Archiv: Kultur | Literatur Literatur
Ludvík Aškenazy - vom Kriegsreporter zum Kinderbuchautor
Ende Februar strahlte der Mitteldeutsche Rundfunk (MDR) das
Kinder-Hörspiel „Milena“ über zwei böhmische Hitzköpfe aus: über
den Müller Haferflocke und den Fischer Karpfenflosse. Es war nicht das
erste Mal im deutschen Radio, aber es geschah aus aktuellem Anlass. Am 24.
Februar wäre der Autor des Hörspiels, Ludvík Aškenazy, 90 Jahre alt
geworden. Aškenazy wurde bis Ende der 1960er Jahre in der Tschechoslowakei
viel gelesen, doch anschließend war der Autor vom kommunistischen Regime
für zwei Jahrzehnte verboten. Ludvík Aškenazy ist am 18. März 1986,
also vor 25 Jahren gestorben. mehr...
Kino-Premiere: Václav Havel kommt mit dem „Abgang“
Der Schriftsteller und frühere Präsident Václav Havel stand am
Dienstagabend im Rampenlicht. Gefeiert wurde die Premiere seines ersten
Films „Odcházení“, der Abgang, der ab sofort in den Kinos zu sehen
ist. Ob der Film auch in der Gunst der Kritiker steht, unter anderem das
sagt Ihnen Christian Rühmkorf. mehr...
Zwischen Illusion und Zensur – Journalisten und Literaten im Protektorat
15. März 1939. Die Nationalsozialisten marschieren in Prag ein. Hitler
errichtet das „Protektorat Böhmen und Mähren“. Zwar besteht weiter
ein tschechischer Verwaltungsapparat. Doch die Macht liegt ab jetzt beim
deutschen Amt des Reichsprotektors. Soweit die historischen Ereignisse, die
hinlänglich bekannt sind. Kaum beleuchtet wurden im Schatten der
politischen Ereignisse bisher die nationalsozialistische Literaturpolitik
und ihre Auswirkungen auf deutsche und tschechische Autoren im Protektorat.
Erst in den letzten Jahren haben sich einige Historiker und
Literaturwissenschaftler aus Deutschland und Tschechien auf dieses
Forschungsfeld begeben. mehr...
Kafka unterm Hammer: Kehren seine Briefe nach Prag zurück?
Am 19. April werden Handschriften von Franz Kafka in Berlin versteigert. Es
handelt sich dabei um die Briefe des Prager Schriftstellers an seine
jüngste Schwester Ottla Kafka. Der Inhalt der Briefe ist bekannt, sie sind
publiziert. Dennoch geht von den Originalhandschriften ein ganz besonderer
Reiz aus – denn sie gewähren Forschern mehr Einblicke als der Text
allein. Deshalb würde das Literaturarchiv in Marbach die Briefe gerne
erwerben. Die Prager Franz-Kafka-Gesellschaft möchte die Dokumente aber
lieber nach Tschechien holen. mehr...
Tschechische Literatur bei der Buchmesse Leipzig – Aushängeschild ist Michal Ajvaz
In Leipzig ist die Buchmesse eröffnet worden. Die Veranstalter melden mehr
Aussteller, mehr Fläche und ein größeres Literaturprogramm. Zu den 36
Ländern, die sich in der Stadt noch bis zum Sonntag präsentieren, gehört
auch die Tschechische Republik, und das mit einem eigenen Stand und
mehreren Auftritten von Schriftstellern. Jana Chalupová ist verantwortlich
für die Gestaltung des tschechischen Auftritts auf der Buchmesse und hält
sich natürlich derzeit schon in Leipzig auf – ein Interview. mehr...
Essaywettbewerb: Wie gut kennen sich die Nachbarländer in Mitteleuropa?
Historiker, Politiker, Unternehmer – sie alle äußern sich immer wieder
über die deutsch-tschechischen Beziehungen. Und sie alle haben ihre
eigenen Vorstellungen, wie sich die Beziehungen gestalten sollen. Was
jedoch diejenigen denken, die es tatsächlich in der Hand haben, das
Nachbarschaftsverhältnis in Zukunft zu gestalten, erfährt man seltener.
Zwei Europaabgeordnete aus Deutschland und Tschechien wollen das jetzt
genauer wissen und haben deswegen einen Essay-Wettbewerb für Schüler und
Studenten ausgeschrieben. mehr...
Tausende Tschechen unterzeichnen „Aufruf zur Verteidigung der Bücher“
Die Regierung hat beschlossen, den Mehrwertsteuersatz zu vereinheitlichen.
In Praxis bedeutet das, dass die Mehrwertsteuer bei vielen Produkten von 10
auf 20 Prozent steigt. Mit den Mehreinnahmen sollen die Renten finanziert
werden. Teuerer würden unter anderem der öffentliche Nahverkehr und
Kulturveranstaltungen, aber auch Bücher. Und gerade dagegen wenden sich
tschechische Verleger und Buchhändler mit einer Unterschriftensammlung.
Kulturminister Jiří Besser hält den höheren Steuersatz ebenso für
unglücklich und will seine Kabinettskollegen von einer Ausnahme für
Bücher überzeugen.
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Holocaust-Schriftsteller Arnošt Lustig ist gestorben
Der tschechische Schriftsteller Arnošt Lustig ist am vergangenen Samstag
im Alter von 84 an Leukämie gestorben. Er ist vor allem als Autor von
Büchern über den Holocaust bekannt, den er selbst erleben musste.
Markéta Kachlíková mit einem Nachruf auf Arnošt Lustig.
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„Als europäische Einrichtung gegründet“: Die Prager Karlsuniversität
An die 200 Partnerschaften hat die Prager Karlsuniversität heute, etwa
zwei Dutzend davon mit deutschen Universitäten. Studenten aus ganz Europa
kommen nach Prag, um hier ein Auslandssemester zu absolvieren. Warum das
ganz im Sinne Karls IV. sein dürfte, der die Universität 1348 gegründet
hat, weiß Blanka Mouralová. Sie ist Direktorin des Collegium Bohemicum in
Ústí nad Labem / Aussig und hat einen deutschsprachigen Sammelband mit
dem Titel „Die Prager Universität Karls IV.“ herausgegeben.
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Deutschsprachige Literatur im Protektorat – bisher kaum erforscht
„Literatur unter dem Hakenkreuz“ lautet der Titel einer
Veranstaltungsreihe des Prager Literaturhauses deutschsprachiger Autoren.
Der Literaturwissenschaftler und Schriftsteller Peter Becher hat 2005 einen
Sammelband herausgegeben, der ebenfalls diesen Titel trägt. Am Donnerstag
war Becher im Literaturhaus zu Gast.
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