Archiv: Gesellschaft | Religion Religion

Gleichgültig sind nicht alle: Prager Aufruf gegen Antisemitismus

23-04-2009 17:07 | Martina Schneibergová

Foto: Milena Štráfeldová Um das Datum des jüdischen Gedenktags der Shoah und des Heldentums – des Yom ha Shoah – herum wird in Prag eine Reihe von Veranstaltungen organisiert. Dabei wird nicht nur der Opfer des Holocausts gedacht, sondern unter anderem in Rahmen einer Konferenz auch auf Antisemitismus in der Gesellschaft aufmerksam gemacht. Martina Schneibergová nahm an der internationalen Konferenz teil, die am vergangenen Freitag stattfand.  mehr...

Wir sind alle Menschen: In Prag wird gegen Antisemitismus demonstriert

16-04-2009 17:18 | Martina Schneibergová

Foto: www.vsichnijsmelidi.cz Der Yom ha-Shoah – der jüdische Tag der Shoah und des Heldentums – fällt in diesem Jahr auf den 21. April. Auf Initiative einiger christlicher Organisationen wird seit 2004 um diesen Gedenktag herum in Prag eine Versammlung gegen Rassismus und Antisemitismus organisiert. Unter dem Motto „Wir sind alle Menschen“ werden am kommenden Wochenende in Prag gleich einige Veranstaltungen stattfinden, die auf antijüdische Tendenzen in Europa hinweisen wollen. Martina Schneibergová sprach mit Mojmír Kallus, einem der Organisatoren der Veranstaltungsreihe. Kallus leitet die tschechische Zweigstelle der Internationalen Christlichen Botschaft Jerusalem. mehr...

Von Osterwundern in Tschechien

13-04-2009 08:00 | Anne Lungova

Alfred Kocáb Das Osterfest in Tschechien unterscheidet sich von dem in Deutschland. Im Mittelpunkt stehen zwar auch Ostereier, aber niemand versteckt sie. Kinder in Tschechien ersingen sich Eier und Schokolade, indem sie von Haus zu Haus gehen. Und dann gibt es noch den Brauch der Osterruten, mit denen die Jungs die Mädchen schlagen. Doch der größte Unterschied liegt in den vergangen Jahrzehnten begründet. Während der kommunistischen Herrschaft wurde der Glaube an Ostern für einige Mutige zum Anlass, gegen das Regime aufzubegehren. Einer von ihnen war der evangelische Pfarrer Alfred Kocáb. Regimekritik und Unterzeichnung der Charta 77 brachten ihm viele Jahre Berufsverbot und Repressalien der kommunistischen Machthaber. Ein Beitrag zu den Besonderheiten tschechischer Osterfeier.  mehr...

Der außergewöhnliche Kreuzweg von Lhotka

11-04-2009 17:52 | Martina Schneibergová

Kirche von Lhotka (Foto: Jana Šustová) Es ist eine alte Andachtsform, die im 14. Jahrhundert in Jerusalem entstanden ist: das Kreuzweg-Beten. In jeder Kirche findet man heutzutage einen Kreuzweg, ob es schon um einen Zyklus von Gemälden oder von Plastiken geht. Einen außergewöhnlichen Kreuzweg, der sich von den klassischen Darstellungen von Christi Leiden diametral unterscheidet, gibt es im Ortsteil Lhotka fast am Stadtrand von Prag: In der Kirche der Jungfrau Maria, Königin des Friedens wurde das Kunstwerk von Bildhauer Karel Stádník vor mehr als 30 Jahren installiert und bis heute zieht es zahlreiche Besucher nicht nur aus Tschechien, sondern auch aus dem Ausland an. Martina Schneibergová hat in der Kirche von Lhotka über den Kreuzweg mit dem Theologen Petr Křížek gesprochen. mehr...

Zeitlose Botschaft in Gegenwartstschechisch: Neue Bibelübersetzung erscheint vor Osterfest

08-04-2009 15:43 | Martina Schneibergová

Foto: ČTK Vor 15 Jahren begann ein kleines Übersetzerteam, die zeitlose Botschaft der Bibel ins Gegenwartstschechisch zu übertragen. 50.000 Stunden lang hat das Team gearbeitet. Nun, unmittelbar vor dem Osterfest, wird die „Bibel 21“, wie die neue Bibelausgabe genannt wird, der Öffentlichkeit vorgestellt.  mehr...

Die Caritas in Tschechien

26-02-2009 17:27 | Maria Hammerich-Maier

Ferienlager Frömmigkeit und gelebtes Christentum waren von 1948 bis 1989 im heutigen Tschechien unerwünscht. Das Generalmonopol der kommunistischen Herrschaft beanspruchte auch die soziale Wohlfahrt für sich: Die Bedürfnisse der Kranken, Behinderten, Notleidenden und Alten wurden zentral vom Staat verwaltet; andere Organisationen sollten nicht dazwischen funken. Sie wurden mit Zwang und Sanktionen unterdrückt. Das natürliche Bedürfnis des Menschen, anderen zu helfen, konnte die Säkularisierung jedoch nicht auslöschen. Nach der Wende dauerte es nicht lange, bis sich erste nichtstaatliche Hilfsinitiativen bildeten. Darunter auch die Caritas, die 1990 in gewandelter Form neu gegründet wurde. Die Caritas ist heute nach dem Staat der zweitgrößte Bereitsteller von sozialen und medizinischen Diensten in Tschechien. Maria Hammerich-Maier ist der erstaunlichen Entwicklung der Caritas in den letzten 18 Jahren nachgegangen. mehr...

Die Rückkehr der Augustiner: St. Thomas-Kloster II

14-02-2009 02:55 | Martina Schneibergová

St. Thomas-Kloster (Foto: Autorin) Ende des 13. Jahrhunderts ließ sich der Augustiner-Orden auf der Prager Kleinseite nieder und blieb dort mehrere Jahrhunderte lang. Während des Kommunismus wurden sämtliche Ordensgemeinschaften aufgelöst, und mit ihnen auch die Augustiner, die im Kloster Sankt Thomas zu Hause waren. Anfang der 90er Jahre kamen einige Ordensmitglieder aus dem Ausland nach Prag, um die Tätigkeit der Augustiner in Tschechien wieder zu beleben. In der vergangenen Ausgabe des Spaziergangs durch Prag haben wir Sie durch einen Teil des renovierten Klosterareals geführt und dabei versprochen, die Führung fortzusetzen.  mehr...

Gesetz von 1949 gilt immer noch: Ausgleich zwischen Staat und Kirche bislang ungelöst

13-02-2009 17:16 | Martina Schneibergová, Andrea Fajkusová

Fast 20 Jahre nach der politischen Wende ist das Verhältnis von Staat und Kirche noch immer ungeklärt. Die Ursachen dieser Situation sind in der Vergangenheit zu suchen: Vor 60 Jahren hat die Kommunistische Partei der Tschechoslowakei eine Kampagne gestartet, die zur allmählichen Liquidierung der Kirchen im Land führen sollte. Die Kampagne mündete im Herbst 1949 in ein Gesetz, das das Verhältnis Staat-Kirche neu regelte. Das Gesetz gilt in reduzierter Form bis heute, mit weit reichenden finanziellen Folgen.  mehr...

Katholischer Priester und Ehemann – der Bischofssekretär Jan Kofroň im Gespräch

08-02-2009 02:55 | Martin Jarde

Weihe von Jan Kofroň (Foto: www.apha.cz) In Deutschland ist das Thema ein Dauerbrenner. Geht es um Kirche taucht neben der umstrittenen Position des Schwangerschaftsabbruchs auch schnell die Frage des Zölibats, also der Ehelosigkeit bei Priestern auf. In Tschechien hat der Vatikan gezeigt, dass es auch anders geht. Jan Kofroň ist der erste und einzige katholische und verheiratete Priester weltweit, der mit päpstlichem Segen geweiht wurde und nicht aus einer protestantischen Kirche konvertiert ist. Mit Jan Kofroň im Folgenden ein Interview über eine außergewöhnliche Berufungsgeschichte, die Gefahren in der Untergrundkirche der Tschechoslowakei und das Zölibat in der katholischen Kirche.  mehr...

Die spannende Spurensuche nach der jüdischen Schriftstellerin Irma Singer

03-02-2009 16:12 | Patrick Gschwend

Irma Singer (Foto: © Chen Barak, Israel) Literaturhistoriker haben es schwer. Oft müssen sie ihre Quellen erst mühsam in Archiven und Nachlässen aufstöbern. Finderglück spielt da auch eine Rolle. Noch schwerer wird es allerdings, wenn außer dem Quellenmaterial auch über Autor oder Autorin selbst kaum etwas bekannt ist. Dann sind detektivische Fähigkeiten gefordert. Die Literaturwissenschaftlerin Rosa Neubauer hat diese Fähigkeiten zweifellos. Radio Prag hat mit ihr für unsere Sendereihe Begegnungen über die spannende Spurensuche nach einer jüdischen Autorin aus Prag gesprochen. mehr...

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