Tagesecho Expedition "Cimrman-Altaj": Traum des tschechischen Genies erfüllt
Am 10. August um 12 Uhr war es soweit - drei Mitglieder der Expedition "Cimrman -Altaj" haben den bislang namenlosen 3610 Meter hohen Berg im Altai bezwungen. Damit haben sie den Traum des verkannten tschechischen Genies Jara Cimrman erfüllt. Die Expeditionsmitglieder sind am vergangenen Dienstag nach Prag zurückgekehrt und haben über die Reise auf Cimrmans Spuren berichtet.
Zdenek Sverak (Foto: CTK)
Um das Ziel ihrer Expedition ständig vor Augen zu haben, verwendeten die
Bergsteiger, unter denen auch einige Mitglieder des Prager Jara
Cimrman-Theaters waren, folgenden Gruß: Auf die Worte: "Nahoru na
horu!" antwortete man mit "Na Jarovu podporu!" (Zu Deutsch
etwa: Hinauf auf den Berg! Zu Jaras Unterstützung!) Cimrman hat nach
Ansicht der Cimrman-Experten vor genau 100 Jahren versucht, einen
namenlosen Berg im Altai zu bezwingen. Und zwar während seiner Rückkehr vom
russisch-japanischen Krieg Sein Versuch sei, jedoch, so die
Cimrman-Forscher, gescheitert. Die Expeditionsmitglieder erklärten, sie
hätten Spuren des großen Tschechen im Altai entdeckt. Bei der dortigen
Bevölkerung sei er beliebt gewesen, meinen die Expeditionsteilnehmer. Ihren
Worten zufolge wird dort ein Präparat für ein langes Leben aus
Hirschhörnern hergestellt, und eben dabei habe Cimrman geholfen. Dies
bestätigte auch der populäre Cimrman-Experte, Zdenek Sverak, der jedoch an
der Expedition nicht teilnahm:
Foto: Expedition Cimrman -Altaj
"Jara Cimrman hat vor allem den Hirschen geholfen. Er hat eine Spritze erfunden, damit es den Hirschen nicht Weh tat."
Sobald die Expedition die Einzelheiten über die Bergbesteigung bearbeitet hat, wird sie einen Antrag bei der Föderation für Alpinismus der Republik Altai stellen, um den Berg nach Cimrman benennen zu dürfen. Die Expedition wurde vom namhaften tschechischen Bergsteiger Radek Jaros geleitet. Über die Ausdauer der Theaterleute in seinem Team spricht er mit Respekt:
Foto: Expedition Cimrman -Altaj
"Schade nur, dass sie nicht mit uns bis auf den Berggipfel klettern
konnten. Aber das war wirklich kein Spaziergang von Hotel zum Hotel. Wir
haben alle draußen übernachtet, täglich mussten alle etwa dreißig Kilometer
in schwierigem Terrain über verschiedene Bergsattel zurücklegen. Wenn man
das Alter und die minimalen Outdoor-Erfahrungen der Schauspieler
berücksichtigt, muss man sagen, dass sie eine sehr gute Leistung gebracht
haben."
Mitglied der Expedition konnte symbolisch jeder Cimrman-Fan werden. Es
genügte, ein Gedenkzertifikat zu kaufen. Dieses wurde danach mit dem Namen
des Spenders in ein Gedenkbuch eingetragen, das die Bergsteiger auf den
Berg getragen haben. Aus der Spendensammlung, die seit Frühjahr von der
Bürgerinitiative Cimrman-Altaj und der Stiftung Charta 77 organisiert
wurde, konnte die Expedition zum Teil finanziert werden. Ein Teil der
Spenden soll nach Wunsch der Cimrman-Experten für die Errichtung eines
Seniorenheims für Künstler verwendet werden, die sich in einer schwierigen
Lebenssituation befinden. Die Spendensammlung wird auch weiterhin
fortgesetzt.