Archiv: Innenpolitik | Politische Parteien Politische Parteien

„Bestechung ist Bestechung“ – Der Fall Vít Bárta kommt vor Gericht

05-03-2012 16:45 | Marco Zimmermann

Vít Bárta (Foto: ČTK) Am Montag begann vor einem Prager Bezirksgericht der lange erwartete Prozess gegen den Abgeordneten Vít Bárta, der zu den einflussreichsten Politikern des Landes gehört. Bárta ist Fraktionschef der populistischen Partei der öffentlichen Angelegenheiten im Parlament. Er gilt als ihr eigentlicher Kopf und auch als ihr wichtigster Finanzier. Vorgeworfen wird ihm, mit Geld die Loyalität der damaligen Abgeordneten und ihr Versprechen erkauft zu haben, über innerparteiliche Zustände zu schweigen. Der Bestechungsvorwurf kostete seinerzeit Bárta den Posten des Verkehrsministers. Die tschechischen Medien sprechen bereits vom Prozess des Jahres, in der Erwartung, bei dem Verfahren könnten interessante Details aus dem Innenleben der Partei bekannt werden, die noch immer vom Hauch des Unbekannten umgeben wird. In den Zeugenstand soll geladen werden, wer bei der Partei der öffentlichen Angelegenheiten Rang und Namen hat. Über den Prozess und dessen mögliche Folgen für die tschechische Politik habe ich mich vor unserer Sendung mit unserem freien Mitarbeiter, dem Politologen Robert Schuster unterhalten. mehr...

Regierung plant höhere Mehrwertsteuer und Stopp der Rentenanpassung

28-02-2012 17:22 | Markéta Kachlíková

Die tschechische Regierung sorgt sich wieder einmal um den Haushalt. Nun sollen zwei Sparmaßnahmen dazu beitragen, dass das Haushaltsdefizit in den nächsten zwei Jahren unter drei Prozent des Bruttoinlandsprodukts bleibt: eine weitere Erhöhung der Mehrwertsteuer sowie eine Beschränkung der Rentenanpassung. Darauf haben sich die Minister der wirtschaftlichen Ressorts am Montag geeinigt. Für das laufende Jahr 2012 wurden bereits Kürzungen bei den Ausgaben beschlossen. mehr...

Alles oder Nichts: Kampf unter den führenden Staatsanwälten Tschechiens

27-02-2012 17:07 | Robert Schuster

Vlastimil Rampula (Foto: ČTK) Das tschechische Justizwesen befindet seit langem in einer tiefen Krise. Das ist hinlänglich bekannt. Doch wohl nichts zeigte die Tiefe der Abgründe besser, als der jüngste, öffentlich ausgetragene Streit an der Spitze der Staatsanwaltschaft. mehr...

Staatspräsidentenwahl ohne finanzielle Limits: Regierung beschließt Wahlgesetz

23-02-2012 15:19 | Marco Zimmermann

Die wichtigste Verfassungsänderung der letzten Jahre in Tschechien ist bereits beschlossen: der Präsident wird künftig direkt vom Volk gewählt. Unklar war bisher noch, wie eine solche Direktwahl ablaufen sollte. Am Mittwoch wurde das Wahlgesetz von der Regierungskoalition gebilligt und muss nun noch im Parlament bestehen. Die Kritiker haben sich aber bereits zu Wort gemeldet. mehr...

Der tschechische Piraten-Chef Ivan Bartoš

14-02-2012 16:51 | Christian Rühmkorf

Ivan Bartoš Er ist Pirat und verdient sein Geld zugleich seriös bei einer internationalen Firma als System-Architekt - Ivan Bartoš, der Vorsitzende der tschechischen Piraten-Partei. Studiert hat er Philosophie, und wenn er sich gerade nicht um seine Doktorarbeit oder Demonstrationen gegen internationale Abkommen kümmert, macht er Musik. Aber in der letzten Zeit ist er vor allem immer häufiger in den Medien zu sehen. Christian Rühmkorf traf den Piraten-Chef Ivan Bartoš in einem Prager Café und fragte ihn auch, ob er die Piraten bei den nächsten Wahlen im Abgeordnetenhaus sieht. mehr...

Direktwahl des Präsidenten: Zustimmung bei Wählern, Skepsis bei Experten

13-02-2012 15:30 | Robert Schuster

Als im Jahr 2003 das tschechische Parlament einen neuen Präsidenten wählen wollte und dies erst nach mehreren Anläufen und einer beispiellosen Schlammschlacht gelang, schlugen einige Politiker vor die Verfassung zu ändern und das Staatsoberhaupt künftig direkt vom Volk wählen zu lassen. Es dauerte neun Jahre, bis diese Idee politische Wirklichkeit wurde. Doch ungeachtet der klaren Zustimmung für die Einführung der Direktwahl in beiden Kammern des Parlaments, bleiben einige wichtige Fragen offen. Mehr dazu erfahren Sie nun von Robert Schuster in der folgenden Ausgabe unserer Sendereihe Schauplatz. mehr...

Staatspräsident Tschechiens wird künftig direkt von Bürgern gewählt

09-02-2012 16:31 | Markéta Kachlíková

Tschechische Bürger können ihren Präsidenten in Zukunft selbst wählen. Bereits über den Nachfolger von Václav Klaus werden sie Anfang kommenden Jahres in einer Direktwahl entscheiden. Nach dem Abgeordnetenhaus stimmte am Mittwoch auch der Senat für die Einführung der Direktwahl. Es ist die bedeutendste Verfassungsänderung seit 1993, als die eigenständige Tschechische Republik entstand. Mehr von Markéta Kachlíková. mehr...

„Ein erster großer Kopf rollt“ – Politologe Schuster über Korruption in Prag

23-01-2012 16:42 | Robert Schuster, Markéta Kachlíková

Wer am Sonntag die Hauptnachrichtensendung des privaten tschechischen Fernsehsenders TV Nova verfolgt hat, dürfte seinen Ohren nicht getraut haben. Da hieß es nämlich, dass am Freitag eine bisher unbekannte Person bei Gericht die Pfändung des gesamten Vermögens der Stadt Prag verhängen ließ. In der Praxis bedeutet das, dass die Stadt nicht über ihr Eigentum verfügen darf. Und im Extremfall würde das heißen, dass zum Beispiel wichtige Sehenswürdigkeiten, wie die weltbekannte Karlsbrücke, das Altstädter Rathaus, oder auch der Wenzelsplatz, verkauft werden könnten. mehr...

Tschechien streitet und zögert in Sachen Euro-Rettung

16-01-2012 17:00 | Robert Schuster

Foto: Europäische Kommission Dass die Tschechische Republik von seinen Exporten in die Länder der Eurozone profitiert, ist weitgehend unbestritten. Doch ob sich das Land, auch wenn es noch nicht den Euro eingeführt hat, an der Stabilisierung der Gemeinschaftswährung beteiligen soll, darüber herrscht Streit in der tschechischen Politik. mehr...

Forderung von Schwarzenberg stellt Kabinett Nečas vor neue Zerreißprobe

12-01-2012 15:15 | Lothar Martin

Karel Schwarzenberg Die tschechische Regierung kommt nicht zur Ruhe. Kaum hatte sie am Mittwoch ihren Streit zur Kirchenrestitution begraben, da macht Außenminister und Top-09-Chef Karel Schwarzenberg schon das nächste Fass auf. Ein Fass, das für die Regierung tatsächlich zum Pulverfass werden könnte, denn Schwarzenberg stellte klar: Entweder schließt sich die Regierung Nečas bedingungslos der neuen Europäischen Haushalts- und Wirtschaftsunion an, oder aber seine Partei werde das Kabinett verlassen. mehr...

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