Archiv: Gesellschaft | Menschenrechte Menschenrechte
Breite Front gegen Rechts: In Ústí setzt man sich verstärkt gegen Neonazis zur Wehr
Im Rahmen des Filmfestivals „Jeden Svět“ hatte das Collegium Bohemicum
am Mittwoch in Ústí nad Labem / Aussig zu einem Diskussionsforum über
Neonazismus eingeladen. Mirek Bohdálek und Friedemann Bringt vom
Kulturbüro Sachsen e.V. stellten dem Publikum ihre Publikation
„Gefährliche Liebschaften - Rechtsextremismus im kleinen Grenzverkehr“
vor. Die Veranstaltung, die zunächst nur über die Gefahr von rechts
aufklären sollte, stand unerwartet in einem sehr aktuellen Kontext.
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Festivalhöhepunkt: Filme über sowjetische Terrorherrschaft in Lettland und Litauen
Das einwöchige Festival „Mene Tekel“ wird in der Regel um den 25.
Februar herum veranstaltet, denn am 25. Februar 1948 hatten die Kommunisten
die Macht in der Tschechoslowakei ergriffen. Dieses Jahr entschieden sich
die Festivalveranstalter jedoch, nicht nur über die kommunistische
Vergangenheit Tschechiens, sondern auch über die Verbrechen des
Kommunismus in einigen anderen Ländern zu berichten. Neben dem Tag
Kroatiens und Sloweniens erlebten die Festivalbesucher den Tag Litauens und
Lettlands. Schon seine Eröffnung war ein Volltreffer.
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Menschenrechte und 20 Jahre Demokratie – das Filmfestival „Jeden svět“
Das internationale Menschenrechts-Filmfestival „Jeden svět“, auf
Deutsch „Eine Welt“, ist eines der größten seiner Art weltweit. Seit
elf Jahren besteht es bereits, am Donnerstag wurde in Prag ein weiterer
Jahrgang eröffnet. Gezeigt werden auch diesmal vor allem Dokumentarfilme
zur Problematik der Menschenrechte. Dieses Jahr hat „Eine Welt“ daneben
einen besonderen thematischen Schwerpunkt: Das Festival steht im Zeichen
von 20 Jahren Demokratie in Mitteleuropa.
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Die Caritas in Tschechien
Frömmigkeit und gelebtes Christentum waren von 1948 bis 1989 im heutigen
Tschechien unerwünscht. Das Generalmonopol der kommunistischen Herrschaft
beanspruchte auch die soziale Wohlfahrt für sich: Die Bedürfnisse der
Kranken, Behinderten, Notleidenden und Alten wurden zentral vom Staat
verwaltet; andere Organisationen sollten nicht dazwischen funken. Sie
wurden mit Zwang und Sanktionen unterdrückt. Das natürliche Bedürfnis
des Menschen, anderen zu helfen, konnte die Säkularisierung jedoch nicht
auslöschen. Nach der Wende dauerte es nicht lange, bis sich erste
nichtstaatliche Hilfsinitiativen bildeten. Darunter auch die Caritas, die
1990 in gewandelter Form neu gegründet wurde. Die Caritas ist heute nach
dem Staat der zweitgrößte Bereitsteller von sozialen und medizinischen
Diensten in Tschechien. Maria Hammerich-Maier ist der erstaunlichen
Entwicklung der
Caritas in den letzten 18 Jahren nachgegangen. mehr...
Die Hilfsorganisation „Člověk v tísni“: Solidarität mit den Notleidenden
Der Name „Člověk v tísni – Mensch in Not“ ist in Tschechien ein
Begriff. Die Hilfsorganisation steht für professionellen Einsatz in den
Krisengebieten der Welt. Dank dieser unabhängigen Organisation ist
Solidarität mit den Notleidenden in der tschechischen Gesellschaft kein
Fremdwort mehr. Hinter dem Aufbau der Hilfsorganisation steht ein
außergewöhnlicher Mann: der 41-jährige Šimon Pánek. Im November 1989
war er als Studentenführer an der „Samtenen Revolution“ beteiligt. Er
bereiste den halben Erdball, arbeitete als Journalist und Krisenmanager.
Als Šimon Pánek „Mensch in Not“ 1994 gründete, standen ihm eine
Handvoll engagierter Mitarbeiter zur Seite. Heute ist die Hilfsorganisation
eine der größten Mitteleuropas.
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Heilige Drei Könige ersingen Rekordsumme für Bedürftige
Zum neunten Mal hat die Caritas in Tschechien zum Fest der Heiligen Drei
Könige eine Spendenaktion veranstaltet. Die Sammlung der Sternsinger
brachte dieses Jahr die Rekordsumme von 64 Millionen Kronen (2,3 Millionen
Euro) ein. Das ist mehr als bei den Dreikönigsammlungen in den Vorjahren.
Der Erfolg übertraf sogar die Spendenaktion von 2005, als die Sternsinger
um eine Spende für die Opfer des Tsunami in Ostasien baten. Maria
Hammerich-Maier sprach mit Caritas-Pressesprecherin Gabriela Naušová
über die Dreikönigsammlung in Tschechien.
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60 Jahre Menschenrechtsdeklaration der UNO: Demonstration gegen Rechtsextremismus in Prag
Mit einer Gedenkstunde erinnerten am Mittwoch die Mitgliedsstaaten der
Vereinten Nationen in New York an die Allgemeine Erklärung der
Menschenrechte vor genau 60 Jahren. Aus diesem Anlass hat die International
in Prag eine Kundgebung gegen Rassismus und Rechtsextremismus veranstaltet.
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Wir wissen von euch! KDU-ČSL unterstützt politische Gefangene auf Kuba
Der langjährige kubanische Führer Fidel Castro trat im Februar dieses
Jahres aus Gesundheitsgründen zurück. Sein Bruder Raúl folgte ihm im
Präsidentenamt nach. Die Situation im Bereich der Menschenrechte bleibt
auf Kuba aber weiterhin trostlos. Die tschechischen Christdemokraten
(KDU-ČSL) haben in diesen Tagen ein Projekt gestartet, mit dem sie auf
die
Verletzung der Menschenrechte im kommunistischen Inselstaat aufmerksam
machen wollen. mehr...
„Wir bauen Schulen in Afrika“ – Tschechische Pfadfinder sammeln Spenden
Für tschechische Kinder ist es eine Selbstverständlichkeit, wenn auch
manchmal eine lästige: der morgendliche Gang zur Schule. In Äthiopien,
einem der ärmsten Länder der Welt, ist der Zugang zu
Bildungseinrichtungen aber nach wie vor ein Luxus, den nur wenige Kinder
genießen. Der Anteil der Analphabeten an der erwachsenen Bevölkerung ist
dort mit 57 Prozent einer der höchsten weltweit. „Das muss sich
ändern!“ finden die karitative Organisation „Mensch in Not“ und der
Verband der tschechischen Pfadfinder. Deshalb führen sie in diesen Tagen
gemeinsam eine Spendensammlung im ganzen Land durch. In diesem Jahr nun
schon zum fünften Mal. Patrick Gschwend war bei der
Eröffnungsveranstaltung der diesjährigen Sammelaktion.
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Charmeoffensive mit Weihnachtsgans - Konsumpolitik im Staatsozialismus
Erst waren es die Apfelsinen, dann ein Fernseher und ein Auto und später
zum Beispiel der Heim-Computer. Die Bürger wollten mehr – auch im
Staatssozialismus. Doch die zentral gelenkten Wirtschaften zogen im
Wettlauf um die Versorgung letztlich den Kürzeren gegenüber dem
Kapitalismus. Dabei hatten spätestens in den 70er Jahren die
kommunistischen Parteien vor allem der Tschechoslowakei und der DDR die
bessere Versorgung und soziale Absicherung zur zentralen politischen
Aufgabe gemacht. Bei einer Tagung im Prager Goethe-Institut diskutierten
vergangene Woche Historiker darüber und über weitere Mittel, mit denen
die staatssozialistischen Systeme versucht haben, Loyalitäten in der
Bevölkerung zu schaffen. Veranstalter der Tagung waren neben dem
Goethe-Institut vor allem der Lehrstuhl für deutsche und österreichische
Studien der Karls-Universität Prag sowie das Herder-Institut Marburg und
die Historische Kommission für die böhmischen Länder, Prag.
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