Archiv: Gesellschaft | Minderheiten Minderheiten

Menschenrechtsbeauftragte kritisiert Räumungsbefehl für Roma-Siedlung

07-08-2012 16:33 | Till Janzer

Foto: ČTK Eine Roma-Siedlung im mährisch-schlesischen Ostrava / Ostrau soll geräumt werden, wie wir schon am Montag berichtet haben. Das Bauamt des Stadtteils Přívoz hat gravierende Mängel an den neun Häusern festgestellt. Doch ein Teil der Bewohner weigert sich, seine Wohnungen zu verlassen. Nun haben sich Menschenrechtsorganisationen und die Beauftragte für Menschenrechte und Minderheiten eingemischt. mehr...

„Lösung der Probleme verlangt einen Spagat“ – zur Lage der Roma in Tschechien

06-08-2012 15:47 | Till Janzer

Ghetto-Siedlung im Ostrava (Foto: ČTK) Wieder einmal wird in Tschechien über die schlechte Lebenssituation der Roma diskutiert. Konkreter Anlass ist die geplante Räumung einer Ghetto-Siedlung im mährisch-schlesischen Ostrava /Ostrau, nahe des dortigen Hauptbahnhofs. Die örtliche Baubehörde hat vergangene Woche wegen gravierenden Mängeln in der Bausubstanz die Räumung von neun Häusern der Siedlung angeordnet – eine Entscheidung, der sich rund Hundert Roma widersetzen. Obwohl in der Siedlung schon eine Woche zuvor das Wasser abgestellt wurde und die hygienischen Zustände katastrophal sind, ziehen viele der Betroffenen das Leben in der Siedlung dem in einer Notunterkunft für Sozialschwache vor. Wohl aus purer Verzweiflung unternahmen die Roma in Ostrau vereinzelt sogar Versuche, einige der festgestellten Mängel zu beseitigen. Doch die Behörde dürfte ihre Entscheidung wohl kaum zurücknehmen. Über die Lage der Roma nicht nur in Ostrau ein Gespräch mit unserem Mitarbeiter, dem Politikwissenschaftler Robert Schuster. mehr...

Kampagne wirbt für fleißige Roma

03-08-2012 | Steffen Neumann

Zigeuner sind faul und wollen nicht arbeiten. Das ist in Tschechien die weit verbreitete Meinung über Roma. Dass in Wirklichkeit rund zwei Drittel der Roma einer normalen Arbeit nachgehen, ist nur wenig bekannt. Gleichzeitig sind diese Vorurteile ein Hauptgrund, warum Roma bei freien Jobs oft nicht zum Zuge kommen. Eine neue Kampagne will diese Stereotypen nun aufbrechen. mehr...

Freiwilligenarbeit in Budweis: Ludwig Domrös über seine Arbeit für Aktion Sühnezeichen

17-07-2012 17:17 | Marco Zimmermann

Ludwig Domrös (links) Wer in Deutschland den Dienst an der Waffe verweigern wollte, musste bis vor einem Jahr noch den Zivildienst absolvieren. Das bedeutete: ein Jahr Dienst für die Allgemeinheit, häufig in Krankenhäusern. Für die Zivis, aber auch andere Freiwillige, gibt es aber auch die Möglichkeit, einer Tätigkeit im Ausland nachzugehen. Ludwig Domrös ist einer derjenigen, die diese Möglichkeit nutzen wollte. Seit zehn Monaten lebt und arbeitet er nun in Südböhmen, in České Budějovice / Budweis. Im Interview sprach er über seine Motive und seine Tätigkeit. mehr...

Gedenken in Lety – Premier erinnert an tschechische Mitverantwortung

10-07-2012 16:06 | Marco Zimmermann

Foto: ČTK Am Montag fand in Lety bei Písek eine kleine Zeremonie statt. Im Jahr 2012 jährt sich nämlich zum 70. Mal die Umwandlung des Arbeitsstraflagers Lety in ein Konzentrationslager für Roma. Premier Petr Nečas legte als erster tschechischer Regierungschef einen Kranz am Gedenkstein für die Opfer des Roma-Holocaust nieder und hielt eine Ansprache. Die Aktion war aber umstritten, denn Nečas wählte einen eigenen Termin für das Gedenken. mehr...

Treffen mit Premier Nečas: Roma fordern eigenen Regierungsbevollmächtigten

12-06-2012 16:11 | Till Janzer

Petr Nečas Vertreter der Vereinigung der Roma in Tschechien haben sich am Montag mit Premier Petr Nečas getroffen. Sie warnen vor verstärkten rassistischen Stimmungen in der tschechischen Gesellschaft und dass Roma weiter an den Rand der Gesellschaft gedrängt sind. Deswegen schlagen sie einen eigenen Bevollmächtigten für Fragen der Roma-Minderheit vor. mehr...

Ombudsmann: Absurd hohe Zahl von Roma an Sonderschulen

07-06-2012 15:37 | Marco Zimmermann

Der tschechische Ombudsmann hat eine Studie veröffentlicht, nach der Kinder aus der Roma-Minderheit weiterhin verhältnismäßig oft auf Sonderschulen geschickt werden. Laut der Untersuchung sind etwa ein Drittel der Schüler dieser so genannten „praktischen Schulen“ Roma. Dies würde bedeuten: Die häufige nationale aber auch internationale Kritik an der Tschechischen Republik in diesem Bereich hat bisher nur wenig Ergebnisse gebracht. mehr...

Roma-Hass als Folge einer Lüge eines Fünfzehnjährigen

28-05-2012 16:31 | Markéta Kachlíková

Foto: ČT 24 Im April sollen mehrere Roma einen fünfzehnjährigen Jungen im südmährischen Břeclav / Lundenburg zusammengeschlagen haben. Seine Verletzungen waren so schwer, dass ihm eine Niere entfernt werden musste. Das Ereignis löste Empörung aus und mehrere Tausend Leute protestierten gegen die Roma-Minderheit auf. Nun haben die Polizeiermittlungen allerdings ein neues Licht auf den Fall geworfen – der Junge hat gelogen.  mehr...

Welt für sich oder Brücke zur Integration? Vietnamesischer Großmarkt Sapa in Prag

03-05-2012 17:03 | Till Janzer

Sapa heißt der größte Vietnamesenmarkt in Tschechien. Das Gelände in einem Prager Außenbezirk, dort wo die Stadt bereits ländlich wird, wird gerne auch als „Klein-Hanoi“ bezeichnet. Das kommt nicht von ungefähr. Denn hier befinden sich neben vielen Kleider- und Lebensmittelläden auch beispielsweise Frisöre, Reisebüros, Restaurants sowie eine Schule und ein Kindergarten – wie in einer Kleinstadt also. Doch der Ruf des Sapa ist schlecht: Noch im vergangenen Jahr hat der Sicherheitsausschuss im tschechischen Abgeordnetenhaus den Markt als Drogenumschlagplatz und Ort von Steuerbetrug angeprangert. Zudem gibt es immer wieder Beschwerden aus dem angrenzenden Stadtteil Libuš. mehr...

„Verschwörer hinter den Kulissen der Sozialdemokratie“ – Tschechischer Antisemitismus zu Ende des 19. Jahrhunderts

28-04-2012 02:01 | Marco Zimmermann

Der Antisemitismus in Europa betritt in der zweiten Hälfte des 19. Jahrhunderts die politische Bühne und wird zu einem Instrument der Nationalbewegungen. In den böhmischen Ländern wurde der Antisemitismus bisher immer als Nebenprodukt des Nationalitätenkampfes zwischen Deutschen und Tschechen beschrieben. Der Prager Historiker Michal Frankl hat nun mit seiner Dissertation eine Studie vorgelegt, die den tschechischen Antisemitismus näher untersucht und ihn in die europäische Entwicklung einordnet. mehr...

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