Archiv: Gesellschaft | Minderheiten Minderheiten
Wochenschau
Wie in vielen anderen Ländern standen die letzten Tage im Zeichen einer
extremen Kältewelle, die Anfang der Woche auch Tschechien erreicht hat.
Mit örtlichen Nachttemperaturen bis zu minus 30 Grad Celsius.
Einige tschechische Städte ließen daher Notunterkünfte für Obdachlose
einrichten. In Prag etwa wurden am Dienstag auf dem Letna-Plateau beheizte
Zelte mit 100 Schlafplätzen aufgestellt. Bis zum Redaktionsschluss dieser
Sendung waren der Kältewelle in Tschechien bereits mindestens 20 Menschen,
zum Opfer gefallen, die meistens von ihnen waren obdachlos.
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Beheizte Zelte für Prager Obdachlose
Obdachlose kämpfen gegen den Kältetod - bereits zehn Opfer hat es in diesem
Winter in Tschechien gegeben. Die Prager Stadtverwaltung ließ daher am
Dienstagnachmittag kurzfristig beheizte Zelte auf dem Letna-Plateau
aufstellen, um wenigstens einigen der etwa 4600 Obdachlosen in der Stadt
vorübergehend eine warme Unterkunft zu bieten. Benjamin Slavik war für
Radio Prag vor Ort.
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Kältewelle gefährdet vor allem Obdachlose
Wie viele andere europäische Länder auch wurde Tschechien Anfang der Woche
von einer Kältewelle erfasst. Bei Temperaturen bis minus 30 Grad starben
in den vergangenen Tagen mindestens drei weitere Menschen, insgesamt
erhöhte sich die Zahl der Kältetoten damit auf 16.
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Begegnungen ohne Obdach
Deutsch-tschechischer Schüler- und Studentenaustausch gehört allmählich zum
Alltag. Dass sich aber Obdachlose aus Tschechien und Deutschland getroffen
haben, ist ungewöhnlich, um eine Premiere handelte es sich dabei aber
nicht. Oder doch? Denn im Januar ging bereits das zweite internationale
Obdachlosentheaterfest im Prager Klub Roxy über die Bühne: "Hic sunt
leones 2006". Bara Prochazkova hat die Begegnungen zwischen
tschechischen und deutschen Obdachlosen genauer betrachtet.
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Rechtsradikale demonstrieren bei früherem Roma-KZ
Ein vom kommunistischen Regime errichteter Schweinemastbetrieb an der
Stelle eines ehemaligen Roma-Konzentrationslagers - auch 16 Jahre nach der
politischen Wende immer noch Realität in Tschechien. Seit Jahren kämpfen
Roma-Verbände für ein würdiges Gedenken an diesem Ort. Nachdem im
vergangenen Frühjahr auch die Europäische Union an die tschechische
Regierung appelliert hatte, die Schweinefarm zu beseitigen, scheint
endlich Aussicht auf eine Lösung zu bestehen. Am Samstag wurde allerdings
die Geduld der Roma erneut auf eine harte Probe gestellt, als die
ultrarechte Nationalpartei (NS) sich auf dem ehemaligen Lagergelände
versammelte. Silja Schultheis war vor Ort. mehr...
Ombudsman schlägt Entschädigung für sterilisierte Roma-Frauen vor
Sterilisierungen von Roma-Frauen - in der kommunistischen Tschechoslowakei
ein gezieltes Instrument zur Geburtenkontrolle. Nicht immer jedoch wurden
sie mit dem Einverständnis der Patientin durchgeführt. Und auch nach der
Wende von 1989 wurden Roma hierzulande unfreiwillig sterilisiert. Einen
entsprechenden Verdacht hatte das Europäische Zentrum für die Rechte der
Roma im Herbst 2004 geäußert, jetzt hat der tschechische Ombudsmann eine
abschließende Stellungnahme dazu vorgelegt. Silja Schultheis berichtet.
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Tschechien auf dem Weg zur Homo-Ehe
Nach jahrelangem Tauziehen hat das tschechische Abgeordnetenhaus Mitte
Dezember grünes Licht für die so genannte Homo-Ehe gegeben. Für die vier
Prozent Homosexuellen in Tschechien ist die Legalisierung ihrer
Lebenspartnerschaften damit erstmals in greifbare Nähe gerückt. Silja
Schultheis hat sich in der Gay- und Lesbenszene nach Reaktionen auf den
Gesetzentwurf umgehört. mehr...
Martin Dzingel über die "Landesversammlung der Deutschen in Böhmen, Mähren und Schlesien"
Was haben der Deutsche Sprach- und Kulturverein Brünn, der Verband der
Deutschen in der Region Reichenberg oder der Böhmerwaldverein Krummau
gemeinsam? Sie alle sind, gemeinsam mit 20 anderen Verbänden, in der
"Landesversammlung der Deutschen in Böhmen, Mähren und
Schlesien" integriert. Leiter dieser Dachorganisation ist Martin
Dzingel. Am Rande einer Konferenz zu Minderheitenfragen, die jüngst in
Prag über die Bühne ging, hat Gerald Schubert sich mit Dzingel
unterhalten: Über die jüngste Geste des sozialdemokratischen
Premierministers Jiri Paroubek, in der die Verdienste deutscher
Antifaschisten für den Erhalt der demokratischen Tschechoslowakei
gewürdigt wurden, über die lange Tradition der hiesigen Deutschen, die
Dzingel in der Konferenz angesprochen hatte, und darüber, was eigentlich
die konkreten Aufgabenbereiche der Landesversammlung in der Gegenwart
sind. mehr...
Wochenschau
In der Wochenschau fasst Thomas Kirschner für sie die wichtigsten Meldungen
der vergangenen Tage. mehr...
Gesellschaftliche Integration geistig Behinderter und psychisch Kranker soll besser werden
Das Prager Abgeordnetenhaus gehörte am Dienstag nicht nur den gewählten
Volksvertretern. Zu einem eintägigen Erfahrungsaustausch trafen sich in
den Räumen des Parlamentes Vertreter von gemeinnützigen Organisationen,
Selbsthilfeverbänden sowie Angehörige der Sozialbehörden. Das Thema: die
verbesserte Eingliederung von geistig Behinderten und psychisch Kranken in
die Gesellschaft. Thomas Kirschner war vor Ort.
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