Tagesecho Die Schüler und der Ex-Minister - Tag der deutschen Einheit in Liberec

03-10-2007 14:37 | Christian Rühmkorf

Der 3. Oktober ist als Tag der deutschen Einheit in den Kalender eingegangen. Gefeiert wird er heute nicht nur in Deutschland. Christian Rühmkorf besuchte das nordböhmische Liberec / Reichenberg und ist dort auf einen interessanten Gesprächspartner gestoßen.

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Landtagsabgeordneter Heinz Eggert in Liberec / ReichenbergLandtagsabgeordneter Heinz Eggert in Liberec / Reichenberg Der 3. Oktober 2007 - Staatsfeiertag in Deutschland. 17 Jahre ist es her, dass Westdeutschland, also die Bundesrepublik, und die DDR wieder offiziell zu einem Staat wurden. In diesem Jahr ist das Land Mecklenburg-Vorpommern mit der Ausrichtung der Feierlichkeiten an der Reihe. Erinnerung und Gedenken finden an diesem Tag aber nicht nur in Deutschland statt, sondern auch in Tschechien: am Gymnasium F.X. Salda in Liberec - Reichenberg. An der hiesigen deutschen Abteilung können tschechische Schüler das deutsche Abitur absolvieren. Zur Feier anlässlich des Tags der deutschen Einheit ist der ehemalige sächsische Innenminister und jetzige Landtagsabgeordneter Heinz Eggert zu einem Festvortrag eingeladen.

Herr Eggert, vor allem in der Tschechoslowakei herrschte 1990 mehr Angst als Freude über die deutsche Einheit. Was hat Sie bewogen, gerade an diesem deutschen Feiertag eine Einladung von dem Gymnasium F.X. Salda anzunehmen?

"Ich habe ungefähr 23 Einladungen aus Deutschland bekommen und eine aus Tschechien, hier aus Liberec. Und da man ja Angst immer nur abbauen kann, wenn man sich gegenseitig begegnet, habe ich die Einladung angenommen."

Gymnasium F.X. Salda (Foto: www.gfxs.cz)Gymnasium F.X. Salda (Foto: www.gfxs.cz) Worauf werden sie in ihrem Festvortrag vor den jungen Schülern eingehen?

"Ich denke, dass es ausgesprochen wichtig ist, dass die Schüler begreifen, was eine Diktatur war, welche Chancen eine Demokratie hat. Die deutschen und tschechischen Schüler müssen sich angstfrei begegnen können, um gemeinsame Zukunftskonzepte zu erarbeiten, damit die Demagogen, die wir auf beiden Seiten haben, es nicht wieder schaffen, Deutsche gegen Tschechen und Tschechen gegen Deutsche aufzubringen."

Haben Sie, Herr Eggert, schon vor der Wende Kontakte in die Tschechoslowakei gehabt?

"Ich wohne genau 300 Meter von der tschechischen Grenze entfernt, in Oybin und hab natürlich bereits vor der Wende Kontakte in die Tschechoslowakei gehabt. Das Misthaus in Jizerka / Klein Iser ist bekannt. Tomas Töpfer, der Schauspieler und inzwischen Senator ist, kenne ich noch aus dieser Zeit. Und auch Professor Venhoda von den Prager Madrigalisten ist ein Freund."

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