Archiv: Gesellschaft | Minderheiten Minderheiten
Menschenrechtsbeauftragte kritisiert Räumungsbefehl für Roma-Siedlung
Eine Roma-Siedlung im mährisch-schlesischen Ostrava / Ostrau soll geräumt
werden, wie wir schon am Montag berichtet haben. Das Bauamt des Stadtteils
Přívoz hat gravierende Mängel an den neun Häusern festgestellt. Doch
ein Teil der Bewohner weigert sich, seine Wohnungen zu verlassen. Nun haben
sich Menschenrechtsorganisationen und die Beauftragte für Menschenrechte
und Minderheiten eingemischt. mehr...
„Lösung der Probleme verlangt einen Spagat“ – zur Lage der Roma in Tschechien
Wieder einmal wird in Tschechien über die schlechte Lebenssituation der
Roma diskutiert. Konkreter Anlass ist die geplante Räumung einer
Ghetto-Siedlung im mährisch-schlesischen Ostrava /Ostrau, nahe des
dortigen Hauptbahnhofs. Die örtliche Baubehörde hat vergangene Woche
wegen gravierenden Mängeln in der Bausubstanz die Räumung von neun
Häusern der Siedlung angeordnet – eine Entscheidung, der sich rund
Hundert Roma widersetzen. Obwohl in der Siedlung schon eine Woche zuvor das
Wasser abgestellt wurde und die hygienischen Zustände katastrophal sind,
ziehen viele der Betroffenen das Leben in der Siedlung dem in einer
Notunterkunft für Sozialschwache vor. Wohl aus purer Verzweiflung
unternahmen die Roma in Ostrau vereinzelt sogar Versuche, einige der
festgestellten Mängel zu beseitigen. Doch die Behörde dürfte ihre
Entscheidung wohl kaum zurücknehmen. Über die Lage der Roma nicht nur in
Ostrau ein Gespräch mit unserem Mitarbeiter, dem Politikwissenschaftler
Robert Schuster. mehr...
Kampagne wirbt für fleißige Roma
Zigeuner sind faul und wollen nicht arbeiten. Das ist in Tschechien die
weit verbreitete Meinung über Roma. Dass in Wirklichkeit rund zwei Drittel
der Roma einer normalen Arbeit nachgehen, ist nur wenig bekannt.
Gleichzeitig sind diese Vorurteile ein Hauptgrund, warum Roma bei freien
Jobs oft nicht zum Zuge kommen. Eine neue Kampagne will diese Stereotypen
nun aufbrechen. mehr...
Freiwilligenarbeit in Budweis: Ludwig Domrös über seine Arbeit für Aktion Sühnezeichen
Wer in Deutschland den Dienst an der Waffe verweigern wollte, musste bis
vor einem Jahr noch den Zivildienst absolvieren. Das bedeutete: ein Jahr
Dienst für die Allgemeinheit, häufig in Krankenhäusern. Für die Zivis,
aber auch andere Freiwillige, gibt es aber auch die Möglichkeit, einer
Tätigkeit im Ausland nachzugehen. Ludwig Domrös ist einer derjenigen, die
diese Möglichkeit nutzen wollte. Seit zehn Monaten lebt und arbeitet er
nun in Südböhmen, in České Budějovice / Budweis. Im Interview sprach
er über seine Motive und seine Tätigkeit. mehr...
Gedenken in Lety – Premier erinnert an tschechische Mitverantwortung
Am Montag fand in Lety bei Písek eine kleine Zeremonie statt. Im Jahr 2012
jährt sich nämlich zum 70. Mal die Umwandlung des Arbeitsstraflagers Lety
in ein Konzentrationslager für Roma. Premier Petr Nečas legte als erster
tschechischer Regierungschef einen Kranz am Gedenkstein für die Opfer des
Roma-Holocaust nieder und hielt eine Ansprache. Die Aktion war aber
umstritten, denn Nečas wählte einen eigenen Termin für das Gedenken. mehr...
Treffen mit Premier Nečas: Roma fordern eigenen Regierungsbevollmächtigten
Vertreter der Vereinigung der Roma in Tschechien haben sich am Montag mit
Premier Petr Nečas getroffen. Sie warnen vor verstärkten rassistischen
Stimmungen in der tschechischen Gesellschaft und dass Roma weiter an den
Rand der Gesellschaft gedrängt sind. Deswegen schlagen sie einen eigenen
Bevollmächtigten für Fragen der Roma-Minderheit vor. mehr...
Ombudsmann: Absurd hohe Zahl von Roma an Sonderschulen
Der tschechische Ombudsmann hat eine Studie veröffentlicht, nach der
Kinder aus der Roma-Minderheit weiterhin verhältnismäßig oft auf
Sonderschulen geschickt werden. Laut der Untersuchung sind etwa ein Drittel
der Schüler dieser so genannten „praktischen Schulen“ Roma. Dies
würde bedeuten: Die häufige nationale aber auch internationale Kritik an
der Tschechischen Republik in diesem Bereich hat bisher nur wenig
Ergebnisse gebracht. mehr...
Roma-Hass als Folge einer Lüge eines Fünfzehnjährigen
Im April sollen mehrere Roma einen fünfzehnjährigen Jungen im
südmährischen Břeclav / Lundenburg zusammengeschlagen haben. Seine
Verletzungen waren so schwer, dass ihm eine Niere entfernt werden musste.
Das Ereignis löste Empörung aus und mehrere Tausend Leute protestierten
gegen die Roma-Minderheit auf. Nun haben die Polizeiermittlungen allerdings
ein neues Licht auf den Fall geworfen – der Junge hat gelogen.
mehr...
Welt für sich oder Brücke zur Integration? Vietnamesischer Großmarkt Sapa in Prag
Sapa heißt der größte Vietnamesenmarkt in Tschechien. Das Gelände in
einem Prager Außenbezirk, dort wo die Stadt bereits ländlich wird, wird
gerne auch als „Klein-Hanoi“ bezeichnet. Das kommt nicht von ungefähr.
Denn hier befinden sich neben vielen Kleider- und Lebensmittelläden auch
beispielsweise Frisöre, Reisebüros, Restaurants sowie eine Schule und ein
Kindergarten – wie in einer Kleinstadt also. Doch der Ruf des Sapa ist
schlecht: Noch im vergangenen Jahr hat der Sicherheitsausschuss im
tschechischen Abgeordnetenhaus den Markt als Drogenumschlagplatz und Ort
von Steuerbetrug angeprangert. Zudem gibt es immer wieder Beschwerden aus
dem angrenzenden Stadtteil Libuš. mehr...
„Verschwörer hinter den Kulissen der Sozialdemokratie“ – Tschechischer Antisemitismus zu Ende des 19. Jahrhunderts
Der Antisemitismus in Europa betritt in der zweiten Hälfte des 19.
Jahrhunderts die politische Bühne und wird zu einem Instrument der
Nationalbewegungen. In den böhmischen Ländern wurde der Antisemitismus
bisher immer als Nebenprodukt des Nationalitätenkampfes zwischen Deutschen
und Tschechen beschrieben. Der Prager Historiker Michal Frankl hat nun mit
seiner Dissertation eine Studie vorgelegt, die den tschechischen
Antisemitismus näher untersucht und ihn in die europäische Entwicklung
einordnet. mehr...
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