Täglicher Nachrichtenüberblick Täglicher Nachrichtenüberblick

12-01-2016 18:45 | Markéta Kachlíková

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Premier Sobotka verurteilt Anschlag in Istanbul

Der tschechische Premier Bohuslav Sobotka (Sozialdemokraten) hat den Selbstmordanschlag in Istanbul scharf verurteilt. Diese unmenschliche und feige Tat sei eine Äußerung des Terrorismus in dessen brutalster Form, führte der Regierungschef in einer Erklärung an. Das tragische Ereignis stärke die Überzeugung davon, dass es nötig sei, den gemeinsamen internationalen Kampf gegen alle Äußerungen des globalen Terrorismus zu intensivieren, teilte Sobotka mit. Er sprach sein Beileid den Familienangehörigen der Opfer aus.

Präsident Zeman fordert Ausweisung der Täter von Übergriffen in Deutschland

Die Täter der Übergriffe, zu denen es in der Silvesternacht in Deutschland kam und die zum Teil den Flüchtlingen zugeschrieben werden, sollten sofort aus der EU ausgewiesen werden, meint der tschechische Präsident Miloš Zeman. Die Ansicht des Staatsoberhauptes wurde von seinem Pressesprecher vor Journalisten am Dienstag in Prag vermittelt. Die Ereignisse hätten die Befürchtungen des Präsidenten vor der negativen Wirkung der Flüchtlinge in Europa bestätigt, so der Sprecher.

Premier Sobotka: EU-Kommission muss Türkei zur Einhaltung der Vereinbarungen bewegen

Die EU-Kommission muss einen Druck auf die Türkei entwickeln, damit sie die mit der EU wegen der Migration geschlossenen Vereinbarungen erfüllt. Das sagte der tschechische Premier Bohuslav Sobotka (Sozialdemokraten) am Montag in Prag nach dem Gespräch mit der EU-Außenbeauftragten Federica Mogherini. Sobotka ersuchte die EU-Außenbeauftragte darum, dass die EU-Kommission eine besondere Aufmerksamkeit der Einhaltung der Verpflichtungen auf türkischer Seite schenkt. Die EU verpflichtete sich, der Türkei finanziell zu helfen und weitere Beitrittsgespräche aufzunehmen, wenn die Türkei für eine Reduzierung des Flüchtlingszustroms sorgen wird.

Polens Außenminister zu Besuch in Prag

Es ist notwendig, den Zustrom von Migranten zu kontrollieren. Das sagten die Außenminister Tschechiens und Polens, Lubomír Zaorálek (Sozialdemokraten) und Witold Waszczykowski, am Montag während ihres Treffens in Prag. Sie erklärten, dass Polen und Tschechien dieselbe Haltung zur Sicherheit in Europa haben. Diese sei nicht nur durch die Zusammenarbeit in der EU, sondern auch in der Nato garantiert, so die Außenminister. Sie brachten die Meinung zum Ausdruck, dass eine funktionierende EU-Außengrenze die Bedingung dafür ist, um den Zustrom der Flüchtlinge zu bewältigen. Zaorálek zufolge zeigt es sich, dass es nicht möglich ist, für die Sicherheit der EU-Bürger zu sorgen, wenn der Zustrom von Flüchtlingen allzu stark ist. Die EU-Länder müssen laut dem tschechischen Außenminister bestimmen, wem sie helfen können und wofür sie keine Kapazitäten mehr haben. Der polnische Außenminister, der zu seinem ersten Arbeitsbesuch nach Prag kam, sagte, Mitteleuropa wolle eine Oase der Stabilität auch in der Zukunft sein. Die beiden Außenminister würdigten zudem Projekte bilateraler und regionaler Zusammenarbeit.

Norwegen: Tschechin verliert Sorgerecht für ihr Kind

Das norwegische Amt für Kinderschutz (Barnevernet) hat erneut das Sorgerecht für ein tschechisches Kind seinen Eltern entzogen. Es handelt sich um eine neunmonatige Tochter einer tschechischen Mutter und eines norwegischen Vaters. Das Baby wurde wegen einer Nierenkrankheit im Krankenhaus behandelt und wartete auf eine Transplantation. Der Behörde zufolge habe sich der Kontakt zwischen den Eltern und dem Kind nicht ausreichend entwickelt. Das Mädchen soll nun zur ständigen Pflege in eine Pflegefamilie übergeben werden. Seine Eltern wollen in Berufung gehen. Dies gab der Petitionsausschuss für Unterstützung der Familie Michalák am Dienstag bekannt. Über die Sache wurden auch Präsident Miloš Zeman und Premier Bohuslav Sobotka informiert.

In der Vergangenheit sorgte der Fall der Brüder Michalák für Aufruhr und diplomatische Spannungen zwischen Tschechien und Norwegen. Wegen Verdacht auf Kindesmissbrauch wurde den Eltern in Norwegen das Sorgerecht entzogen. Obwohl sich der Missbrauchsverdacht nicht bestätigte, leben die Kinder seit 2011 in Pflegefamilien.

Altersgrenze für Botschafter wird aufgehoben

Die Altersgrenze für Botschafter wurde aufgehoben. Präsident Miloš Zeman hat am Dienstag eine entsprechende Novelle des Beamtengesetzes signiert. Laut dem Beamtengesetz, das seit dem Juli letzten Jahres in Kraft ist, mussten Diplomaten, die das Alter von 70 Jahren erreichen, ihr Amt verlassen. Der Novelle zufolge dürfen sie ihre vierjährige Mission im Ausland beenden. Die Novelle bringt auch einige weitere Änderungen in der Regelung der Diplomatenarbeit.

Wirtschaftswachstum erreicht 4,7 Prozent, Inflation liegt bei 0,3 Prozent

Die tschechische Wirtschaft hat im dritten Quartal vergangenen Jahres ein Wachstum von 4,7 Prozent im Vergleich zum Vorjahr erzielt. Die Inflation dagegen war äußerst niedrig, sie lag 2015 im Schnitt bei 0,3 Prozent. Das ist um 0,1 Prozent weniger als im Jahr zuvor. Damit wurde ein neuer Tiefstwert seit 2003 erreicht. Diese Zahlen hat das Tschechische Statistikamt (ČSÚ) am Dienstag veröffentlicht. Die Inflationsrate wurde insbesondere durch den Preisverfall bei Benzin und Diesel beeinflusst.

Škoda verkaufte 2015 mehr als eine Million Autos

Der tschechische Autobauer Škoda hat trotz des VW-Abgasskandals im vorigen Jahr die neue Rekordzahl von 1,06 Millionen Fahrzeugen ausgeliefert. Das seien 1,8 Prozent mehr als im Vorjahr, teilte die VW-Tochter am Dienstag in Mladá Boleslav / Jungbunzlau mit. In Deutschland stieg der Absatz demnach um 6,2 Prozent auf 158 700 Autos. Auf dem Heimatmarkt Tschechien fiel der Anstieg mit plus 21,1 Prozent auf 85 000 Fahrzeuge besonders stark aus. In China blieb der Absatz stabil. Derzeit arbeitet die VW-Tochter an einem eigenen SUV. Das Kodiak getaufte Modell soll Medienberichten zufolge auf dem VW Tiguan basieren, aber geräumiger sein. Das Fahrzeug soll auf dem Autosalon in Paris im Herbst vorgestellt werden.

Tschechischer und polnischer Polizei gelingt Schlag gegen Crystal-Bande

Drogenfahndern aus Tschechien und Polen ist ein Schlag gegen eine internationale Crystal-Bande gelungen. Bei Razzien in beiden Ländern seien insgesamt 19 Menschen festgenommen worden, teilte eine Polizeisprecherin in Prag am Dienstag mit. Sie sollen die gefährliche Droge in großem Umfang hergestellt und an einen breiten Dealerkreis in Deutschland, Tschechien und Australien verkauft haben. Die Ermittler konnten drei professionelle Großlabors aufdecken. Dabei beschlagnahmten sie 50 Kilogramm Crystal (Methamphetamin) sowie 90 Kilo Erkältungsmedikamente mit dem Grundstoff Pseudoephedrin aus türkischer Produktion. Tschechiens Polizeipräsident Tomáš Tuhý sprach vom größten Fahndungserfolg seit mehr als einem Jahr. Die Arbeitsweise der Bande stehe beispielhaft für neuesten Entwicklungen der Drogenkriminalität. So wechselten die Drogenküchen den Ermittlern zufolge regelmäßig den Ort, auch zwischen Ländern.

Tschechische Regisseure beklagen „primitive Digitalisierung“

Namhafte tschechische Regisseure wie die Oscar-Preisträger Miloš Forman und Jiří Menzel haben die angeblich primitive Digitalisierung ihrer Filmklassiker kritisiert. In einem Schreiben an den tschechischen Premier Bohuslav Sobotka forderten sie die Abberufung des Leiters des nationalen Filmarchivs (NFA) in Prag, Michal Bregant. Die rund 20 Unterzeichner riefen dazu auf, die Schöpfer der Filme an dem Prozess zu beteiligen. Das Filmarchiv hält die Vertriebsrechte an rund 1500 Filmen, die zwischen 1965 und 1991 in der damaligen sozialistischen Tschechoslowakei gedreht wurden. Die Einrichtung wies die Vorwürfe zurück und sprach in einer Mitteilung von einem „Provinzkrieg“.

Rekordzahl von Menschen besuchte 2015 tschechische Burgen und Schlösser

Mehr als 5 Millionen Menschen haben während des vergangenen Jahres die Burgen, Schlösser und weitere historische Sehenswürdigkeiten besucht, die vom staatlichen Denkmalschutzamt verwaltet werden. Dies ist die höchste Besucherzahl mindestens seit 2009, als das Denkmalschutzamt das gegenwärtige System der Besucherzählung zu benutzen begann. Meist besucht wurde das Schloss Český Krumlov / Krumau, das 401.000 Menschen besichtigten. Es folgten die Schlösser Lednice / Eisgrub und Hluboká / Frauenberg, die Burg Karlštejn / Karlstein und das Schloss und die Gärten in Kroměříž / Kremsier. Dies teilte Jana Tichá vom staatlichen Denkmalschutzamt am Montag mit.

Gedenktafel erinnert in Jihlava an deutschen Stadtvertreter Anton Urbar

Eine Gedenktafel für den ehemaligen Stadtvertreter deutscher Nationalität Anton Urbar (1894-1944) wurde am Dienstag in Jihlava / Iglau enthüllt. Der Kommunist wurde 1939 von den Nazis verhaftet. Er starb bei einem Luftangriff im KZ Buchenwald. Die Stadtführung von Iglau wolle die heutigen Anwohner an die Geschichte der Stadt und ihre bedeutenden Persönlichkeiten aufmerksam machen, sagte der Oberbürgermeister, Rudolf Chloupek, anlässlich der Denkmalenthüllung.

Tennis: Plíšková erreicht Viertelfinale in Sydney

Die tschechische Tennisspielerin Karolína Plíšková hat am Dienstag beim WTA-Turnier in Sydney die Russin Anastassija Pawljutschenkowa mit 6:3 und 6:0 besiegt und das Viertelfinale des Turniers erreicht. Plíšková siegte über Pawljutschenkowa zum dritten Mal in ihrer Sportkarriere. Diesmal dauerte das Spiel nur 58 Minuten. Im Viertelfinale trifft die Tschechin auf Simona Halep oder auf Caroline Garcia.

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