Archiv: Kultur | Literatur Literatur
Zdenek Primus: die Freiheit der Fiktion
Zdenek Primus hat immer viel geschrieben: Studien, Katalogtexte und
Bücher, hauptsächlich über die bildende Kunst des 20. Jahrhunderts.
Seinen ersten belletristischen Text aber verfasste er im Alter von bereits
57 Jahren. Es war der Versuch, ein Stück Familiengeschichte zu
verarbeiten, die Geschichte der Generation seiner Eltern, die geprägt war
vom Krieg. Geboren wurde Primus 1952 im mährischen Brünn als Sohn einer
deutsch-tschechischen Familie. 1977 emigrierte er nach Deutschland. mehr...
"Kino des Vergessens" - die Normalisierung des tschechoslowakischen Films nach 1968
Wie schon im vergangenen Jahr hat auch das diesjährige Filmfestival von
Karlovy Vary / Karlsbad die digitale Weltpremiere eines tschechischen
Filmklassikers erlebt. Nach František Vláčils Film „Markéta
Lazarová“ war es diesmal der 45 Jahre alte Spielfilm „Hoří, má
panenko“, auf Deutsch als „Der Feuerwehrball“ bekannt: Gedreht wurde
er vom tschecho-amerikanischen Oscar-Regisseur Miloš Forman. Der Streifen
soll jetzt den Weg zu einem breiteren Publikum finden: vor allem zu den
jüngeren Kinogängern. Diese wissen eher weniger über die so genannte
Neue Welle des tschechoslowakischen Kinos der 1960er Jahre und über das
Schicksal von Regisseuren und ihrer Filme während der so genannten
„Normalisierung“ nach der Niederschlagung des „Prager Frühlings“
1968. mehr...
Wohnen und Schreiben am Urknall Europas: Gespräch und Lesung mit dem Schriftsteller Werner Fritsch
Waldsassen liegt mitten in Europa, nämlich an der bayerisch-tschechischen
Grenze. Trotzdem galt es bis 1989 als das Ende der westlichen Welt. Nach
dem europäischen Urknall, nämlich dem Fall des Eisernen Vorhangs, lag es
wieder im Zentrum des Kontinents, aber ihre Urigkeit hat sich die Region
bewahrt. Von hier stammt auch der Autor Werner Fritsch, der in seinen
Büchern die verschwindende Seele dieser Urregion im Herzen Europas
festhält. Iris Riedel hat sich mit ihm in einem Prager Café zum Gespräch
und einer kurzen Lesung getroffen. mehr...
Milena Oda schreibt auf Deutsch: „Der ganze Körper ist in Bewegung, wenn ich schreibe“
Prag ist berühmt für jene Schriftsteller, die bis zur zweiten Hälfte des
vergangenen Jahrhunderts auf Deutsch schrieben. Eine lange Tradition, die
in Prag auch gepflegt wird. In der Gegenwart sind tschechische
Schriftsteller, die auf Deutsch schreiben, aber eher spärlich gesät.
Milena Oda ist eine Ausnahme: Ihren Debütroman ´Nennen Sie mich Diener´
hat sie auf Deutsch verfasst. Im Interview mit Radio Prag erklärt sie, wie
und warum sie auf Deutsch schreibt. mehr...
Freiheit und Liebe – Ausstellung über verfolgte Künstler und Schriftsteller in Ústí
„Freiheit und Liebe“ – so heißt eine Ausstellung, die seit Dienstag
im Museum von Ústí nad Labem / Aussig zu sehen ist. Die Räume wurden vom
Collegium Bohemicum zur Verfügung gestellt. Die Exposition umfasst Werke
von deutschen Künstlern, die während der Nazizeit verboten waren. Es sind
Bilder und Skulpturen, aber auch literarische Werke. Die Ausstellung ist
ein Gemeinschaftsprojekt der deutschen Botschaft, des Collegium Bohemicums
und des Prager Literaturhaus deutschsprachiger Autoren in Zusammenarbeit
mit dem Museum Montanelli in Prag und dem Kunstmuseum Solingen. mehr...
„Nun waren sie alle Bergleute“ - Josef Haslingers Roman „Jáchymov“ über Eishockey, Politik und Zwangsarbeit
Im vergangenen Jahr erschien das Buch „Jáchymov“ von Josef Haslinger.
Der österreichische Schriftsteller geht in diesem Roman auf ein dunkles
Kapitel der tschechischen Geschichte ein – nämlich auf die politischen
Prozesse der 1950er Jahre und die Zwangsarbeit politischer Gefangener in
den Uranminen in und um Jáchymov. Haslinger wählt eine besondere Person,
um die Ereignisse zu schildern: den berühmten Eishockeytorwart Bohumil
Modrý, der mitsamt der gesamten Eishockeymannschaft 1950 verurteilt wurde
und im kommunistischen Gefängnis- und Lagersystem verschwand. mehr...
Jan Faktor, Jáchym Topol, Pavel Kohout – erste Bestenliste für Nachwendeliteratur
Auf Initiative des Adalbert-Stifter-Vereins in München ist in diesem Jahr
eine Bestenliste böhmischer und mährischer Erzählliteratur erstanden. Ob
Prager Frühling, ein Krimi zu Zeiten der letzten Tage des
Nationalsozialismus oder bekannte Kinderliteratur: Auf der Bestenliste ist
alles vertreten. mehr...
Kafka, Jáchymov und Comics – literarischer Cocktail auf der Prager Buchmesse
Rumänische Literatur steht auf der internationalen Buchmesse „Svět
knihy“ – zu Deutsch „Welt des Buchs“, in diesem Jahr im
Mittelpunkt. Bei der literarischen Reihe „Das Buch“, die vom
Goethe-Institut organisiert wird, können die Besucher aber auch viel
Literatur aus Deutschland, Österreich und der Schweiz erleben. Radio Prag
hat sich bei der Projektorganisatorin, Eva Vondalová, informiert. mehr...
Prager Buchmesse eröffnet
Prager Leseratten dürfte es dieses Wochenende auf das Messegelände im
Stadtteil Holešovice ziehen. Dort haben sie die einzigartige Gelegenheit,
mit vielen tschechischen und ausländischen Schriftstellern
zusammentreffen. Zudem können sie sich an einem Ort mit Publikationen aus
36 Ländern bekannt machen. „Svět knihy“ – zu Deutsch “Welt des
Buchs“ - heißt die internationale Buchmesse, die am Donnerstag zum 18.
Mal ihre Tore in der tschechischen Hauptstadt geöffnet hat. mehr...
Kunst, Romantik und Redensarten: Wiener Programm im Mai und Juni
In den kommenden gut sechs Wochen bietet das Tschechische Zentrum viel
Kunst in unterschiedlicher Art und Verpackung. Aber auch die Wissenschaft
kommt nicht zu kurz. Mehr zum Angebot vom Leiter des Zentrums, Martin
Krafl, im folgenden Interview. mehr...
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