6 Grad Celsius erreicht.