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Ester Ledecká hat bei den olympischen Spielen in Pyeongchang die Goldmedaille im alpinen Super-G gewonnen. Sie siegte mit einer Hundertstelsekunde vor Anna Veith aus Österreich, Bronze ging an Tina Weirather aus Liechtenstein. Die 22-jährige Snowboard-Weltmeisterin sorgte für eine Sensation. Im Zielraum schaute Ledecká sekundenlang ungläubig auf die Anzeigetafel. Sie habe zuerst gedacht, das sei ein Fehler mit der Zeitmessung, sagte sie. Sie dankte ihrem ganzen Team und den Eltern, die sie nach Pyeongchang begleiteten. Ledecká erklärte, sie hoffe, dass auch ihr Opa in Tschechien das Rennen gesehen hat. Ihr Großvater Jan Klapáč gewann mit der tschechischen Eishockey-Nationalmannschaft 1964 Bronze und 1968 Silber bei den olympischen Winterspielen.

Eine Olympiastarterin im Alpin-Ski und Snowboard hatte es bisher nicht gegeben. Ledecká ist amtierende Snowboard-Weltmeisterin und könnte bei den olympischen Spielen noch eine weitere Medaille gewinnen. Im Parallel-Riesenslalom wird sie am Donnerstag mit dem Snowboard antreten. Ledeckás Ski-Coach Tomáš Bank sagte, Ester sei unglaublich, sie sei ein Siegertyp. Sein Bruder, der ehemalige erfolgreiche Skirennfahrer Ondřej Bank, der auch zu Ledeckás Team gehört, verriet, er habe bereits nach dem Training geahnt, dass etwas Außerordentliches passieren könnte.

Mit dem Triumph von Ester Ledecká hatte das öffentlich-rechtliche Tschechische Fernsehen nicht gerechnet. Das Super-G-Rennen wurde nicht live gesendet. Für Tschechien ist es die erste Goldmedaille in Pyeongchang und zudem die erste Goldmedaille im Alpin-Ski in der Geschichte. Zuvor holten Olga Charvátová 1984 in Sarajewo Bronze in der Abfahrt und Šárka Strachová 2010 in Vancouver Bronze im Slalom.