Täglicher Nachrichtenüberblick Täglicher Nachrichtenüberblick

13-11-2017 14:55 | Martina Schneibergová

Roma-Vertreter kritisieren Präsident Zeman

Vertreter der Roma raten von einer Wiederwahl Miloš Zemans zum tschechischen Staatspräsidenten ab. Grund dafür sind Aussagen des Staatsoberhauptes in einem Interview für den Privatsender TV Barrandov, dass rund 90 Prozent sozial nicht integrierbarer Menschen hierzulande Roma seien. Ein Präsident dürfe eine Minderheit nicht pauschal kritisieren, ohne dafür konkrete Belege zu liefern, so prominente Vertreter der Minderheit gegenüber dem Nachrichtenportal romea.cz.

Miloš Zeman will im Januar erneut um das Amt des tschechischen Staatspräsidenten kandidieren. Vor Monaten wurde das amtierende Staatsoberhaupt von Seiten der Roma kritisiert, als er den Kauf der Schweinemast im südböhmischen Lety als „unökonomisch“ bezeichnete. An der Stelle des Betriebes stand während der nationalsozialistischen Besatzung ein Konzentrationslager für Roma.

Parteien kritisieren den Vorschlag der Piraten

Die Christdemokraten halten den Vorschlag der Piraten, dass die Opposition alle Ausschüsse im Abgeordnetenhaus führen sollte, nicht für entsprechend. Dem Bündnis Stan zufolge wird die Verteilung der Ausschüsse davon abhängen, wie anständig die künftige Regierungskoalition sein wird. Es sei jedoch bisher unklar, wer die Koalition bilden wird, so die Stan-Vertreter.

Die Christdemokraten brachten zuvor die Meinung zum Ausdruck, dass die Opposition die Kommission des Abgeordnetenhauses für die Aufsicht über Geheimdienste unter Kontrolle haben muss. Der Parteichef der Christdemokraten Pavel Bělobrádek erinnerte daran, dass es Frage ist, ob die Piraten Opposition sind, wenn sie eine Vereinbarung mit der Ano-Partei, der SPD und den Kommunisten über die Führung des Abgeordnetenhauses schließen möchten. Auch der Stan-Vorsitzende Petr Gazdík sagte, die Piraten müssten sich entscheiden, wohin sie gehören wollen. Damit reagierte er auf die Entscheidung der Piratenfraktion, Radek Vondráček von der Ano-Partei für den Posten des Vorsitzenden des Abgeordnetenhauses zu unterstützen. Auch die Bürgerdemokraten kritisierten die Entscheidung der Piraten, den Ano-Kandidaten zu unterstützen. Sie schlagen ihren Parteichef Petr Fiala für den Posten des Vorsitzenden des Abgeordnetenhauses vor. Die Haltung der Piraten unterstütze den „Machtpakt Zeman-Babiš“, so die Bürgerdemokraten.

Lebensmittelsammlung: Tschechen spenden Rekordmenge

Insgesamt 387 Tonnen Lebensmittel und Drogerieartikel haben die Tschechen für Bedürftige gespendet. Dies sind in etwa 70 Tonnen mehr, als bei der nationalen Lebensmittelspende-Aktion im vergangenen Jahr.

Die Lebensmittel und Drogerieartikel werden an sogenannte Lebensmittelbanken gebracht und verteilt. Schätzungen zufolge sind rund 400.000 Menschen bedürftig in Tschechien und teilweise auf Lebensmittelspenden angewiesen.

Kassenzettellotterie stößt auf mäßiges Interesse

Bis zum Stichtag am 12. November haben sich insgesamt 459.000 Menschen zur ersten tschechischen Kassenzettellotterie angemeldet. Eingeschickt wurden 10,8 Millionen Kassenbelege, unter denen am Montag die Preise angeboten wurden. Damit stieß die Auslosung auf eher mäßiges Interesse.

Als Hauptpreis der ersten Verlosung am 15. November locken eine Million Kronen (38.500 Euro). Zweiter Preis ist ein sportlicher Geländewagen. Mit der Kassenbon-Lotterie will die Mitte-Links-Regierung gegen die weit verbreitete Schattenwirtschaft vorgehen. Die Kunden sollen erzogen werden, an der Kasse nach einem Beleg zu fragen.

Politiker Petr Pithart erhält den Olmützer Pelikán-Preis

Der tschechische Politiker und Jurist Petr Pithart wird mit dem Pelikán-Preis ausgezeichnet. Der Preis wird vom jedes Jahr vom Zweimonatsblatt „Listy“ für Verdienste um politische Kultur und Dialog verliehen. Der aus Olomouc / Olmütz stammende Jiří Pelikán gründete „Listy“ 1971 im Exil in Rom. Pithart werde den Preis nächste Woche am Dienstag entgegennehmen, teilte Tomáš Tichák von der Redaktion des Blatts am Montag mit.

In der Vergangenheit wurden mit dem Pelikán-Preis unter anderem der erste polnische postkommunistische Premier Tadeusz Mazowiecki, die slowakische Premierministerin Iveta Radičová oder der polnische Journalist Adam Michnik ausgezeichnet.

Tschechische Speedway-Legende Antonín Kasper im Alter von 85 Jahren gestorben

Die tschechische Speedway-Legende Antonín Kasper ist am Sonntag im Alter von 85 Jahren gestorben. Die Nachricht wurde auf der Webseite des Goldhelm-Rennens veröffentlicht.

Kasper gewann 1963 das Goldhelm-Rennen in Pardubice, im selben Jahr gewann er die Silbermedaille im Mannschaftswettbewerb. Beim Goldhelm-Rennen war er zudem 1964 zweiter und 1965 und 1967 dritter. Er war einer der wenigen tschechischen Speedway-Fahrer, die am Weltfinale teilnahmen und der erste Tschechoslowake, der in den Jahren 1968 bis 1970 in der britischen Speedway-League starteten. Er war bei Coventry und bei West Ham unter Vertrag. Nach der aktiven Sportkarriere arbeitete Kasper als Trainer.

Er war Vater des erfolgreichen Speedway-Fahrer Antonín Kasper Junior, der lange Jahre zur Weltspitze gehörte. 1991 gewann er das Goldhelm-Rennen. Kasper Junior starb 2006 im Alter von 43 Jahren an Krebs.

Das Wetter am Dienstag, 14. November

Am Dienstag ist es in Tschechien wolkig, in Mähren und in Schlesien mit leichten Schauern, in Lagen ab 400 Meter mit Schneeschauern. Die Tageshöchsttemperaturen liegen bei zwei bis sechs Grad Celsius, in Lagen um 1000 Meter bewegen sich die Temperaturen um den Gefrierpunkt.